Ziemlich schlecht geschlafen, ohne richtigen Grund: Es war nicht zu warm im Zimmer, es gab nichts zu grübeln, keine Ahnung. Ich schlief unruhig, und irgendwann lag ich halt wach. Um kurz nach sechs erklärte ich die Nacht schließlich für beendet und stand auf.
Erst einmal eine Handvoll Tomaten ernten, dann schaute ich nach den Katern. Der Nasenkater erwartete mich schon im Wohnzimmer und wurde versorgt, Magi holte ich vom Schattendeck. Er kam auch freiwillig mit, aber an den Medikamenten (mit Leberwurstpaste) hatte er kein Interesse. Der Liebste musste sie ihm schließlich mit der Spritze in den Mundwinkel fabrizieren. Das schien er ganz okay zu finden. Noch ein klein wenig Futter (weniger, als mir lieb gewesen wäre), er ließ sich etwas bürsten und wackelte wieder zum Schattendeck zurück. Hm.
Letzter Arbeitstag vor dem Urlaub, meine Zielsetzung also: so viel wie möglich abschließen. Morgenroutine mit Küchenrunde, Tee und Müsli, kurzes Bloggen, Dusche und um kurz nach halb neun war ich schon am Schreibtisch.
Eigentlich hatte ich geplant, schon nachmittags fertig zu sein, schließlich hatte sich irgendwann am (eher frühen) Nachmittag Schwester S zu Besuch angekündigt und wir wollten ja noch Zeit miteinander verbringen und auch in den Baumarkt und so. Nur: Das klappte halt überhaupt nicht. Kaum hatte ich eine Sache fertig gemacht, ploppten zwei neue auf, nervig. Vormittags erst einmal Mails abarbeiten, eine Stunde Onlineunterricht, dann viel, viel Kommunikation (unter anderem Info an die Yogatrainerin, dass es mit dem Kurs heute bei mir auf jeden Fall nichts werden würde). Und ein Meeting mit einer neuen Kollegin, wo die Kommunikation teilweise etwas schwierig gewesen war – lag vermutlich zu einem Teil auch an mir. Es müssen sich noch so ein paar Verhaltensweisen etablieren. War nur etwas bizarr, dass sie mir sehr eindringlich erklärte „wenn irgendetwas nicht passt oder ich einen Fehler mache, dann kannst du mir das immer ganz offen sagen! Komm auf jeden Fall direkt auf mich zu!“ – als wäre ich hinter ihrem Rücken zu den Chefs marschiert oder hätte still vor mich hin gebrütet, anstatt ihr quasi jeden dritten Tag (gefühlt) direkt ins Gesicht zu erklären, dass es aber so nicht geht und so auch nicht. Merkwürdiger Fall von unterschiedlicher Wahrnehmung. Aber das wird sich schon einruckeln.
Arbeit bis Viertel nach zwölf, wo ich einmal schnell aus dem Haus ins Büro hektikte, um dem Vertretungskollegen das Bürohandy zu überlassen und mich bei der Gelegenheit von den anwesenden Kolleg:innen in den Urlaub zu verabschieden. Wieder nach Hause zum Mittagessen, ziemlich nassgeschwitzt – es war draußen deutlich heißer als gedacht und sehr sonnig. Trotzdem nur eine kurze Pause mit dem Liebsten und der zweiten Hälfte Ofengemüse, dann weiter im Text. Meine Inbox hatte ich irgendwann leer, aber es gab einfach noch viele Sachen für die kommenden Prüfungen vorzubereiten – es kamen halt ALLE auf den letzten Drücker an. Eigentlich okay, weil ich dadurch wirklich Dinge abschließen und nicht halb fertig dem Kollegen übergeben musste, aber halt viel.
Irgendwann gegen Viertel vor drei klingelte es an der Tür und S war da. Kurze Begrüßung, da wir aber beide noch beim Arbeiten waren und sie sowieso auspacken und sich kurz hinlegen wollte, verschwanden wir erst einmal in unseren diversen Arbeits- und Gästezimmern. Eine halbe Stunde später hatten wir aber Zeit für eine Tasse Kaffee zusammen und ein bisschen erstes Erzählen – letztes Treffen war im Februar, was erschreckend lang her ist. Oh well.
Auf jeden Fall dann noch etwas weiterarbeiten, ich hatte mit dem Chef noch ein dreiviertelstündiges Abschlussmeeting (er ist gerade im Schwarzwald und hatte den urigsten Holzhütten-Hintergrund hinter sich, den man sich vorstellen kann), allerletzte Infos, dann eine LANGE Übergabe an den Vertretungskollegen. Und um kurz nach sechs machte ich meine OOO und den Autoresponder an (mit Inbox zero), informierte die Indien-Kollegen und schaltete die Whatsapp-Notifications ab und hatte tatsächlich endlich Urlaub. Keinen Tag zu früh.
Eigentlich war ja der Plan gewesen, nachmittags gemütlich in den Baumarkt zu gehen und dort Pflanzen für den Friedhof zu holen, aber dafür war es jetzt dann doch etwas spät. Wir verschoben das also auf den nächsten Tag. Stattdessen gemeinsames, ausführliches Kochen. Da unsere Küche für drei Leute etwas eng ist, kümmerten sich S und der Liebste um die eigentliche Koch- und Schnippelarbeit und ich trug nur Zutaten herbei, schaute zwischendrin nach den Katern und kümmerte mich ansonsten um die Aperitifs: einen Lav’a Belle Spritz (mit alkoholfreiem Sekt, der Likör hat selbst schon 18%). Sehr, sehr guter Sommerdrink.
Das Essen war dann eine ganz ausgezeichnete Lasagne mit Sojaschnetzeln und selbst geernteten Zucchini (bin immer noch sehr zufrieden, wie aromatisch sie sind). Dazu machten wir einen Rotwein auf und hatten dann einen sehr schönen Abend: Großartiges Essen, viel Reden, ein Gläschen Wein, alles prima.
Gegen neun wurden wir alle relativ müde (der Liebste vor allem, der noch schlechter geschlafen hatte als ich). Da ich aber zum Urlaubseinklang und überhaupt bei Besuch gar keine Lust hatte, um neun schon ins Bett zu fallen, entschieden S und ich uns noch für einen Spaziergang (der Liebste verzichtete dankend). Eine Dreiviertelstunde durchs Wohngebiet, bei noch erstaunlich vielen anderen Leuten unterwegs, was vielleicht auch kein Wunder war: angenehme Temperaturen mittlerweile, schöner Sommerabend. Bis so um Viertel vor zehn, als aus den sich langsam aufbauenden Wolken ein Grummeln zu hören war. Zehn Minuten später die ersten Tropfen, und obwohl wir uns wirklich beeilten beim Heimkommen, wurden wir doch etwas nass. Kamen allerdings noch heim, bevor sich die Schleusen richtig öffneten und ein heftiger Gewitterregen runterkam. Das war, als ich mit leicht feuchten Haaren zum Liebsten ins Bett kroch, eigentlich ganz schön gemütlich.