Zu kurz geschlafen: Irgendwann um geschätzt fünf aufgewacht, ins Bad gemusst und danach wach gelegen und mit schlecht gelaunten Gedanken dem Zimmer beim Hellwerden zugeschaut. Das gekippte Fenster hatte ich vorher zugemacht – insgesamt brauche ich es schon, aber morgens ist es doch zu kalt (und vogellaut).
Nach dem Aufstehen Katzenmaintenance, Magi trank eifrig und nahm mit etwas Überredung auch sein Medikament, wollte aber sonst nichts fressen und verzog sich aufs Sofa. Der Nasenkater dafür umso agiler, raste hoch und runter, fraß mehr oder weniger beide Portionen, bevor er sich auch aufs Sofa verzog. (Ein Vorteil der Eisheiligen: Die Kater kommen wieder rein.) Gründliche Küchenrunde, Tee, Zeitung, alles insgesamt mit semiguter Laune: Ich hatte nicht so richtig Lust auf den Tag. Zu viele offene Baustellen, zu viel Zeugs abzuarbeiten, und dann auch noch morgens in einer eher komplexen Prüfungsaufsicht. Nun ja.
Aber half ja nix. Müsli zum Frühstück, schnell ins Bad, Bürotasche gepackt und dabei auf mögliches Wetter geachtet – es war wechselhaftes Wetter angekündigt, aber aktuell noch trocken. Wenn auch kalt. Um kurz nach halb neun zweite Futterportion für die Katzen (die fand Magi interessanter), dann aus dem Haus, mit gefütterter grüner Jacke und Schal (!).
Den Vormittag über war ich in einer Prüfungsaufsicht, ich unterstützte die prüfungsverantwortliche Kollegin in einem eher komplexen Format. Deshalb ließ ich mich morgens noch einmal gründlich einarbeiten, daneben schneller Blick in die Mails, und dann eben Aufsicht bis zwölf. Anspruchsvoll, aber klappte alles. (Ich schaffte sogar den ganzen Vormittag, ohne dass mich jemand für einen Klogang hätte ablösen müssen, das finde ich mittlerweile eine beachtliche Leistung. Ich sag’s nur.)
Danach eine Runde Schreibtischarbeit und paralleler Austausch mit der Kollegin, und schließlich eine halbe Stunde Mittagspause um eins. Vorher erst einmal Rucksack putzen: Ich hatte morgens eine tiefgekühlte Portion Pastítsios zum Essen eingepackt, und die tiefgekühlten Sachen werden dann doch erstaunlich flüssig, wenn sie auftauen. Normalerweise kein Problem, aber die Lunchbox war leider nicht ganz dicht (einer unserer alten, bei der der Deckel nicht mehr richtig schließt). Und die Plastiktüte, in die ich mein Essen immer zur Sicherheit noch einmal einpacke, war leider schon älter und halt auch nicht mehr dicht. Resultat ziemliche Suppe im Rucksack. Durch extremes Glück waren alle wichtigen Sachen (Notizbuch und Kalender, Unterrichtsunterlagen, Festplatte, Handys) trocken geblieben, alles nasse Zeug ließ sich leicht abwaschen. War halt nervig.
Mittags Geburtstagsgratulation per Signal an eine alte Freundin noch aus Studienzeiten, die mir gleich antwortete: Sie ist die ganze Woche bis über den Brückentag bei ihrer Stammfamilie am Bodensee, bald kommt der Neffe noch dazu, es gibt Pizza und Erdbeeren… Ich war gerade am Schreiben „das klingt alles super! (Freu-Smiley)“, da kam die nächste Nachricht hinterher: Sie ist deshalb so lang dort, weil ihre Mutter, Brustkrebspatientin, aufgrund ihres schlechten AZ und der Gesamtsituation jetzt als austherapiert und palliativ eingestuft wurde und sie deshalb jetzt noch so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen möchte.
