Checkup, Donnerstag 20.8.2026

Nach der Aufregung des Vorabends eigentlich recht gut geschlafen, zumindest erinnere ich mich nicht an längere Wachphasen. Mit dem Weckerlicht aufgewacht und mit -piepsen um Viertel nach sechs aufgestanden, ziemlich perfekt eigentlich, aber das Schlafdefizit der letzten Tage ist natürlich trotzdem nicht aufgeholt. Ich warf einen Blick auf die Dachterrasse und goss ein bisschen, denn der angekündigte Regen war bis jetzt ja nur sehr halblebig zu sehen, und warm war es ja leider immer noch. Dann Versorgung des Floh-Mutterschiffs, Tee und schreiben, alles mit einem halben Blick auf die Uhr, schließlich war ich ab halb neun im Intensivkurs eingeplant. Bin ich nicht mehr gewöhnt!
Also zügiger Morgen, nach dem Tee ging ich duschen, dann vom Liebsten gemachtes Müsli, und tatsächlich war ich um Viertel nach acht fertig und startklar, inklusiver einer Kanne Kräutertee für den Vormittag.

Sehr intensives Arbeiten bis Viertel nach eins, aber auch erfolgreich – die Vorbereitung vom Tag davor hatte sich gelohnt. Nette Gruppe, meine Planung passte, wir kamen gut voran und ich hatte sogar zwischendrin einmal Zeit, mir einen Kaffee zu holen und durch meine Mails zu gehen. Ich weiß schon, warum ich eigentlich sehr gern unterrichte. (Wenn es halt nur nicht so wahnsinnig zeitaufwendig wäre.)
Mittagspause bis zwei mit dem Liebsten: Restliches Ofengemüse, und danach einen Espresso und unsere neueste Errungenschaft. Der Liebste hatte nämlich am Morgen noch aus der „Infusion“ aka Espressomilch und den weiteren Zutaten (vor allem Zucker und Sojasahne und Bindemittel) morgens noch eine Eis-Grundmasse gemixt und sie für eine Stunde in die Eismaschine gesteckt. Dann in unsere neuen Boxen abgefüllt (das Eis sollte noch vier Stunden in die Gefriertruhe), und mittags war es dann fertig. Und oh du meine Güte, es ist SO gut geworden. Genau so cremig, wie ein Eis sein muss, und geschmacklich topp (erinnert ein bisschen an helle Schokolade mit „Kaffee“-Geschmack, keine Ahnung, ob es die noch gibt). Wahnsinnig lecker. Auch die kleinen Boxen sind perfekt, es ist genau die richtige Portionsgröße und man hat kein Gedöns damit, das Eis mit Löffeln aus einem Container zu kratzen. Sehr, sehr zufrieden. Als Nächstes auf der Wunschliste: Schokolade, Haselnuss und Zitrone. Die gehen hoffentlich ganz einfach zu machen.

Nachmittags dann viel Orgakram, teilweise bisschen unbefriedigend (Leute nicht erreichbar wegen Urlaub, Dokumente nicht da wegen keine Ahnung) und teilweise aus technischen Gründen schlicht todesnervig: Das OneNote hatte meine Unterrichtsplanung von vorgestern gefressen, die Seite war einfach leer, und als ich sie aus einem anderen Dokument wieder rauskopieren und einfügen wollte, tauchte sie plötzlich doch wieder auf, sodass ich zwei Tabellen übereinander liegen hatte und nicht mehr getrennt bekam. Und am Ende halt doch alles löschen musste. Dann wollte Teams mir die eingebetteten OneNote-Seiten nicht mehr anzeigen (das Problem hatten einige Kolleg:innen auch schon), und als dann auch noch die Meldung kam, mein Mail-Speicher sei zu 99% voll, hatte ich keine Lust mehr. Die Info über die Mails kam vom Technik-Kollegen, der mir „Archivierung“ vorschlug, nur habe ich die Archivierungsfunktion bei Outlook schon mehrfach versucht, und das Ergebnis sind zwei komplett chaotisch angelegte Archive, und die Hälfte meiner archivierten Mails sind verschwunden. Gibt es eine schlimmere Firma als Microsoft? (Rhetorische Frage.)

