Tropfendrama, Dienstag 1.9.2026

September, und pünktlich dazu wird das Wetter herbstlich. Fühlte sich zumindest morgens so an, beim Aufwachen (zehn nach sechs, kurz vor Wetterlicht) dämmerig und sehr feucht, es schien in der Nacht wieder geregnet zu haben. Dazu richtig kühl. Der Blick auf die Dachterrasse brachte noch eine Handvoll Cherrytomaten und eine kleine Paprika, die Zucchini waren alle im kleinen Stadium vergammelt. Da wird vermutlich keine weitere Frucht mehr zu ernten sein.
Nach dem Aufstehen erst einmal Katzenmaintenance – der Kater fand das Futter blöd, und das Auge war komplett tränig und sabberverschmiert, was vermutlich an den Augentropfen abends liegt – und Küchenrunde, und als der Liebste dann wach war, nächstes Mal Augentropfen. Ging gut, aber der Kater fand es halt total bescheuert und ging erst mal raus. Wie wir das neun Mal pro Tag machen sollen, ist mir bis jetzt noch ein Rätsel.

Erst einmal Tee und Frühstück (Brot mit Kräuterfrischkäse), um halb neun Blick in Arbeitsmails, dann Körperpflege. Um Viertel nach neun war ich richtig am Schreibtisch.
Geruhsamer Arbeitsvormittag mit einem längeren und einem kürzeren Onlinemeeting, Textkorrekturen und ansonsten Orgakrams. Punktiert von Kaffee, Tee und einer Runde Garten, wo wir dem Kater die Tropfen gaben. Eigentlich sollten wir die zwei verschiedenen Tropfen mit etwas Abstand geben, aber im Sinne der Katzenbelästigungsminimierung versuchten wir beide gemeinsam, Termine bündeln und so. Daraufhin siffte das Auge allerdings deutlich mehr. Ab der dritten Runde mittags gingen wir also wieder auf den zeitversetzten Modus zurück (ungefähr 30 Minuten Abstand).

Mittagspause mit restlicher Minestrone allein, weil der Liebste komplett mit Terminen zugeballert war und aus seinem Arbeitszimmer quasi nicht rauskam. Sofern seine Meetings überhaupt klappten: Als ich mit meiner kleinen Box einen Podcast weiter hören wollte, war ich kurz irritiert, dass ich stattdessen unverständliche Meetingkommentare übertragen bekam. Blöd halt, dass das eigentlich ein Stereo-Boxenpaar ist, von dem eine Hälfte beim Liebsten im Zimmer steht, und immer noch aneinander gekoppelt, wenn der Liebste also seine Box an hat, höre ich sein Audio bei meiner auch. Ups.
Apropos gekoppelt: Meine beiden Banking-Apps und die SecurePro-App habe ich auf dem neuen Handy aktiviert. Die Bund ID-App ging nicht so einfach und wurde erst einmal verschoben, und der MS-Authenticator ging wenig überraschend gar nicht, es wurde ein privates Konto und Cloud-Zugang und Pipapo verlangt. Drecksfirma.

Um halb drei, nachdem ich dem Kater im Garten noch eine Katzenwurst zugesteckt hatte (insgesamt fraß er sehr wenig den Tag über), radelte ich ins Büro. Zweieinhalb Stunden vor Ort, Sachen mit Kolleg:innen besprechen, einen Stapel Rechnungen schreiben, wichtigen Orgakrams erledigen und mein Arbeitshandy einpacken. Da es seit einer Woche unbeaufsichtigt im Büro lag, war der Akku leer und es hatte sich ausgeschaltet. Nicht schlimm, aber ich freue mich drauf, wenn mein Fairphone zum alt-neuen Arbeitshandy mutiert. Das uralte iPhone ist einfach mittlerweile ein bisschen nervig. Auch wenn es ein praktisches Format hat.

Um halb sechs war ich daheim und beschloss, den Arbeitstag abzuschließen, auch wenn das wieder Minusstunden bedeuten würde. (Im August, habe ich, unter anderem auch wegen meiner letzten Weiterbildungsrunde, ziemlich Minusstunden gemacht, und gleich mache ich mir wieder Gedanken. Andererseits bin ich immer noch sehr im Plus, und die Zielsetzung des Sommers war ja Stundenabbau. So gesehen alles richtig.)
Daheim begrüßte der Liebste mich mit der frohen Nachricht, dass er einen Teil der nächsten Augentropfenrunde bereits allein hingekriegt hatte. Wir machten die zweite Hälfte gemeinsam und kraulten den Kater danach noch etwas – im Garten ist er deutlich weniger gestresst, scheint mir. Er kam sogar bald darauf rein und fraß ganz okay. SEHR gutes Zeichen.

Mehr oder weniger gemeinsames Kochen – nachdem er Gemüse gewaschen und geschält und eine Charentais-Melone für den Nachtisch vorbereitet hatte, schickte ich den Liebsten aus der Küche: Er hatte sowieso noch Zeugs zu tun und war insgesamt furchtbar gestresst und etwas schlecht gelaunt. Ich machte den Rest also allein fertig, und um acht hatten wir einen Kartoffelbrei mit roten Linsen (das Rezept schlug ihn eher mediterran mit Olivenöl und Rosmarin vor, was keine schlechte Kombination ist, klassisch mit Rapsbutter und Hafermilch mag ich ihn allerdings lieber), dazu eine Schüssel Cherrytomaten-Gurkensalat. Dazu briet ich die zweite, aufgetaute Packung Rügenwalder Cordon Bleu an. Platz im Gefrierschrank war dringend nötig, denn der Liebste hatte mittags die Eismaschine laufen lassen und acht Becher Mohn-Marzipan-Eis in den Gefrierschrank gefüllt. Bin sehr gespannt, wie es geworden ist.

Bei uns beiden war abends dann ein bisschen die Luft raus. Die letzte Augentropfen-Runde mit dem Kater klappte zwar ganz okay, und er legte sich danach sogar entspannt zum Schlafen zu uns aufs Sofa (sehr erleichtert!), aber insgesamt ist das echt ein ziemlicher Mist. Nicht nur, dass es den Kater stresst und uns stresst und einfach alle gestresst sind, wir müssen auch unseren Alltag ziemlich auf die Medikamentengabe alle drei Stunden einrichten. Ich bin nur froh, dass wir beide diese Woche recht problemlos daheim arbeiten können (bei einer vollen Woche weiß ich nicht, wie das geworden wäre). Hoffentlich ist es beim Kontrolltermin nächste Woche schon viel besser.

Nun ja. Auf jeden Fall lagen wir zu dritt auf dem Sofa und schauten erst Blaulicht, dann Sternentor, und ich glotzte nebenher faul in mein (altes) Handy und ließ Hamster explodieren (exploding hamsters – momentan mein schlechte-Angewohnheit-Daddelspiel, irgendwann muss ich das mal wieder sein lassen). Richtig müde wurde ich davon nicht, deshalb erst um kurz nach elf ins Bett und dort noch ein bisschen doof wach gelegen. Arbeitssorgen, Katersorgen, generelle Missstimmung. So sehr ich mich über den Spätsommer und auf den Herbst freue: Auf Herbstmelancholie habe ich eigentlich keine Lust.