Nachts um eins ist halt einfach nicht mehr meine Uhrzeit, wie ich schmerzlich um halb sieben merkte, als ich „normal“ wach wurde – logischerweise noch nicht einmal ansatzweise ausgeschlafen. Ich döste noch ein bisschen, schlief wieder ein, wurde um zehn nach acht von einem lostrillierenden und -saugenden Harold aus dem Bett geschmissen. Mäh.
Nun gut. Ausführliche Küchen- und Aufräumrunde, während es draußen schon wieder warm wurde, dann zu den (vom Liebsten schon versorgten) Katern in den Garten, weil Magi draußen laut und anhaltend miaute. Wie sich herausstellte, waren beide Kater HELL entsetzt von der Tatsache, dass die schwarzweiße Nachbarskatze durch den Garten marschierte und sogar versuchte, durch die geöffneten Schlafzimmerfenster ins Haus zu kommen! Empörend. Ich erklärte der Katze höflich, dass sie doch lieber in ihrem eigenen Haus ins Fenster klettern soll (machte sie auch, also zumindest verschwand sie in Richtung eigener Garten) und leistete Magi noch ein bisschen Gesellschaft. Er ist eine richtig, richtig alte Katze geworden, so vom ganzen Aussehen und Habitus und so. (…ein Jahr jünger als der Nasenkater, muss ich mir immer wieder sagen.)
Dann wieder rein und Rückzug an den Esstisch. Ich merkte den späten Abend und den Alkohol schon ziemlich, hatte zwar kein Kopfweh, war aber sehr müde und hatte ü-ber-haupt keine Lust, irgendetwas zu machen. Deshalb machte ich den ganzen Tag auch quasi nichts. Der Liebste machte uns ein Porridge zum Frühstück, und dann kochte ich mir eine Kanne Kabusé und versank in den Tiefen des Internets. Und las das den restlichen Vormittag über einfach einmal komplett leer.
Zum Mittagessen dann wieder ein wenig Aktivität. Ich hatte einfach nur „Salat“ auf den Wochenplan geschrieben, und das setzte ich ausführlich um: Um kurz nach eins hatten wir insgesamt drei Schüsseln unterschiedliche Salate, mit drei unterschiedlichen Dressings, alle selbst gemacht. Einmal Gurkensalat mit einem Dressing aus Joghurt, frischer Zitrone und Dill, einmal Blattsalat mit einem Dressing aus Rapsöl, Aceto Balsamico und Gartenkräutern, einmal Kohlrabi, Karotten, Paprika, veganer Feta mit einem Dressing aus Walnussöl, Zitronensaft, süßem Senf und Pfeffer. Alles sehr, sehr gut. Als Nachtisch ein Becher Cheesecake-Joghurt und ein bisschen Kaffee. Super.
Den Nachmittag über versank ich dann in ein paar YouTube-Kanälen, bis ich um halb sechs schließlich duschen ging. Draußen war es wieder ziemlich heiß geworden, deshalb hielten wir uns nicht lang mit Einkauf auf und gingen nur schnell zum Supermarkt nebenan, das Nötigste holen. Zeug wegräumen, Kater versorgen, eine kleine Aufräumrunde, und um halb acht gingen wir aus dem Haus, die am Freitag wegen Betriebsausflug ausgefallene Datumsnacht nachholen.
Mal wieder waren der Liebste und ich erstaunlich synchronisiert: Wir wollten beide asiatisches Zeug (und zwar exakt das Gleiche) und gingen deshalb zum Asian Fusion Restaurant im Nachbarviertel. Unter anderem auch deshalb, weil man da toll draußen sitzen kann, und es sind im Moment einfach gerade sehr schöne Sommerabende. Wir waren beide ziemlich hungrig (die Salate am Mittag waren zwar toll, aber ein paar Nudeln abends waren schon angebracht), nach Edamame, gebratenen Udon und ein paar Mochi dann ziemlich satt. Dazu zwei Radler, als Abschluss ein Espresso, und dann spazierten wir sehr zufrieden heim.
Daheim hatte ich keine Lust mehr auf Bildschirm. Stattdessen ging ich gleich nach oben, auch wenn es zum Schlafen um Viertel vor zehn leider noch zu warm war. War aber egal, ich fing einfach ein neues Buch an, und zwar Der Taucher von Mathijs Deen, der zweite Krimi seiner Dings-keine Ahnung-Ostseekrimi?-Reihe. Starkes Urlaubs- und Meer-Flair, passend zum normalen Hochsommer, den wir jetzt gerade haben. So eine Art Sommer wie der, über den Rudi Carrell damals gesungen hat. Nach der Wahnsinns-Hitzewelle vom Juni fühlt sich das einigermaßen „versöhnlich“ an.