Recht okay geschlafen – gegen zu erwartendes Vogelgezwitscher am frühen Morgen nahm ich meine Loops in die Ohren, denn das gekippte Fenster wollte ich nicht gern zumachen. Mit Ohrstöpseln schlafe ich zwar auch nicht supergut, aber das war in diesem Fall das kleinere Übel (es gibt hier in den Gärten einen Vogel, der morgens zuverlässig wie ein piepsender Wecker, naja, piepst, und darauf kann ich verzichten). Morgens einigermaßen müde, zweimal snoozen, nun ja. Trotzdem recht guter Dinge vor der kommenden (kurzen) Woche. Der Liebste hatte die Kater schon versorgt, beide waren wieder auf dem Weg nach draußen. Es war trocken, aber bewölkt und eher frisch. Ich machte noch eine gründliche Küchenrunde und bestellte die Gemüsekiste – zwar hatte ich am Sonntag (hausarbeitsfrei) keinen Wochenplan gemacht, aber ich schaute halt, was es so in der Saison gerade gibt. Wenig überraschend grüner Spargel, außerdem Blumenkohl, Radieschen. Die Erdbeeren ließ ich weg, die bekommen wir regional in besserer Qualität vom Supermarkt nebenan.
Müsli zum Frühstück, etwas schreiben, dann machte sich der Liebste auf den Weg und ich hektikte unter die Dusche – ich wollte auf jeden Fall um neun im Büro sein, weil ich um halb zehn dort Unterricht hatte. Noch auf dem Weg nach oben kam aber die Nachricht, dass die Stunde ausfallen würde. Mir gar nicht so unrecht. Also nahm ich etwas das Tempo raus, schaute nach dem Richten noch einmal nach den Katern und war am Ende trotzdem um kurz nach neun im Büro. Übrigens mit roten Schuhen (also recht warm), Halstuch, Sommerpulli und weißer Jacke – pünktlich zu den Eisheiligen war die Temperatur achterbahnmäßig nach unten gegangen und es war nur einstellig (die weiße Jacke schon grenzwertig wenig).
Recht anstrengender, aber insgesamt erfolgreicher Arbeitstag. Vormittags wurde die geschenkte Stunde innerhalb kürzester Zeit von Orgakrams gefüllt, unter anderem von einer Kollegin, mit der ich spontan ein Meeting zur Planung des nächsten Jahres hatte. Die – recht neue – Kollegin hatte mir auf meine Bitte, mir mal zu schreiben und einen Vorschlag fürs Meeting zu schicken, nicht geschrieben, sondern stattdessen einfach einen Termin bei Outlook eingestellt – in anderen Firmen so üblich, ich weiß, aber bei uns nicht. Der Termin auf jeden Fall am Dienstag um halb neun, denn „da war bei dir noch frei“. Ja, kein Wunder, denn an dem Tag habe ich Abendkurs bis 19 Uhr und werde sicher nicht früh anfangen, harhar. Nun ja. Die Gepflogenheiten erschließen sich ihr hoffentlich bald.
Noch einen neuen Unterricht vor Ort gestartet (sehr nett, sehr ambitionierte Teilnehmerin), eine Tonne wichtiges Zeug weggearbeitet, lang mit einer (anderen) Kollegin Sachen organisiert, und plötzlich war es eins und dringend Zeit für die Mittagspause (allein und mit dem restlichen Bohnen-Mais-Eintopf – immer noch gut, aber ich hatte etwas Bauchweh danach).
Der restliche Arbeitstag war angefüllt von einer größeren Prüfungskorrektur und Nachbesprechung, von einem weiteren Planungsmeeting für nächstes Jahr (währenddessen vom Babyhund abgeschlabbert) und von etwas hektischem Mail-Abarbeiten – mir lief ein bisschen die Zeit davon. Draußen währenddessen gruseligstes Regenwetter: Es schüttete in einem Stück und war zwischendrin auch so windig, dass der Regen waagrecht gegen die Scheiben klatschte. Deshalb zögerte ich das Heimgehen etwas hinaus. Um kurz nach sechs ließen der Regen und vor allem der Wind etwas nach. Also schnell zur Post und dann heim – immerhin konnte ich jetzt den Regenschirm benutzen.
Daheim erst einmal nasse Schuhe und Hose gewechselt (der Rest war trocken geblieben) und Mann und Kater begrüßt. Der übernahm die Katzenfütterung, ich suchte Zutaten fürs Kochen zusammen und setzte mich dann hin und machte uns einen Wochenplan. Grüner Spargel: wohl eine Blätterteigtarte, Radieschen: für einen Nudelsalat, Blumenkohl: in ein Curry. Noch ein bisschen Comfort Food drumherum (Bratkartoffeln, einmal weißen Spargel), dann sah die Woche gut aus. Es soll erst einmal kalt und verregnet bleiben, deshalb eher warme Sachen geplant.
Der Liebste kochte währenddessen das Abendessen. Das Rezept nannte sich Penne Primavera (bisschen lustig: wenn man das googelt, findet man tausend Rezepte, die alle komplett unterschiedliches Gemüse benutzen – Hauptsache irgendetwas mit Frühling) und bestand aus einer Sahnesauce mit Erbsen, in diesem Rezept noch mit etwas überraschenden grünen Linsen ergänzt. War aber gut.
Restlicher Abend auf dem Sofa, abgetaucht in die Abgründe der Menschheit, in die Gosse der Straßen, die dunklen Seiten der Zivilisation: von der Nachtstreife (NDR) gibt es eine sechste Staffel, wieder in Hamburg. Was bei uns eine merkwürdige Gefühlsmischung auslöste: Einerseits „schau mal, Hamburg!!! Da müssen wir dringend mal wieder hin!“, andererseits „Gott, was für ein verkommener Moloch“. Lol.
Tapfer durchgehalten bis kurz nach zehn, begleitet von zwei Katzen (saukalt draußen). Magi ausgesprochen appetitlos, er fraß aber ein bisschen, als man ihm die Futterschüssel auf dem Sofa unter die Nase stellte, während er mit untergeklappten Pfötchen auf der Decke lag. Hm. Gefällt mir nicht so sehr, die Entwicklung bei ihm.