Recht okay geschlafen, ein paar blöde Wachphasen frühmorgens, aber nun ja. Ich wachte um zehn vor sieben auf und hörte den Liebsten schon unten im Garten rumoren: Staudenbeete gießen, solang es noch nicht warm war. Da ich die Dachterrasse nicht gießen musste (nur Vogelbäder auffüllen), schloss ich mich ihm unten an. Ein Wasserfass war bereits leer, er hatte das zweite aufgemacht, war aber mit Gießen so gut wie fertig. Deshalb nahm ich den Wasserschlauch und wässerte ein bisschen die Wiesenfläche. Das machen wir tendenziell eher wenig (auch, weil es halt Leitungswasser ist und nicht aus den Regenfässern kommt), aber das Gras ist so ausgetrocknet und sieht so traurig aus, dass ich eine Viertelstunde beregnete. Nach echtem Regen sieht es nämlich nach wie vor überhaupt nicht aus. Der Himmel wieder strahlend blau.
Während wir im Garten waren (misstrauisch beäugt von den abgefütterten Katern), waren die Sauger im Erdgeschoss gefahren. Der Liebste wischte hinterher und ging dann in die Küche, und um halb neun gingen wir mit Tablett auf die Dachterrasse zum ausführlichen englischen Frühstück. Nicht nur, dass im Esszimmer noch der Boden trocknen musste, es war auch extrem schön oben und exakt die richtige Temperatur. Sehr gemütlich.
Nach dem Frühstück blieb ich noch oben, zwischen Zucchini- und Tomatenpflanzen, bei leichtem Wind und mit Laptop und einer Tasse Kaffee bewaffnet, und schrieb ein wenig. Ich finde es ja oft ein bisschen schade, dass wir die Dachterrasse so wenig nutzen (unter der Woche muss es morgens meistens schnell gehen, außerdem ist es nicht einfach, den Sweet Spot zwischen zu kühl und zu heiß zu finden), aber jetzt war es mal perfekt. Der Liebste holte sich ebenfalls Kaffee und Laptop und kam zu mir nach oben. Und da blieben wir dann bis ungefähr elf, bis die Sonne dann den Blick auf den Bildschirm schwierig machte. Außerdem wurde es sehr warm.
Also rein ins Haus, ausführliche Körperpflege, dann Wäschesortierung und die Waschmaschine gestartet. Der Liebste machte uns währenddessen das Mittagessen, neues Rezept: ein Brotsalat mit gerösteten Brötchenwürfeln, sehr vielen Cherrytomaten, gedämpften Zwiebeln, Granatapfelkernen, Petersilie und Minze. Gutes Essen generell, aber ich merkte dann doch, warum ich Brotsalate meistens vermeide: Man muss sie echt schnell essen, bevor das Brot sich vollsaugt und matschig wird (was ich auf den Tod nicht ausstehen kann). Aber wir haben mehr als genug Minze im Hochbeet auf dem Balkon, und ein paar eingefrorene Granatapfelkerne wollten auch gegessen werden, also passte das Rezept ganz gut.
Den Nachmittag verbrachte ich, trotz Hitze, mehr oder weniger komplett auf der Dachterrasse: Ich hängte die komplette Wäsche, alle drei Maschinen, draußen auf. Minus ein ganz klein wenig Bügelwäsche, die unten gebügelt und größtenteils gleich weggeräumt wurde. Die Leinen oben haben eigentlich keinen Platz für drei Maschinen, aber als ich die dritte aufhängte, war die erste natürlich schon wieder trocken. Und abends um halb zehn konnten wir auch Maschinen zwei und drei abhängen. Großartig.
Zwischen den Aufhänge-Phasen lag ich auf der Dachterrasse unter trocknenden Handtüchern (und unter Sonnenschirm) im Liegestuhl und las, begleitet von viel Wasser und einem alkoholfreien San Bitter Spritz. Gutes Buch, alles gemütlich, nur leichte Abzüge in der B-Note: Irgendwann stellte ich den Liegestuhl auf niedrigste Stufe und wollte mich dann gerade so reindrehen, dass ich bequem lag und die Augen zumachen konnte, als ich plötzlich auf dem Boden landete: Die Naht war unten einmal komplett durchgerissen. Der Liegestuhl ist alt und wird draußen aufbewahrt, zwar geschützt, aber trotzdem. Also kein Wunder, es ist schon die zweite Lage Stoff, die durchreißt. Nur etwas blöd in diesem Moment. Die normalen Balkonstühle sind leider nicht so ganz bequem.
Auch nicht so optimal war, dass der Liebste einmal nach mir schaute, kurz smalltalkte und dann wieder reinlatschte – und als ich eine halbe Stunde später rein wollte, stellte ich fest, dass der Trottel im Tran beim Reingehen die Dachterrassentür von innen zugemacht hatte. Und ich hatte mein Handy innen im Schlafzimmer liegen, harhar. Zum Glück liegen oben einige Kieselsteine, und der Liebste saß im Esszimmer, sodass ich von oben mit Steinchen an das Esszimmerfenster werfen konnte. Er merkte es gleich nach dem dritten Stein und war angemessen zerknirscht. Aber trotzdem. Der Honk.
Das war mehr oder weniger der Sonntag. Ich machte abends noch einen Wochenplan, zumindest in Teilen (mir fehlen noch ein paar besuchsbezogene Informationen), dann gemeinsames Kochen, wieder neues Rezept aus dem neuesten Nicole Just-Kochbuch: eine Tarte mit Blätterteig und einer Creme aus gelben Erbsen und Zeugs, belegt mit Zucchini, Zwiebeln und Tomaten. Gutes Essen, sehr ähnlich wie die Spargeltarte mit Cannellinibohnen-Creme, die wir im Frühling oft machen. Nur mal wieder für mich relativ unerklärlich, wie man das auf vier Portionen strecken soll, wir aßen sie komplett auf. (Hatten ja mittags auch nur Salat gehabt.)
Restlicher Abend dann auf dem Sofa mit ein paar Folgen durchs Sternentor, und um halb zehn nach oben zum Lesen. Im Schlafzimmer hatte es da leider deutlich über 25 Grad, also stellte ich den Ventilator in die Eingangstür, in der Hoffnung, er würde den Raum durchpusten. Klappte nur so halb.