Unruhig geschlafen trotz Ventilator die ganze Nacht und Ohrstöpseln, beim Aufwachen um halb sieben noch 24 Grad, heiß blablabla. Irgendwann wird es halt auch mühselig, immer über die gleiche Wärme zu schreiben, aber es ist einfach scheißenheiß. Und wieder bis zu 40 Grad angekündigt. Der Ventilator funktioniert auch nur so halb gut, weil er eigentlich kühle Luft von draußen reinsaugen sollte, das bei zwar offenen Fenstern, aber geschlossenen Läden auch nur so halb gut geht. Und die Läden offen bedeutet: So hell im Schlafzimmer, dass man einen Schatten wirft, wir haben nämlich im Moment zu allem Überfluss auch noch Vollmond. Supi.
Nun gut. Um sieben stand ich auf und holte erst einmal den Liebsten von der unteren Terrasse, wo er gerade (nach der Katzenfütterung) angefangen hatte, die Tür noch einmal abzuschleifen zum zweiten Streichen (jetzt mit richtiger Farbe). Ich fand das Schleifen etwas laut für frühmorgens und nahm ihn deshalb mit zur Dachterrasse, wo wir gossen und schon wieder eine Schüssel voller Tomaten ernteten. (SO viele Tomaten.) Dann war es halb acht, er ging Tür streichen und ich kümmerte mich um Küchenrunde, Tee und Müsli. Vor uns ein paar Programmpunkte an diesem Tag, obwohl es der heißeste in der Woche sein sollte. Schwimmen gehörte allerdings eher nicht dazu: Heute erster Ferientag, also erwartete ich ein sehr volles Freibad, Baggersee ebenso, und der Neckar führt schon seit Wochen viel zu wenig Wasser und ist total warm – vom Baden wird dringend abgeraten, Bakterien und so. Bäh.
Erst einmal ruhige Morgenroutine mit Frühstück, Kaffee, ein bisschen Schreiben und Internet leerlesen. Der Liebste strich währenddessen die Toilettentür fertig und trug die erste der Wohnzimmer-Flügeltüren zum Streichen nach unten. Toilettentür übrigens in „moosgrau“, also ein grauer Farbton mit ganz leichtem grünen Stich, und die Wohnzimmertüren in einer Farbe, die sich „Mittsommer-Himmel“ nennt, also ein sehr cremiges, pastelliges Hellblau. Die Rahmen werden dann jeweils in der anderen Farbe gestrichen, und das wird ziemlich cool, wenn es fertig ist.
Gegen elf ins Bad und dann gingen wir (mit noch nassen Haaren, denn der einzige Riesen-Vorteil an dem heißen Hochsommerwetter ist, dass man die Haare an der Luft trocknen lassen kann) Zeugs erledigen. Erst zur Kreissparkasse, wo mein Ausweis eingescannt wurde, damit ich (als jetzt Vorstandsmitglied des Sportvereins-Unterstützervereins auch bei der Bank die Vollmacht habe. Anschließend zum Schneider (etwas eilig, weil es bei der Bank länger gedauert hatte und es schon Viertel nach zwölf war – ich vermutete Mittagspause ab 12:30), die letzten Mittwoch abgegebene Handtasche holen. Der Schneider hatte ja meine grauviolette Tasche schon so bearbeitet, und auch bei dieser hat das richtig super geklappt: Der Reißverschluss sieht aus, als hätte er da immer schon reingehört, und die Tasche lässt sich damit jetzt halt viel, viel besser benutzen. Super zufrieden.
Heimweg, wir überlegten kurz wegen Zwischenstopp für ein kühles Getränk im Westspitzencafé, aber nachdem es dort an kühlen Sachen (außer Wasser) nur Dinge mit Zucker oder mit Alkohol gab, ließen wir es bleiben und gingen heim. Dort restliches Curry und das restliche Eis als Nachtisch: Es war mittlerweile schon richtig, richtig heiß (ungefähr 32 Grad).
