Hin und her, Donnerstag 7.5.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Einigermaßen okay geschlafen, allerdings sehr früh aufgewacht – ich hatte das Gefühl, dass es besonders hell durch die Fensterladen ins Schlafzimmer schien. Noch etwas liegengeblieben und vor mich hingedöst, schließlich um halb sieben mit Weckerpiepsen aufgestanden: Draußen regnete es in Strömen, von Helligkeit konnte keine Rede sein. (Der schöne Flieder deshalb schon wieder größtenteils verblüht und braun, aber dafür sah ich die ersten Blüten am Holunder.) Nun ja. Das Rumlungern im Bett war auch keine sehr gute Idee gewesen, meine Schultern waren furchtbar verspannt und der Schmerz zog bis in den Kopf (der dritte Tag doofe Hintergrund-Kopfschmerzen in Folge).
Der Liebste war kurz vor mir aufgestanden und hatte die Kater schon versorgt (beide trotz Regen direkt wieder rausmarschiert nach dem Füttern), ich machte eine gründliche Küchenrunde und kochte Tee. Dann ein bisschen Schreiben, mit Blick auf die Uhr: Ich war zwar daheim, hatte aber einen frühen Termin – einmal große Mitarbeiterversammlung, zu der ich mich glücklicherweise online dazuschalten konnte. Direkt danach dann die vierte Runde meiner Weiterbildung.

Nach dem Frühstück (Brot mit Mandelfrischkäse und Marmelade) also eine Blitzdusche, damit ich um Viertel nach acht den Rechner anschalten konnte. Der zickte dieses Mal nicht rum und war gleich arbeitsbereit, also hatte ich noch Zeit für einmal eine Kanne Bancha machen, und um halb neun war ich püntklich im Meeting.
Ein paar wichtige neue Informationen, viel wusste ich allerdings auch schon, und ein paar Sachen betrafen mich auch nur so halb (zum Beispiel das Thema Parkplätze, wohl großes Drama). Lustigerweise waren wir dann auch noch eine knappe halbe Stunde früher fertig als geplant, nämlich (trotz Fragerunde und allem) um kurz nach halb zehn. Das gab etwas Unruhe und Improvisation für die Leute, die vor Ort waren (können wir einfach das nächste Meeting vorziehen? Aber da fehlt noch eine Person… und hier ist auch noch nicht fertig vorbereitet…), für mich war es aber super: Ich war nur beim ersten Meeting dabei. Damit kam ich dann nur ein paar Minuten zu spät zu meiner Weiterbildung und loggte mich um 9.36 fast pünktlich ein. (Die Dozentin war noch beim Vorstellen.)

Den restlichen Tag also wieder Futter fürs Gehirn. Im Gegensatz zur Runde drei dieses Mal wieder deutlich besser, klarer strukturiert, mit mehr Austausch und interaktiven Phasen. Für mich wieder sehr bereichernd. Besonders lustig: Bei einer Umfrage am Anfang, wo unsere Einstellung zur Grammatik abgefragt wurde, klickten 80% (ich auch) „Grammatik macht Spaß“ an. Offenbar habe ich da meinen Haufen an gleichgesinnten Grammatik-Nerds gefunden. Kein Wunder arbeiten wir alle da, wo wir arbeiten.

Um halb eins Mittagspause mit den restlichen Pasta in Sahnesauce, und weil tatsächlich vormittags der Regen aufgehört hatte und zehn vor eins sogar die Sonne rauskam, holte ich mir das Fahrrad und fuhr rasend schnell (also gefühlt, die Muskeln protestierten) in die Firma. Teil des Ganztagesmeetings war nämlich, dass vom Team Fotos gemacht werden sollten, und die Aussage war, dass ich zwar eigentlich wegen der Weiterbildung entschuldigt war, aber zusätzlich zur obligatorischen Mitarbeiterversammlung am Morgen wäre es halt „schon schön“, wenn ich auf diesen Fotos auch drauf wäre, ob ich also mittags vielleicht kommen könne?
Machte ich also. Nur etwas blöd, dass das vorhergehende Meeting dann 20 Minuten überzog und ich deshalb leicht zappelig wurde, bei mir ging es ja um halb zwei weiter. Nun ja. Klappte am Schluss gerade so, wir stellten uns als Gruppe auf und wurden ungefähr zehn Mal fotografiert. Aus diversen Gründen stand ich mit meinem Garmisch-Hoodie ganz vorne in der ersten Reihe, obwohl ich eigentlich morgens gedacht hatte, ach ich stelle mich einfach hinten hin, dann geht der Hoodie schon. Ups. Egal.

