Weinprobe und Regen, Donnerstag 1.10.2026

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Okay, Oktober. Großartige Jahreszeit eigentlich, wenn es halt nicht immer noch T-Shirt-Wetter (und nachts Fenster auf-Wetter) wäre und der ganze Garten ausgetrocknet wie die Sahara. Und alles um uns herum am Verrecken.
…großartig positive Gedanken am frühen Morgen, was teilweise auch daran lag, dass ich mal wieder unausgeschlafen war (mehrfach nachts aufgestanden, wach gelegen, und auf den Kater konnte ich es noch nicht einmal schieben, der kam nämlich „erst“ um zehn vor sechs), furchtbar müde und mit leichtem Kopfweh. Und echt angestrengt, auch wenn ich in dieser Runde nicht nach Indien fliege, sondern die Kollegin übernimmt. Aber ich mache halt den Teil von hier aus, und das ist echt, echt viel. Und viel nerviges Zeug. Dazu noch OP, Urlaub direkt davor, der wohl auch eher nicht erholsam sein wird, dann ausheilen, nach Indien im November, Jahresabschluss. Das so ungefähr die Perspektiven für das restliche Jahr.

Erst einmal aber Morgenroutine, übliche Küchenrunde und Katzenmaintenance. Es regnete ein paar Tropfen morgens (wirklich nur wenig, gerade so, dass die Luft unangenehm feucht wurde, der Garten aber nichts davon hatte), was zu einem merkwürdigen Licht während des Frühstücks (Müsli) führte. Nach ein paar Minuten schon wieder vorbei, sodass wir auf die Dachterrasse gingen, um dort zu gießen und eine Schüssel voller Paprika und Tomaten zu ernten. Und in Richtung Westen einen krass leuchtenden, vollständigen, doppelten Regenbogen zu sehen – so schön! Ich machte natürlich tausend Fotos, aber so richtig konnte man die Atmosphäre nicht einfangen. Nach ein paar Minuten war er auch schon wieder verblasst.
Der Liebste setzte sich anschließend aufs Mopedle, um auf den Berg zu fahren, und ich ging um kurz vor neun an den Schreibtisch, und zwar noch in Schlamperklamotten – komplettes Motivationsloch bei mir. Deshalb arbeitete ich auch nur eine halbe Stunde, schaute nach den wichtigsten Nachrichten und ging dann wieder an den privaten Laptop, die Mastodon-Lieblingströts zusammensammeln.

Und zwar besonders komfortabel: Wir hatten in einer Schublade nämlich noch eine alte Maus (Logitech inklusive Nupsi) gefunden, und die stöpselte ich an meinen Laptop. Natürlich, das ist ja ein Linux-Laptop, ging das nicht ganz so einfach wie ich es von Windows-Rechnern mit automatischer Koppelung gewohnt bin. Ich googelte also erst einmal („Linux Mind Logitech Maus koppeln“) und las eine ganze Reihe von diversen Beiträgen, Hilfe-Foren und Reddit-Seiten, die größtenteils aus „Hilfe, ich kann meine Maus nicht koppeln“ bestanden. Landete aber am Schluss doch auf einem Technik-Blog, in dem beschrieben war, wie das funktionierte. Ich bin generell bei solchen Sachen immer ein bisschen eingeschüchtert, weil diese Nerd-Kommunikation (und Linux-Nerds sind besonders gute Beispiele) die Tendenz hat, gern mal so ein paar kleine Zwischenschritte auszulassen, denn „das ist ja eh klar“. War hier mehr oder weniger auch so, aber der Vorgang war so einfach, dass ich es trotzdem hinkriegte: Konsole öffnen, Programm Solaar installieren (der Befehl, sudo apt-get install solaar, war freundlicherweise angegeben), dann öffnen und das Programm findet den Nupsi. Und koppelt dann die Maus, wenn man sie einmal aus- und wieder anschaltet. Dass man dann über die Konsole Solaar wieder ausschalten muss (exit), fehlte dann, weil „das ist ja eh klar“, aber ich kriegte es raus und habe jetzt eine Maus am Laptop. Kam zwar mit dem Touchpad auch zurecht, aber so ist es ein bisschen komfortabler.

Restlicher Tag dann einigermaßen produktiv, ich bekam eine ganze Reihe von meiner Erlediliste weggearbeitet. Tatsächlich kein einziger wirklicher Termin, so konnte ich konzentriert arbeiten. ENDLICH waren ein paar wichtige Ergebnisse vom August gekommen, dazu viel Vorbereitung für die Kollegin (die sich währenddessen auf den Weg machte und sich vom Flughafen aus meldete), und viel Kommunikation mit dem indischen Partner, der es schaffte, mir sechs Mal hintereinander das falsche Dokument zu schicken – oh well.