Deshalb machte ich den Nachmittag über auch nicht mehr wahnsinnig viel. Ich goss ein bisschen die Staudenbeete, holte dann unseren alten Liegestuhl aus dem Schuppen (er ist sehr viel bequemer als der doofe Deck Chair, allerdings schon etwas ausgeleiert) und zog mich für den restlichen Nachmittag aufs Schattendeck zurück. Irgendwann kam der Liebste dazu und installierte den Gartenschlauch (mit Brausekopf) so über dem Schuppen, dass wir wieder eine Gartendusche hatten. Und weil wir drei Haken in die Schuppenwand drehten, können wir den Schlauch jetzt abnehmen und wieder hinhängen und haben die Dusche also nach Bedarf. Das war für die Temperaturen (bei uns Höhepunkt 36 Grad) absolut super: Wir legten uns in Badeklamotten auf die Stühle, lasen, aßen Eis (der Liebste hat ein neues angesetzt, mit Mandel- und Haselnussmus, ergab ein sehr leckeres Haselnusseis, auch wenn die Konsistenz immer noch nicht ganz passt) und stellten uns so ungefähr alle 40 Minuten kurz unter die kalte Dusche. Die Kaufinteressenten im Haus neben uns, die irgendwann mit dem Makler kamen und durch den Garten stiefelten, fanden es hoffentlich nicht komisch.
Um kurz vor sechs gingen wir wieder rein. Kurz nach den Katern schauen: Magi fraß so halblebig, war aber ansonsten ganz schön apathisch – er trank vor allem wenig, zeigte erst am Trinken Interesse, als ich ihm die Wasserschüssel quasi direkt vor die Nase stellte. Apropos Nase: Die sah merkwürdig dick aus, das konnte ich nicht so richtig einschätzen. Auf jeden Fall war klar, dass ihm die Hitze zu schaffen machte.
Kurze „richtige“ Dusche, dann Abendessen (Spaghetti mit rotem Pesto und vielen Kirschtomaten) und gegen sieben gingen wir aus dem Haus und zu „unserem“ Weinhändler ums Eck. Er hatte zum „Open Wine House“ eingeladen, wie immer in den warmen Monaten einmal monatlich donnerstags, und weil wir jetzt am Freitag nicht arbeiten müssen, konnten wir endlich mal wieder hin.
Zuerst waren wir etwas unsicher, ob das überhaupt klappen würde, denn am Spätnachmittag war es bewölkt und sehr (!) windig geworden, und kaum gingen wir aus dem Haus, fielen die ersten Tropfen. Aber wirklich nur ein paar: Das eigentliche Gewitter regnete mal wieder über der Alb ab und bei uns kam überhaupt nichts runter und die Wolken verzogen sich auch bald. Es hatte aber wenigstens ein bisschen Abkühlung gebracht: Wir saßen bei „nur“ 28 Grad unter der Markise und hatten einen richtig netten Abend. Zum Start ein Cremant, dann eine Kollektion aus Weißweinen und Rosé, aus Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal, richtig interessante, spannende, schöne Sommerweine. Ich schreibe hier jetzt nicht alle auf (habe mir auch nicht alle gemerkt), aber es war auf jeden Fall eine gute Kollektion. Dazu ein paar Grissini. Sehr, sehr gemütlich.
Gegen halb zehn waren wir wieder daheim und parkten uns erst einmal auf dem Sofa. Die Kater kamen beide dazu. Vor allem über Magi war ich froh, wenn er nicht selbst reingekommen wäre, hätten wir ihn reingeholt. Er kam wirklich sehr, sehr schlapp daher und war auch nicht interessiert, als ich dem Nasenkater eine Katzenwurst gab. Als ich zu ihm aufs Sofa kam und ihm ebenfalls anbot, nahm er sie schon, aber nach einer Dreiviertelwurst wollte er nicht mehr. Puh.
Nichtsdestotrotz ging ich um elf richtig ins Bett, schaute aber vorher noch einmal in meine Mails. Und sah dort eine Mail der Vorsitzenden des Tierschutzvereins, die dringend für den Kuchenverkauf am kommenden Wochenende noch Helfende und Kuchenspenden suchte. Eine Helferschicht zu übernehmen, darauf hatte ich nicht so wahnsinnig Lust (schließlich letztes Urlaubswochenende), aber ich schrieb zurück, dass ich einen Kuchen machen könnte. Und mit dieser guten Tat und damit hoffentlich gutem Karma ging ich schlafen.