Mezze, Freitag 11.9.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Total schlechte Nacht – einfach ewig wach gelegen und nicht schlafen können. Klar, dass man dann sämtliche Arbeitsprobleme im Kopf wälzt, was auch sonst? Warm war mir auch, trotz Fenster offen und allem. Was immerhin sehr schön war, war der Kater, der fast die ganze Nacht friedlich (und leise) neben mir schlief – er scheint uns die Tierarztbehandlung also verziehen zu haben.
Morgens fünf ruhige Minuten, als der Wecker piepste und der Kater sehr wach wurde (ich eher nicht so): Ich machte die Dachterrassentür komplett auf und ließ den Kater raus. Dadurch fiel richtig viel kalte Luft ins Zimmer, und ich schlüpfte unter die warme Decke, genoss ENDLICH die Kühle und machte noch einmal für ein paar Minuten die Augen zu – bester Moment. Natürlich schlief ich prompt wieder beinah ein, wenn nicht der Snooze-Wecker ein paar Minuten später gewesen wäre. SO müde einfach.

Katzenmaintenance, Küchenrunde, und während ich oben war und Zeugs wegräumte, hörte ich den Liebsten von unten kommen und im Erdgeschoss laut mit jemandem reden, merkwürdig laute Ansprache für unseren Kater, dachte ich noch (bei ihm eher Säuselstimme). Aber von wegen: Der Kater war schon im Garten und der Nachbarskater hatte wieder das offene untere Schlafzimmerfenster genutzt und war gerade auf dem Weg zum halbvollen Futternapf. Leichtes Unverständnis bei ihm, als der Liebste ihn freundlich nach draußen schickte. Wenn das noch ein oder zwei Mal passiert, dann hat sich bei ihm im Kopf ein Gewohnheitsrecht etabliert und er wird uns anmotzen.

Porridge mit schon sehr reifer Banane zum Frühstück, bisschen schreiben, und irgendwie war es dann plötzlich schon Viertel vor neun und nur noch Zeit für eine sehr schnelle Katzenwäsche, damit ich um neun rechtzeitig am Schreibtisch war. Übrigens mit Socken und (dünnem) Hoodie, so langsam kühlt es nämlich im Haus tatsächlich ab.
Den Vormittag über ein Einzelunterricht mit einer supernetten Person, die ich schon ewig kenne. Erst hatte ich Urlaub gehabt, dann sie, dazwischen noch ein paar Projekte und Zeugs: Lange Sommerpause, und dass unser Unterricht jetzt wieder losgeht, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Herbst vor der Tür steht. Anschließend Orgakrams, kommunikatives Gedöns, aber alles ohne sonderlich viel Druck, ich bin auf einem guten Stand. Längeres Meeting mit dem Chef, bei dem ich Sachen abhaken und vor allem eine Sache, die mich fürchterlich geärgert hatte (…Katastrophenlieferant), an ihn abgeben konnte. Einen wirklich wichtigen Meilenstein bekam ich anschließend gelöst: Mein Authenticator ist ja vom Uni-Support zurückgesetzt worden, ich probierte also das neue Einloggen aus. Das ging auch, allerdings musste ich dazu erst einmal die App von meinem Handy runterschmeißen und neu installieren (weil nur so das „neues Uni-Konto?“-Startprogramm ablief). Maximal kompliziert gelöst, aber egal, jetzt kann ich mich wieder anmelden.

Mittagspause mit dem Liebsten um Viertel vor eins: restliche Soljanka, außerdem schnitten wir das frische Brot an. Der am Tag davor angesetzte Brotteig war über Nacht im Kühlschrank gegangen, am Morgen hatte es der Liebste dann in den Ofen gesteckt. Mittags war es noch ganz leicht warm, aber man konnte es schon essen. Das Ergebnis der superlangen Gehzeit: Ein extrem fluffiges, feinporiges Brot. Dass ich neben Walnüssen auch noch ein bisschen Mohn in den Teig gegeben hatte, stellte sich als gute Idee heraus. Nur erstaunlich dunkel war es – klar, Vollkorn und ungefähr ein Drittel Roggenanteil, aber trotzdem war es noch dunkler als normal. Das kann eigentlich nur am Mohn liegen, aber trotzdem: merkwürdig.

