Kräftiges Gewitter in der Nacht, ich wachte von Blitz/Donner/Regen auf (kein Kater da, mir blieb nur das Mantra „er ist ein großer Kater, er ist ein großer Kater…“). Morgens immer noch leichter Regen, die Luft hatte angenehm abgekühlt. Als ich aufstand, hatte es im Schlafzimmer aber immer noch 23 Grad. Der Kater kam kurz darauf angeschlappt. Alles normal bei ihm (Katzenklo-Fressen-Sofa), nur das Auge tränt immer noch. Okay. Normale Morgenroutine, aber irgendwo würde ich an diesem Tag vermutlich Einkaufen *und* Tierarzt unterbringen müssen. Spoiler: klappte auch, wurde aber durchgetaktet. (Überstundenkonto sei Dank.)
Erst einmal Morgenroutine, Tee, Müsli zum Frühstück, schreiben, ausführliche Körperpflege. Um kurz vor neun war ich am Schreibtisch. Den Vormittag über noch ein bisschen Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, außerdem administrativer Orgakram – es ist immer noch deutlich Urlaubszeit und deshalb wenig los. Ich bekam die Zeit aber ausgefüllt. Und schaffte um halb zwölf endlich die Tierärztin telefonisch zu erreichen: Termin gleich am Abend, na immerhin.
Ab zwölf dann Skandinavierkurs bis halb zwei, der insgesamt eigentlich gut lief, nur war ich mit meiner Zeitplanung sehr unzufrieden. Obwohl ich vorher schon insgeheim vermutete, dass das so nicht klappen kann wie eingeteilt. Nun ja.
Lange Mittagspause. Der Liebste war um halb zwei ins Büro gefahren (und hatte mein Lenchen dafür genommen, kaum läuft sie wieder…), also aß ich allein (restliches Gulasch) und las dabei Aua von Axel Hacke zu Ende. Ja, nettes Buch, amüsant und anregend zu lesen, nur am Ende vielleicht ein ganz kleines bisschen zu viel philosophisches Gelaber. Aber das ist vielleicht so, wenn man 70 wird, keine Ahnung.
Nach dem Essen kurzer Blick in den Laptop (alles gut, alles ruhig), und dann holte ich mir unseren Wagen (…musste dabei erst einmal sechs oder sieben Spinnen entfernen, die sich alle in unserem Schuppen auf dem zusammengeklappten Wagen breitgemacht hatten) und ging auf größere Einkaufsrunde zu Alnatura und dm. Erstaunlich warm draußen mittlerweile: Ich hatte eine lange Hose, Füßlinge und Sneaker an und war wieder daheim doch ganz schön überhitzt. Dabei hatte ich mittags sogar noch im Strickjäckchen unterrichtet.
Daheim Zeugs wegräumen und noch zwei Stunden Orgakrams abarbeiten, außerdem Diät-Katzenfutter bestellen. Als der Liebste heimkam, dritter Einkauf im Supermarkt nebenan (in erster Linie Wasser und Sachen für das kommende Eis), damit sind Kühlschrank und Regale wieder voll. Unter anderem lagert im Kühlschrank jetzt eine Charentais-Melone, die fast schon unangenehm reif duftet.
Den Tierarzttermin hatten wir um halb sieben, und das reichte uns gerade noch, um vorher zu kochen, einen großen Topf Rumfort-Minestrone mit restlichen Zucchini, Karotten, Sellerie, Lauchzwiebeln, Petersilie, grünen Bohnen, Weißkohl und einer Fleischtomate. Der Topf konnte dann noch ein bisschen durchziehen, während wir den Kater einpackten und ins Nachbarviertel fuhren.
Dort recht lange Wartezeit (unter anderem zwei entzückende Hunde, einer davon noch ein Baby, und ein Kater mit etwas größerer Verletzung im Brustbereich), um Viertel nach sieben kamen wir schließlich als letzte dran.
Und es stellte sich schnell raus, dass es sehr gut war, gegangen zu sein, denn der Kater hat eine ziemlich große Hornhautverletzung im linken Auge. Keine Ahnung, wo er sich die zugefügt hat (unter dem alten Ziegenstall – bevorzugter Schlafplatz – einen Strohhalm ins Auge gerammt?), aber es sieht auf jeden Fall nicht so schön aus (sie träufelte grünlich fluoreszierendes Zeug ins Auge, damit war es gut zu sehen) und muss intensiv behandelt werden. Intensiv heißt mit Augentropfen, mehr oder weniger ständig. Das wird ganz klasse: Nicht nur bedeutet das Home Office für uns beide mindestens die nächste Woche (wir sollten zu zweit sein, einer muss festhalten, die andere tropfen), wir müssen auch dem Kater ständig auf die Nerven gehen. SUPI! Zwei verschiedene Präparate, das eine fünmal pro Tag, das andere viermal pro Tag, und zwar mit leichtem zeitlichen Abstand, also neunmal täglich dem Kater auf die Pelle rücken. Hurra. Und in einer Woche dann Kontrolltermin.
Erst einmal fuhren wir wieder nach Hause (auf dem Rückweg ein UNFASSBAR intensiver doppelter Regenbogen), gaben dem Kater seine Katzenwurst, machten uns ein paar Farfalle und aßen unsere Minestrone. Dann gleich mal erste Runde Tropfen, ging ganz gut, die zweite Runde eine Stunde später aber nicht mehr so toll. Es tat dem Kater vermutlich weh oder zumindest erschreckte er sich über das kalte Zeug plötzlich in den Augen (man muss die Tropfen im Kühlschrank aufbewahren), auf jeden Fall raste er nach unten und verschwand erst mal. War zwar nach zehn Minuten wieder da und legte sich zu uns zum Schlafen, aber… trotzdem. Ich wohne ja mit meinem Haustier nicht zusammen, um es stündlich in Angst und Schrecken zu versetzen.
Restlicher Abend durchs Sternentor (Staffel acht, wir sind demnächst durch), ins Bett um halb elf. Schlafzimmer immer noch warm. Dieser beknackte Sommer könnte dann auch mal fertig sein. Dann wäre der Kater auch wieder mehr bei uns im Haus und würde sich vielleicht keine Strohhalme in die Augen rammen. Oder so.