Unruhige Nacht, nicht zuletzt deshalb, weil ein sehr unruhiger kleiner Kater im Schlafzimmer sehr aktiv war, auf die Dachterrasse kletterte, im Zimmer herummarschierte, aufs Bett sprang und über mich hinweglatschte… Irgendwann, mitten im Halbschlaf, war ich der Meinung, zwei Katzen gehört zu haben, und ging fest davon aus, Magi sei mit ins Zimmer gekommen. Dauerte ein bisschen, bis mir klar wurde, dass das ja wohl eher nicht der Fall war.
…blödes Gehirn.
Um zehn nach sechs auf jeden Fall aufgestanden, todmüde. Katerversorgung und Küchenrunde bei Kunstlicht – es ist nicht nur morgens noch nicht so richtig hell, es hingen auch tiefdunkle Regenwolken am Himmel. War auch alles nass. Mal sehen, wie das die nächsten Tage mit Regen weitergeht. Wirklich kalt soll es aber nicht werden.
Ruhiger Morgen mit Tee, schreiben und Brot mit etwas merkwürdiger veganer Wurst (so Lyoner-ähnlich) zum Frühstück – wir müssen echt aufhören, immer die veganen Sachen aus dem „kurzes MHD“-Regal mitzunehmen. Gesundheitlich hatte ich auf jeden Fall schon mal ein besseres Frühstück. Egal. Um kurz vor acht verabschiedete sich der Liebste und ich ging für eine Stunde auf die Yogamatte.
Guter Kurs, und erstaunlicherweise bildete ich mir ein, dass ich auch kräftiger war und die anstrengenderen Positionen (Hund, Dreieckshaltung, so was) mir weniger ausmachten. Das kann nach gerade zwei Mal Hardcore-Fitness eigentlich ja nicht sein. Es lief auf jeden Fall rund. Beim Shavasana am Ende dämmerte ich allerdings so leicht weg, was kein gutes Zeichen ist (man soll bei der Abschlussmeditation entspannen, aber nicht einschlafen). Müde halt.
Nach Körperpflege und Tee- und Kaffeekochen war ich um zehn am Schreibtisch. Der Vormittag war mit einem Meeting und relativ viel Kommunikation belegt. Vom kranken Kollegen übernehme ich nicht nur zweimal Unterricht, sondern auch seine Orga-Aufgaben, und das ist nicht so wenig. Trotzdem kam ich am Vormittag gut durch.
Mittagspause ab halb eins mit der restlichen Soljanka und danach einem Becher Vanilleskyr. Der Liebste kam um kurz nach halb zwei, um daheim weiterzuarbeiten. Da war ich mit der Pause eigentlich schon mehr oder weniger durch und gerade auf dem Weg nach oben, um einen zwanzigminüten Mittagsschlaf einzulegen. Das klappte auch. Marginal weniger müde arbeitete ich ab zwei weiter.
Nachmittags dann eine Mischung aus Orgakram, zwei spontanen Calls, bisschen Mails und viel Unterrichtsvorbereitung. Der Kurs, wo ich den Kollegen vertreten muss, ist mir aus diversen Gründen weniger vertraut (Format, Material), und ich brauchte ziemlich lang, um mir alles anzuschauen und mir ein sinnvolles Konzept zu überlegen. Zumal ich nebenher eben noch das andere Zeug im Blick zu behalten hatte. Immerhin, großer Vorteil, war es im Haus mit 22 Grad okay, was die Temperaturen anging – draußen dagegen wurde es am frühen Abend wieder wärmer. Regen den ganzen Tag über übrigens: kein Tropfen.
Gegen halb sieben machte ich Feierabend und kümmerte mich mit dem Liebsten gemeinsam ums Abendessen (nachdem ich ihn erst einmal davon abhalten musste, das falsche Gericht zu kochen – es gibt nicht ohne Grund einen Wochenplan). Am Morgen war die Gemüsekiste gekommen und der Kühlschrank mehr als voll, wir machten also zwei Bleche einfaches Ofengemüse: Zucchini, Auberginen, Cherrytomaten, Pilze, Frühlingszwiebeln, Kartoffeln. Alles mit viel Olivenöl, später auf dem Teller noch ein bisschen Mayo-Sriracha und Kräutercreme: Perfekt.
Ansonsten blätterte ich ein bisschen durchs neu bestellte Rezeptbuch: Nachdem wir jetzt eine Eismaschine haben, brauchen wir auch vegane Rezepte. Das Buch (die vegane Eis-Bibel aus dem Christian Verlag, leicht schwachsinniger Name, aber naja) ist so ein Grundlagenbuch, in dem es nicht nur 120 Rezepte gibt, sondern jede Menge „Theorie“ und Zutaten und so erklärt werden. Las sich alles ausgesprochen schlüssig. Der Liebste ging gleich mal in den Supermarkt nebenan, ein paar Zutaten holen (Sojasahne mit 33% Fett, Traubenzucker) und setzte dann eine „Infusion“ aus Sojamilch und Espressobohnen an für ein White Coffee-Eis. Ich hätte ja erst einmal mit einem „einfachen“ Vanilleeis gestartet, aber wie ich dem Buch entnehmen konnte, scheint ein gutes Vanilleeis so ziemlich zur Königsklasse zu gehören.
Okay. Wir werden also experimentieren. Dabei mag ich Eis gar nicht mal so sehr, aber praktischerweise brachte der Liebste ebenfalls acht kleine Boxen mit Deckel mit, sodass wir das Eis in kleineren Portionen einfrieren können. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit sehr, dass es frisch bleibt und individuell gegessen werden kann.
Dann Stargate auf dem Sofa, und das wäre ein schöner, ruhiger Abend geworden, wenn es mich nicht plötzlich auf dem linken Arm gekrabbelt hätte. Ich schaute genauer hin und fing tatsächlich einen Floh, Himmel noch mal. Das brachte die Ruhe zu einem schnellen Ende: Der Liebste flößte dem Kater das Flohmittel ein (da waren wir die letzten Wochen sehr nachlässig – kein Wunder, hatten halt auch beiden Katern insgesamt eine Tonne anderer Medikamente zu geben), und dann saugten wir das Sofa und beide Betten ab (und die ganze Umgebung drumherum), tauschten die Decken aus, zogen alles ab und bezogen es neu. Und ich fiel um halb elf todmüde ins Bett. Nur mit meiner gelben Yogadecke zugedeckt, denn um neun hatte es plötzlich draußen ziemlich gewindet und dann war die Temperatur am Abend auf locker 28 Grad gestiegen. UNFASSBAR warm, keine Ahnung, wo diese heiße Luft jetzt plötzlich herkam. Fenster öffnen war also eher schwierig, musste aber trotzdem gemacht werden, und insgesamt waren das alles nicht die optimalen Bedingungen für eine entspannte Nacht.