Ich hörte um halb fünf auf jeden Fall mit der Arbeit auf. Der Liebste (der übrigens gerade dabei ist, Debian auf seinem Laptop zu installieren, ich wünschte, ich dürfte das beim Krümellaptop auch) ging aus dem Haus, das gebuchte Auto holen, und ich gab dem Kater (der sowieso seit einer halben Stunde mit Erwartungshaltung um mich herummarschierte) ein Milchschnurr, und während er das aufschleckte, baute ich schnell die Box zusammen und packte ihn dann einfach so ein. Er war vermutlich so überrascht, dass er in der Box saß, bevor er Zeit hatte zu zappeln oder sich zu wehren. Das wird das nächste Mal vermutlich nicht so leicht gehen.

Dann also Tierärztin zum Durchchecken und Impfen. Ziemlich lange Wartezeit, es war viel los. Bisschen blöd für den armen Kater, der aber nach viel Miauerei im Auto im Wartezimmer sehr brav (und leise) in seiner Box saß, vermutlich eingeschüchtert von den anderen Tieren.
Der Check war okay, es geht ihm augenscheinlich gut und die Impfung war schnell erledigt. Nur nicht so schön: Er hat seit dem letzten Wiegen 200 Gramm abgenommen, und wir haben jetzt die Hausaufgabe, ihn wöchentlich zu wiegen, damit wir bei einem weiteren Gewichtsverlust reagieren können. Außerdem sollen wir zusehen, dass er gut frisst (eventuell ein Appetit anregendes Mittel geben), und einen zweiten Versuch mit dem Nieren-Diätfutter probieren. Da klappt ja das Trockenfutter in Mischung mit dem normalen Futter einigermaßen, das Nassfutter mag er nicht. Okay. Die Ärztin vermutete, dass eventuell auch die Trauerphase nach Magis Tod dafür verantwortlich sein könnte (denn natürlich sagten wir Bescheid, dass wir ab jetzt nur noch mit einem Kater kommen werden), aber insgesamt müssen wir es beobachten.
Sehr positiv aber: Es gibt ein kombiniertes Präparat gegen Endo- und Exoparasiten, wir müssen also nicht an zwei Sachen denken, und dann ist es auch noch ein Spot on-Präparat. Wir sparen uns also das Tablettengedöns. Das ist doch mal eine sehr praktische Sache.

Um halb sieben waren wir daheim. Ich holte noch schnell die Gemüsekiste der urlaubenden Nachbarn von zwei Straßen weiter (die werden wir drei Wochen lang haben) und verräumte dann daheim erst einmal Tonnen an Gemüse, während der Liebste sich um seinen Linuxrechner kümmerte. Wir haben ja noch ein paar geerntete Sachen von unserer Dachterrasse, dann ist am Mittwoch unsere eigene Gemüsekiste gekommen, jetzt die von den Nachbarn und außerdem war die Nachbarin am Mittwoch noch vorbeigekommen und hatte Gemüse und Kartoffeln aus ihrem Kühlschrank gebracht, die sie nicht verbraucht bekommen hatten. Jetzt ist es halt schon sehr, sehr viel (Tonnen an Tomaten, Zucchini, Auberginen, Petersilie, und ein Hokkaido war auch dabei). Macht aber nix.

Einen guten Teil verkochten wir gleich am Abend. Das Rezept (aus einem alten VF&L-Heft) war ein Maghreb-angehauchter Eintopf mit Berglinsen, vielen Tomaten, Auberginen und Zucchini, mit Limette und Ras el Hanout abgeschmeckt und schon sehr lecker. Mich störte nur die Konsistenz ein wenig (die Zucchini etwas glibberig, die Cherrytomaten mit dicken Schalen – typisch Freiland). Aber trotzdem gutes Essen.

Sonst wenig Spannendes. Ein alkoholfreies Bier zum Essen, unfallfrei – nachdem der Liebste am Vorabend zwei Flaschen Bier ins Gefrierfach gelegt hatte zum schnellen Runterkühlen, und sie dort über der ganzen Floh-Aufregung prompt vergessen hatte. Davon bekam ich allerdings nur als Erzählung etwas mit, ich war ja im Unterricht, und als ich mittags runterkam, war der Gefrierschrank schon wieder geputzt und grundgereinigt. (Zwei geplatzte Bierflaschen in den Schubfächern sind gar nicht mal so toll.)
Abends also keine weiteren Unfälle mehr. Ich setzte mich mit dem Kater ein bisschen bei angenehmen Temperaturen auf den Balkon und schaute mir den immer noch kaputten und vertrockneten Garten an (so viel könnten wir gar nicht manuell gießen, wie der Garten bräuchte), schließlich Rückzug zum Sternentor aufs Sofa. Ins Bett mit zwei Yogadecken.