Etwas längere Mittagspause von halb eins bis zwei, weil der Liebste erst um kurz vor eins von seinem Termin zurückkam. Dann aber restliches Chili, eine Portion fror ich ein. (Und nahm dafür zwei „Beef“-Packungen fürs Abendessen raus, unsere Gefrierschubladen sind gerade ziemliches Tetris.) Nach dem Essen schnell aus dem Haus: Kurzentschlossen ging ich zum Weinhändler des Vertrauens und kaufte zwei Karten für die Weinprobe, die an dem Abend stattfand. Ich war da schon länger drum herumgeschlichen, hatte erst gedacht, der Termin ginge eh nicht wegen Indien, dann er ginge nicht wegen Freitag Arbeit. Das zweite Argument stimmte zwar immer noch, aber da ich sowieso nur einen halben Tag geplant hatte und es wenig dringende Sachen gab, entschied ich mich doch dazu. Die Weinproben dort sind nämlich toll und wir waren schon ewig nicht mehr.

Nachmittags weiter im Text, ganz erfolgreich und mit wenigen Störungen. Um halb sechs schloss ich den Arbeitstag ab.
Gemeinsames Kochen, jetzt ein klein wenig unter Zeitdruck, denn wir hatten ja nun einen Abendtermin. Das Rezept war aus Bosh Meat und wie alle Bosh-Rezepte relativ aufwendig (laut Rezept hätten wir dafür zwei Töpfe und drei Pfannen gebraucht), aber wir kürzten es ein bisschen zusammen und hatten am Ende, unter Zuhilfenahme der Like Meat-Beef Strips, einen „Fried Egg Rice“ (mit Tofu, Kurkuma und Kala Namak als „Ei“) und eben „Sticky Glazed Beef“ (mit einer sehr leckeren Stir Fry-Sauce, die ich irgendwann auch mal für Sticky Tofu probieren werde). Sehr gutes Essen.

Weil wir noch exakt eine Stunde hatten, bevor wir los mussten, schauten wir die letzte Folge von den Seven Dials an. Sehr schöne, spannende, gut gemachte Miniserie, mit zwar ein paar etwas unlogischen Elementen am Ende, aber was soll’s. Gute Auflösung am Schluss, guter Twist ganz am Ende (also quasi nach dem Schluss – ich wunderte mich schon, warum es nach der Antwort auf Whodunnit noch eine Viertelstunde weiter ging), insgesamt gute Unterhaltung.

Ab halb acht dann also zur Weinprobe. Wir waren schon ewig nicht mehr (das letzte Mal noch im alten Gebäude) und ich war sehr gespannt. Keine sehr große Gruppe (18 Personen), eine angenehme Atmosphäre und insgesamt ein sehr schöner Abend. Wir starteten mit einem Cava, dann drei Weißweine, ein Rosé, vier Rotweine, natürlich jeweils nur in sehr kleinen Portionen (ungefähr ein halbes Achtel – ein Sechzehntel?), und man hätte auch wegschütten können, wenn man nicht alles trinken wollte – machte ich aber nur zwei Mal. Damit war es vom Alkohol her gerade so, dass ich ihn am Ende merkte (und ich nicht noch mehr hätte haben wollen), aber ich nicht richtig betrunken war. Passte also genau.
Was merkwürdig war, war eher mein Geschmackssinn – irgendwie funktionierte der an diesem Abend nur so halb. Natürlich waren die Weine nicht alle nach meinem Geschmack, manche fand ich super, manche so mittelprächtig oder halt gar nicht mein Fall, aber bei fast allen hatte ich das Gefühl, sie hätten einen leicht bitteren Nachgeschmack. Was ich jetzt eher auf irgendeine Fehlwahrnehmung bei mir schiebe – vielleicht reagierten die Getränke auf etwas aus unserem Abendessen oder so. (Dem Liebsten ging es allerdings nicht so.)

Egal. Sehr schöner Abend, bei dem ich im Übrigen auch eine Menge mitschrieb, einfach weil es so viele spannende Informationen gab. Wir nahmen natürlich auch ein paar Flaschen mit – neben „normal“ geschlossenen, die wir kauften, bekamen wir noch drei offene Rotweinflaschen geschenkt, weil der Händler kürzlich eine Kollegentagung bei sich gehabt hatte und davon noch einige Probierflaschen offen waren. Wir bekamen den Rotwein mit der Info „vielleicht gehen sie nicht mehr so gut zu trinken, aber auf jeden Fall für ein Gulasch oder eine kräftige Sauce“, und mal schauen. Irgendwie kriegen wir ihn schon verbraucht.

Während wir mit Probieren beschäftigt waren, war das Wetter ziemlich umgeschlagen, oder na ja, abgekühlt hatte es kaum, aber es hatte kräftig zu regnen begonnen. Wir gingen also im strömenden Regen nach Hause, wo wir trotz Regenjacke und Schirm untenrum ziemlich klatschnass ankamen, aber egal – war ja nicht kalt. Obwohl es schon halb elf war und für uns deshalb dringend Zeit fürs Bett.