…okay, „super“ und Smiley eher nicht angebracht, ich löschte das und antwortete etwas angemessener. Traurige Nachrichten, auch wenn in der Familie insgesamt die Dankbarkeit über zehn noch recht gute Jahre (seit der Diagnose) überwiegt.
Nachmittagsarbeit mit einer Stunde Unterricht und dann viel, viel Orgakram. Und einem kurzen Gespräch mit einer Kollegin. Mit der hatte es (nicht mit mir direkt, aber meine Abteilung betreffend) letzte Woche einen kleineren Konflikt gegeben, den ich gern ansprechen wollte. Wie sich herausstellte, hatte sie aber schon selbst bemerkt, dass das nicht so optimal war, und hatte sich bei den anderen betroffenen Leuten schon entschuldigt. Wie dann auch bei mir. Also alles völlig in Ordnung, ich hatte mir vorher völlig umsonst ein bisschen einen Kopf gemacht wegen des Gesprächs. (Immer den Leuten auch ein bisschen Anständigkeit zutrauen. Das passt doch erfreulich oft.)
Insgesamt war der Tag recht vollgepackt mit halt einfach viel Zeug, das ich die ganze Woche schon mit mir herumschleppte (es fühlte sich so an, als wären die Aufgaben von fünf Tagen einfach auf drei verlagert worden). Ich wurde dementsprechend nicht fertig (auch wenn ich einiges Wichtige abgehakt bekam, unter anderem einen ganzen Stapel Rechnungen – wichtig, denn irgendwer sollte die Arbeitsleistung irgendwann auch bezahlen). Gearbeitet bis Viertel nach sechs, dann musste ich los (zu einem Friseurtermin um halb sieben) und verschob den Rest auf den Abend daheim.
Erst einmal Friseur. Ich war etwas unruhig und bei weitem nicht so entspannt wie sonst häufig beim Friseur (eigentlich gehe ich ja ziemlich gern zum Haareschneiden). War aber egal, das Resultat war trotzdem super: Mindestens sechs Zentimeter ab, die Haare wieder auf angenehmer Halblänge, damit fühlten sie sich automatisch auch weniger dünn und schlapp an. Sogar die Färbung kam wieder besser zum Vorschein. Übrigens, neu gelernt: Da meine Färbung („Mahagonibraun“, so ein Öko-Haarfärbepulver) auf Henna basiert, kann ich jetzt keine Blondierung mehr verwenden, bis das herausgewachsen ist. Nicht dass ich eine Blondierung geplant hätte, aber halt einfach als Info spannend. Blondierungen kommen wohl bei hennagefärbten Haaren als schmutziges, modriges Schimmel-Moosgrün heraus. Sehr gut zu wissen – ich hätte mich doch etwas gewundert, falls ich je spontan mal wieder hätte aufhellen wollen und plötzlich mit einem moosgrünen Kopf dagestanden hätte.
Um kurz nach sieben daheim, wo der Liebste schon die Kater übernommen und das Essen gekocht hatte – auf dem Herd ein großer Topf Freestyle-Curry mit grüner Currypaste, Blumenkohl, Pilzen und Tofu. Sehr gut.
Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Essen beide noch eine Stunde an den Schreibtisch zu gehen, damit wir dann das lange Wochenende wirklich frei hatten (wobei der Liebste nichts direkt für die Arbeit machen muss, sondern mit einer Softwarebastelei beschäftigt ist), aber als wir mit Essen fertig waren, war es kurz nach acht und wir merkten den langen Tag überdeutlich. Deshalb keine Abendarbeit mehr. Stattdessen schenkte uns der Liebste einen Fingerbreit Royal Lochnagar ein und wir zogen uns in die bayerischen Alpen zurück: Zwei neue Folgen von der Bergwacht bei In höchster Not (neben Grainau und Ramsau in der zweiten Staffel neu mit dabei: Die Bergwacht Bad Reichenhall). Wieder sehr spektakulär, und als Bonus ist dieses Mal auch noch ein schokobrauner Labrador dabei. Blaulichtcontent vom Feinsten.