Alltagschronik, Mittwoch 23.9.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Okay geschlafen, abgesehen von der Viertelstunde mitten in der Nacht, in der der Kater laut schimpfend durchs Schlafzimmer marschierte – keine Ahnung, was er wollte. (Futter war unten.) Irgendwann trollte er sich und ich schlief wieder ein bis zum Weckerlicht um sechs.
Morgenroutine im Stockdunkeln – eigentlich hätte man auf der Dachterrasse gießen müssen (es gibt noch ein paar Tomaten und Paprika), aber es war tatsächlich zu dunkel dafür. Auch sonst wenig Zeit, schnelle Küchenrunde, der Liebste machte uns ein Porridge mit zwei letzten, überreifen Bananen.
Da mein Laptop Aufmerksamkeit in Form von Updates und Neustarts und so weiter wollte, kein Schreiben, stattdessen las ich einen Artikel im August-Heft der Blätter (wir haben wieder das dreimonatige Sommerabo). In diesem Fall eine ziemlich vernichtende Bewertung des Groko-Reformpakets, das im Sommer vorgestellt wurde. Okay, das war nun tatsächlich keine neue Information, aber insgesamt eine sehr scharfsichtige Analyse. Die Blätter lohnen sich wirklich sehr. Ich weiß nur, dass wir bei einem dauerhaften Abo nie im Leben zum gründlichen Lesen kommen würden und sehr bald einen Stapel ungelesener Hefte im Wohnzimmer hätten. Schlechtes Gewissen inklusive.

Früher Aufbruch ins Büro (der Kairo-Kollege hatte einen frühen Start), um zehn vor acht radelte ich los. Für den Tag war warmes Wetter angekündigt, weshalb ich eine langärmlige Bluse, Strickjäckchen und drüber nur meine weiße Windjacke hatte, was für den Tag auch okay war (das Strickjäckchen zog ich um halb elf aus), aber morgens beim Radeln: Jungejunge, ganz schön frisch mittlerweile. Handschuhe wären kein Fehler gewesen. Im Kontrast dazu hatten wir mittags die Fenster auf und es kam warm ins Büro – die Kollegin meinte, es würden am Wochenende 30 Grad. Das ist wohl leicht zu viel, aber es soll auf jeden Fall wieder ziemlich warm werden. (WARUM??)

Ein sehr arbeitsintensiver Bürotag. Neben Prüfungsgedöns (unser Problem vom Vortag war glücklicherweise delegiert und gelöst worden) war ich mit sehr viel Kommunikation beschäftigt, Fluten an Mails, klingelndes Telefon (…meine Güte, manche Leute sind kompliziert), viele „mal schnell eben“-Spontanbesprechungen. Dazu ein Social-Media-Fototermin, der glücklicherweise recht fix ging (ich habe keine Geduld für so was). Außerdem ein geplantes Meeting, bei dem, naja, ich überhaupt nicht ins Detail gehen kann, aber: Holla, da brennt an manchen Ecken (nicht bei uns, aber wir könnten Querschläger abbekommen) ziemlich der Baum. Die nächsten Monate werden spannend.

Mittagspause erst um halb zwei mit dem restlichen Kartoffelbrei und Gedöns. Ich war den ganzen Tag irgendwie unter Volldampf und hatte das Gefühl, durch die Gegend rennen zu müssen, deshalb keine lange Pause. Der Nachmittag wurde aber ein kleines bisschen ruhiger, ich konnte Orgakrams abarbeiten und hätte eigentlich um halb fünf heimgehen wollen. Nur dass ich dann noch bei der Chefin ins Büro latschte, um mit ihr einen Besprechungstermin abzumachen (eigentlich ein Ding von 5 Minuten), sie dann aber „noch eine kleine Frage“ hatte, ich dann auch „noch eine kleine Anmerkung“ dazu, dadurch kamen wir zu einem großen weiteren Themenfeld, wo es viel auszutauschen war, und naja, am Ende war es sechs, als ich rauskam. Und den Termin hatte ich, wie mir daheim einfiel, erst vergessen auszumachen.

Daheim war ich dann leicht unterzuckert und zittrig, weshalb ich mir erst einmal ein (alkoholfreies) Radler nahm und ein wenig mit dem Kater in den Garten ging. (Die vor ein paar Wochen neu eingepflanzte fette Henne blüht jetzt, mit allerliebsten minikleinen dunkelrosa Blüten. Die Bienen gehen auch hin.)
Dann gemeinsames Kochen: Aus frischen Fleischtomaten, Brokkoli, Pilzen, Oliven und Kapern eine Art Caponata-Pastasauce, dazu einfache Nudeln. Schnelles Essen. Das letzte weiße Schokolade-Eis als Nachtisch – mal sehen, ob wir jetzt ein bisschen pausieren oder zum Wochenende gleich das nächste Eis ausprobieren. (Kalorien- und fettarme Nachtische sind das nun nicht gerade.)

Ein ruhiger Abend auf dem Sofa mit etwas britischer Comedy. Recht bald wurden wir beide sehr müde und gingen nach oben, wo ich feststellte, dass es erst neun war. Das war dann vielleicht doch etwas zu früh für Lichtaus – obwohl der Wecker für den Donnerstag auf 4:45 gestellt war (Liebster zum Flughafen). Aber machte gar nix: Ich habe ja aktuell einen prima Krimi zu lesen, damit kann ich gern ein bisschen früher ins Bett.