Ab kurz vor zwei wieder am Schreibtisch. Der Nachmittag war recht ruhig, deshalb einige Punkte von den hinteren Plätzen der Erlediliste, bisschen Terminpflege, und ich bereitete gründlich den Unterricht für Montag vor. Nebenher machte der Liebste für den Dienstag einen TÜV-Termin für das neue Motorrad aus (läuft mittlerweile als Joli bei uns, kurz für Jolanthe, und ja, wir haben nicht mehr alle Tassen im Schrank, ist aber bei Motorradfahrern quasi Standardeinstellung) und ich plane für den Montag einen Termin bei der Versicherung. Und dann bekommen wir Joli vielleicht nächste Woche angemeldet. Mittags kam nämlich schon das bestellte Kennzeichen. Hihi.

Gegen sechs machte ich Schluss. Es ist insgesamt erstaunlich frisch geworden, aber es war noch warm genug, dass ich (im dünnen Hoodie) mit dem Kater für eine halbe Stunde in den Garten gehen und ihn dort gründlich durchbürsten konnte. Bei aller Erleichterung (vor allem auch beim Kater!), dass wir ihn nicht mehr alle zwei Stunden festhalten und tropfen müssen, hat ihm der Nebeneffekt, nämlich dass er alle zwei Stunden Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten und Leckerchen (!!) bekam, schon gefallen. Nächste Woche werden wir etwas mehr in unseren jeweiligen Büros sein. Naja, bis Freitag, dann soll ich ja mit operiertem Fuß daheim bleiben.

Freitagabend heißt Datumsnacht: Um halb sieben war der Liebste auch fertig (er hat sich die letzten zwei Tage mit einer Fehlermeldung unserer PV-Anlage herumgeschlagen, weil der Strommesssensor kaputt war, aber jetzt läuft sie wieder). Er zog einen neuen Hoodie an, der SO cool ist, dass er mir sofort auch einen bestellen musste (Klinikums-Eigenprodukt und so gesehen etwas albern, ich arbeite ja gar nicht da, aber egal), und damit gingen wir in die Stadt. Ich mit dünner Windjacke über meinem dünnen Hoodie.

Ziel war das türkische Mezze-Restaurant, wo wir vor ein paar Wochen schon einmal waren – wir haben noch nicht alle veganen Optionen dort ausprobiert. Tatsächlich nahmen wir dort einen Platz auf der Terrasse, und das war von der Temperatur her perfekt (erst als wir um neun aufbrachen, wurde es allmählich wirklich zu kühl). Sehr schöner Abend mit wunderbarem Essen: frisches Fladenbrot, fantastischer Humus, gefüllte Weinblätter mit Zitrone, eine Schüssel Salat, gefüllte Paprika mit Tomatensauce, Linsenbällchen aus schwarzen Linsen (diese als einziges nicht so ganz super, weil sie zwar geschmacklich okay waren, aber eine sehr breiige Konsistenz hatten). Wir aßen anderthalb Stunden lang mit viel Freude. Auf Wein verzichtete ich (seit zwei Tagen immer mal wieder leichtes Kopfweh), stattdessen ein Hefeweizen, das passte auch gut zum Spätsommerabend.

Daheim nahmen wir einen Absacker in Form einer gelben Frühzwetschge (damit ist diese Flasche leer) und zogen uns zu zwei Folgen Sternentor aufs Sofa zurück. Um halb elf ins Bett, mit offener Dachterrassentür: Irgendwann muss es doch mal kühler im Zimmer werden.