Auf jeden Fall blitzschnell heimgeradelt (mit protestierenden Muskeln, das Fitnessstudio trainiert die Fahrradmuskeln wohl offensichtlich nur teilweise) und nur wenige Minuten zu spät in der zweiten Hälfte der Weiterbildung.
Um kurz nach halb fünf waren wir fertig. Ich erledigte noch etwas Orgakram, teamste kurz mit dem Kairokollegen (ein paar gute Neuigkeiten, ein paar neue Absurditäten) und machte um kurz nach fünf Feierabend: Alles auf einem guten Stand, also machte ich richtig Minusstunden. Das war ja unter anderem ein Ziel, oder zumindest ein erwünschter Nebeneffekt, der Weiterbildung.

Der Liebste war um halb fünf auch heimgekommen und machte seine letzten Sachen von daheim aus, marginal besser gelaunt. Ich überlegte kurz wegen Fitness, entschied mich aber um: Zusätzlich zu den Fahrradmuskeln will nämlich auch der Herzmuskel trainiert werden. Also zog ich meine Laufschuhe an und ging eine große Runde raus. Nicht zum Laufen, natürlich (das ist auf absehbare Zeit vorbei, schätze ich), sondern zum ambitionierten Gehen.
Das war eine hervorragende Idee. Der Regen hatte sich endgültig verzogen, es war zwar feucht, aber frisch und klar und nicht zu kalt. Ich ging einmal die große Runde am Flüsschen entlang und durchs Wohngebiet zurück – eine Strecke, für die ich mit dem Liebsten meist anderthalb Stunden brauche, dieses Mal mit richtig schnellem Tempo aber nur eine Stunde. (Nicht dass der Liebste langsam gehen würde, aber zu zweit unterhalten wir uns natürlich auch und so.) Mal abgesehen von zwei echt schlecht erzogenen Kindern, die ich ätzend fand (auch wenn ich sie nur im Vorbeigehen sah), war das eine richtig schöne Runde. Hervorragende Idee.

Daheim stellte ich dem Liebsten die Zutaten fürs Kochen hin, fütterte dann die Kater und ging noch einmal schnell zum Supermarkt: Uns fehlte eine wichtige Zutat, nämlich ein veganer Feta (ich nahm die Variante von Patros, die war zwar teuer, hatte aber am wenigsten Fett und Kalorien und sah mir insgesamt noch am „gesündesten“ aus – das wirklich gesunde Produkt, nämlich den Taifun-Feto, hat der Supermarkt leider nicht). Also Feta und noch ein paar Kleinigkeiten geholt, der Liebste machte währenddessen das komplette Essen fertig (der Feta wurde am Ende drübergestreut), und um sieben hatten wir zwei großartige Schüsseln Salat: einmal geraspelte Rote Bete, Karotten und Apfel (knallrot) und einmal Belugalinsen mit Brokkoli, Walnüssen und eben Feta (grünbraun). Schön halb-halb auf dem Teller ansortiert, es war auch optisch ein sehr ansprechendes Essen.

Eine neue Doku (aus der ZDF-Mediathek) als Abendunterhaltung, über diverse Skikliniken und Rettungseinrichtungen in den Alpen, es ging in erster Linie um verunglückte Skifahrer (bei mir eingeschränktes Mitleid). Um halb zehn ins Bett, noch gelesen bis fast halb elf. Das war eine sehr gute Idee, das Buch aus dem Regal zu nehmen.