Recht gut geschlafen, abgesehen von Deckenwechsel in der Nacht. Am Morgen ließ ich deshalb extra lang die Fenster im Obergeschoss offen: Es muss doch möglich sein, die Nachtkühle in die oberen Zimmer zu bekommen?
Aufgestanden um zwanzig vor sieben, später als gewollt. Morgenroutine, Katzenmaintenance – der Kater fraß gut, verschwand aber bald wieder raus, noch bevor ich mit Teekochen fertig war, und bevor wir ihm seine Tropfen hätten geben können. Nun gut. Im Garten funktioniert das insgesamt sowieso besser. Trotzdem froh, wenn das alles wieder verheilt ist. Zumal ich für diesen Tag Büro geplant hatte, jetzt eben nur einen halben Tag, um dem Liebsten nicht alle Tropferei allein zu überlassen. Erst einmal also Tee, Müsli zum Frühstück, zwischendrin die erste Runde getropft, dann Körperpflege, Sachen zusammengepackt, zweite Runde Tropfen und auf halb zehn radelte ich ins Büro – eine halbe Stunde später als gedacht, aber oh well.
Ein sehr arbeitsintensiver Vormittag: Das Meeting mit der Kollegin, das von zehn bis elf angesetzt war, dauerte am Ende bis fast halb eins, weil wir einfach so viele wichtige Themen durchzugehen hatten. Alles QM-bezogen, und ich muss schon sagen: Ich bin sehr froh, dass ich diesen Bereich nicht mehr allein beackere. Auch wenn wir das jetzt als Team intensiver angehen und mir daraus natürlich sofort eine ganze Latte an weiteren Aufgaben erwuchs. Auf die ich allerdings jetzt auch richtig Lust habe, weil der Kontext stimmt.
Auf eins radelte ich wieder nach Hause und fand dort einen sehr gestressten Mann, der in einer Marathonkette an Meetings festhing. Deshalb machte ich schnell selbst eine frische Portion Nudeln mit der restlichen Bolognesesauce. Ab halb zwei war ich wieder am Schreibtisch.
Ebenfalls arbeitsintensiver Nachmittag: Neben einer kurzen Besprechung mit dem Chef und ein bisschen organisatorischem Alltagskrams startete ich gleich mit dem Thema durch, das ich mir vormittags ans Knie gebunden hatte. Erst einmal zwei Protokolle fertig gemacht, dann ein bisschen herumgesucht: Ich werde für ein Tool, das wir viel nutzen, eine Art Anleitung schreiben, und muss mir gut überlegen, einmal wo ich die Informationen herbekomme, damit ich nicht überall von Null anfange, es gibt nämlich schon einiges. Und dann welches Format sinnvoll ist. Ich würde ja gern von doofen Word-Dokumenten wegkommen und auch ein PDF finde ich nicht optimal (ich habe keine Lust auf seitenlanges Scrollen). Ich hatte deshalb zuerst ein OneNote im Sinn, aber naja, es gibt halt Einschränkungen: Blödes Microsoft, lädt langsam, zickt rum, und Layout ist auch eingeschränkt. Deshalb kam mir irgendwann der Gedanke eines Wiki. Da bin ich nun nicht wirklich drin, aber – mal sehen. Es gibt ja Tools und so. Ich befragte LeChat und ließ mir eine Aufstellung zusammenstellen, und natürlich unterhielt ich mich auch ausführlich mit dem Liebsten darüber (er hat für den Bastelverein ein Wiki erstellt). Der war natürlich sofort Feuer und Flamme und begann selbst herumzusuchen. Mal schauen, wie ich das am Ende mache (es soll ja auch eine Lösung sein, die funktioniert, ohne von mir abhängig zu sein).
Um kurz vor sieben machte ich Feierabend. Der Kater war zwischendrin von uns mit den Tropfen immer wieder versorgt worden (bin sehr stolz auf uns, dass wir fast Halbzeit haben und bis jetzt ganz brav im Rhythmus sind, und noch stolzer bin ich auf die tolle, tapfere Katze), ich besuchte ihn einmal kurz im Garten und ging dann die Urlaubsnachbarkiste drei Straßen weiter holen. (Nette Unterhaltung mit einem ehemaligen Kursteilnehmer auf dem Weg, dem mittlerweile in der Südstadt zwei Häuser gehören – gut für ihn, aber wie er das finanziert, würde mich schon interessieren, die Südstadt ist ridiculously teuer.)
Sehr schöne Gemüseausbeute dieses Mal mit Paprika, einem Hokkaido (…die sind ja zumindest optisch schön), Stangenbohnen, Knoblauch, Zwiebeln und Lauchzwiebel, Tomaten, einer kleinen Charentais-Melone und einem kleinen Säckchen mit Mirabellen. (Diese definitiv nur für den Liebsten, aber generell weiß ich die Auswahl und die absolute Regionalität und Saisonalität ja schon zu schätzen.)
Entspannter Abend für mich (für den Liebsten nicht so, er hatte einen stressigen Tag gehabt und dazu den ganzen Tag blödes Kopfweh, mäh). Ich übernahm das Kochen, auch wenn es sich ein bisschen hinzog und wir am Ende erst um halb neun essen konnten. Dafür aber ein wunderbares Curry mit weißen Riesenbohnen, Blumenkohl und Tomaten (eine Mischung aus Tomaten von unserer Dachterrasse, von der Urlaubsnachbarkiste und unserer Gemüsekiste). Sehr schönes Essen (Riesenbohnen hatten wir schon ewig nicht mehr).
Letzte Katertropfengabe, und er kam trotzdem danach rein und legte sich zum Pennen bei uns aufs Sofa, während wir ein paar Sternentor-Folgen sahen. Und als wir um halb elf ins Bett gingen, schlappte er mir sogar hinterher und rollte sich auf dem Bett zusammen. Offensichtlich findet er uns also nicht GANZ doof. Und das Auge sah abends auch schon wieder ein bisschen besser aus. Deshalb ganz vorsichtige Erleichterung bei mir.