Zitronen, Sonntag 23.8.2026

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Unruhige Nacht, unruhige Katze. Und unklare Temperaturverhältnisse noch dazu. Um zwanzig nach sechs erbarmte ich mich schließlich des miauenden Tiers und stand auf (nur um zuzusehen, wie er unten zielstrebig zum Trockenfutter marschierte und zu fressen begann). Oh well. Draußen blauer Himmel, noch sehr frühmorgendlich, und mit der feuchten (!) und sehr kalten Luft beginnt sich das alles schon sehr deutlich nach Spätsommer anzufühlen. Bald bekommen wir vermutlich die ersten Zwetschgen zu kaufen.
Früher Start auf jeden Fall. Katzenmaintenance, Küchenrunde, Tee und schreiben, bis irgendwann der Liebste kam und uns nach einer angemessenen Aufwachphase ein englisches Frühstück machte (mit Supermarkt-Toast und Seitanwürstchen, weil wir ja weder beim Viertel-Lieblingsbäcker noch beim Alnatura gewesen waren, schmeckte aber beides vollkommen in Ordnung.

Restlicher Vormittag: Ich ließ mir eine Kanne Kräutertee und eine Tasse Earl Grey kochen und zog mich damit und mit Buch aufs Sofa zurück, während um mich herum die Roboter saugten, der Liebste hinterherwischte und generelle Sonntagvormittagsroutine herrschte. Und gegen zehn wurde ich dann sehr müde, legte das Buch zur Seite und schlief noch einmal eine Dreiviertelstunde tief ein. Das war eine erstaunlich gute Idee, danach fühlte ich mich wieder einigermaßen hergestellt.
Also mit dem Liebsten in die Küche, wo wir gemeinsam ein Zitronencremeeis herstellten (vom Sorbet darin unterschieden, dass es auf (Soja-)Milch- und -Sahnebasis beruht). Man muss die Zutaten sehr sorgfältig abwiegen, damit das Mischungsverhältnis stimmt – wir werden uns demnächst eine Feinwaage besorgen – aber davon abgesehen ist es ein einfaches Rezept: Trockene und nasse Zutaten vermischen, vierzig Sekunden in den Hochleistungsmixer, eine Stunde in die Eismaschine. Solang man qualitativ gute und passende Zutaten verwendet, hat man gute Karten. Auf jeden Fall sind jetzt wieder acht kleine Eisdosen zum Durchfrieren im Gefrierschrank, und ich bin sehr gespannt.

Dann ausführliche Körperpflege, Bad und Küche putzen, Mittagessen (restlicher Nudelauflauf). Den Nachmittag über eine Mischung aus Wäsche (drei Maschinen sortieren, waschen, aufhängen, bisschen bügeln) und lesen (so richtig mit Buch), nur einmal unterbrochen von einem Wochenplan für die kommende Woche. Der war allerdings wenig inspiriert, weil ich erstens noch satt war vom Mittagessen (immer schlechte Voraussetzungen für die Essensplanung, man hat auf nichts so richtig Lust) und zweitens das kommende Wetter nicht einschätzen kann. In der Wohnung hatten wir zwischen 20 und 22 Grad und ich war mit Socken und Hoodie unterwegs, und als ich mal vor die Türe trat, war ich höchst erstaunt, wie warm es dann doch geworden war. Deutlich wärmer als drinnen auf jeden Fall. Nun ja. Nichtsdestotrotz sind Suppen und Stir Frys und Ofensachen geplant.

Um halb fünf gingen der Liebste und ich auf einen ausführlichen Spaziergang, einmal das Flüsschen entlang. In letzter Sekunde entschied ich mich, den Hoodie auszuziehen, die Sonnenbrille aufzusetzen und geschlossene Schuhe und Socken gegen Sandalen einzutauschen. Gute Idee: Es war so richtig spätsommerlich warm, eigentlich sehr angenehm, aber wieder daheim war ich schon leicht erhitzt. Auf jeden Fall aber schöner Spaziergang. Machen wir halt einfach viel zu selten.

Daheim noch ein bisschen Wäsche, ich goss die Dachterrasse (zwar hat es am Freitag erst geregnet, aber der nächste Regen ist erst für Donnerstag wieder vorhergesagt, seufz, und die nächsten beiden Tage komme ich morgens nicht dazu), dann gemeinsames Kochen. Das Rezept war eine Suppe mit angebratenen Kirschtomaten (ich verbrauchte unseren kompletten Vorrat), Cannelinibohnen und Orzo, dazu frischem Basilikum. Bisschen ungewöhnliche Idee mit den Tomaten (die am Stück angebraten werden und dann auch so in die Brühe kommen), aber auf jeden Fall sehr sommerlich. Und erstaunlich aromatisch. Können wir uns für die Tomatenflut im Somemr auf jeden Fall merken.

Restlicher Abend durchs Sternentor, irgendwann begleitet vom Kater, nachdem der Liebste erst mit ihm im Garten war und ihm dort quasi eine komplette zweite Katze aus dem Fell gebürstet hatte. Ein Zitronenjoghurt als Nachtisch, kein Zitroneneis, denn das muss laut Rezept „über Nacht“ im Gefrierschrank bleiben (auch wenn es dem Liebsten schwer fiel). Und dann wirklich früh, um kurz vor halb zehn, ohne Buch ins Bett. Das neu angefangene Buch, Die Erschöpfung der Frauen von Franziska Schutzbach, ist zwar eine umfassende und sinnvolle Analyse (bis jetzt wenig so richtig Neues, wenn man sich mit dieser Art Thematik schon ein bisschen beschäftigt hat, aber wie gesagt umfassend), aber es sorgt insgesamt eher nicht für entspannten Nachtschlaf, schätze ich. Und ich war, passend zum Titel, einfach sehr, sehr müde.