Recht gut geschlafen (ich erinnere mich dunkel an einmal nachts aufs Klo, aber da ich danach quasi direkt wieder einschlief, gilt das ja fast nicht) und mit dem Weckerlicht aufgewacht. Draußen ein wolkig zugezogener Himmel und kühl, aber nicht wirklich kalt. Irgendwann Mitte der Woche soll angeblich ein Temperatursturz kommen. Wir werden sehen.
Der Kater erwartete mich im Erdgeschoss, insgesamt sehr unruhig: Schlabberte zwar sein Medikament, aber dann Treppe hoch, raus auf den Balkon, dort über die Treppe in den Garten, wieder zurück, laut miauend wieder rein, unten raus und wieder rein… Am Futter wurde zwischendrin nur so halb geschnuppert. Ich beschäftigte mich währenddessen mit der Küchenrunde, und als der Liebste wach war, setzte er den Kater auf die Bank im Flur und wir gaben ihm die ersten Augentropfen, worauf er überhaupt nichts mehr von uns wissen wollte, sondern nach unten in den Garten verschwand. Ich ging ihm hinterher und konnte ihm im Garten zwar eine Katzenwurst geben und ihn kraulen (er kam schnurrend zu mir), aber es ist schon sehr offensichtlich, dass er so-so-so genervt ist von dem ständigen Gepacktwerden. Ich hoffte auf eine gute Diagnose bei der Tierärztin am Abend – allerdings war das Auge immer noch leicht vertränt, und zwar schon vor den Tropfen. Seufz.
Ansonsten halt Montagmorgen. Frisches Brot und Erdnussbutter zum Frühstück, bisschen Schreiben, Blick in die Zeitung und die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt. Laut den allerletzten Zahlen ist das BSW jetzt wohl doch im Landtag, leider. Richtig schlechte Nachrichten. Wenn ich richtig gezählt habe, braucht man 46 Sitze für eine Mehrheit, BSW und AfD kämen gemeinsam wohl auf 44. Also braucht es nur zwei Umfaller bei der CDU (und die wird es bestimmt geben), damit die AfD regieren kann. Was für eine Riesenscheiße.
Nach Körperpflege um halb neun am Schreibtisch. Den Vormittag über Orgakram und viel Unterrichtsvorbereitung. Der IT-Service für meinen Skandinavierkurs hatte sich gemeldet, der Authenticator sei jetzt „zurückgesetzt“. Da ich momentan noch einen gespeicherten Login habe, konnte ich das nicht verifizieren. Das also erst einmal aufgeschoben – ich hoffe, dass das dann problemlos klappt, wie genau ich den Authenticator wieder reaktivieren soll, weiß ich nämlich eigentlich nicht. Es ist sehr, sehr nervig, dass diese Hochschule so sehr auf Microsoft setzt.
Auf jeden Fall Zeugs, ein längeres Meeting mit dem Chef (Neuigkeiten aus fernen Teilen der Welt, Kopfschüttel-Nachrichten vom Katastrophenlieferanten), ein paar wichtige weitere Schritte angeschoben. Und dann Unterricht ab zwölf, der dieses Mal wirklich gut lief, nur muss ich meine Planung für die kommenden Termine etwas mehr an diese Gruppe anpassen. Jetzt, wo sie sich so langsam endgültig eingeruckelt hat.
Viertel vor zwei endlich Mittagspause mit restlichem Kitchari. Der Liebste war da schon mit Essen fertig, leistete mir aber noch Gesellschaft, vor allem dann für den Nachtisch (Espresso und Schokoladeneis, jetzt komplett durchgefroren auch sehr gut). Wir besprachen die weiteren Wiki-Pläne für die Dokumentation: Der Chef hatte gemeint „mach ruhig, solang es für dich nicht allzu viel Aufwand ist“. Und naja, wie viel Aufwand das ist, weiß ich halt erst, wenn ich es ausprobiere. Das Gespräch mit dem Liebsten war auch nicht so wirklich hilfreich, weil es dann doch wieder alles anders war und auch irgendwie nicht zu dem passte, was ich von der Vorwoche im Kopf hatte. Ich werde mich da noch ein bisschen reinlesen müssen.
Ab halb drei machte ich uns schnell einen Wochenplan für die schon laufende Woche und arbeitete dann weiter bis kurz vor fünf. Administratives Zeug, nur unterbrochen von viel Tee und Kateraugen-Versorgung. Dann pünktlichster Feierabend, wir hatten nämlich um halb sechs den Tierarzttermin zur Augenkontrolle und mussten los. Ich hatte gerade die Box zusammengebaut und meine Schuhe angezogen (der Kater hatte zum Glück noch nichts Unheimliches mitbekommen, er hatte kurz davor Trockenfutter abgeholt und schlief friedlich im Garten), als die Tierarztpraxis anrief: Alles knallevoll, Unvorhergesehenes, es verschob sich nach hinten… ob wir vielleicht um 19 Uhr erst kommen könnten? Wir waren natürlich froh, dass sie uns noch erwischt hatten, aber – wow, schon sehr spät. Okay.
Also noch etwas hektisches gemeinsames Kochen, ein Topf Pasta e Fagioli, und es blieb sogar noch Zeit zum Essen. Blöd nur, dass der Liebste jetzt nicht mitkommen konnte, er hatte ab sieben einen Vereinstermin. Also holte ich das Auto, er packte mir den Kater noch ein und verabschiedete sich, und ich fuhr allein zur Praxis und war pünktlich da.
Musste trotzdem bis halb acht warten, es war wirklich viel los. Die Untersuchung (sehr tapferer, lieber Kater) ging problemlos, die Nachrichten waren so halb-gut: Die Wunde in der Hornhaut verheilt eigentlich gut, man kann eine ziemliche Narbe sehen, die sich aber noch zurückbilden wird. Es ist aber noch ein winzigkleines Loch zu sehen, und so lang das noch nicht geschlossen ist, braucht er auch die Tropfen noch. Das Antibiotikum ist nicht mehr nötig, das andere Medikament aber schon noch, und zwar in der Frequenz jetzt von viermal täglich auf fünfmal. Seufz. Damit sind wir immerhin in der Gesamtgabe ein bisschen besser (wir hatten ja die Woche über neunmal Tropfen pro Tag), aber es wird ihn halt trotzdem nerven. Nächster Kontrolltermin am Donnerstag, in der Hoffnung, dass die Hornhaut dann komplett zugewachsen ist.
Daheim ließ ich den Kater erst einmal in Ruhe, und zu meiner Überraschung raste er gar nicht gleich raus, sondern marschierte ein bisschen durch die Wohnung, fraß etwas und legte sich dann auf den Balkon. (Den ich nur ungern offen ließ, denn draußen war es, obwohl schon nach acht, immer noch absurd warm.)
Ich ging mit Radler und Buch aufs Sofa, bis der Liebste um neun heimkam. Dann noch ein bisschen Tagesabschluss mit Sternentor und einem Zitronenjoghurt, und der Kater kam sogar mit zu uns und pennte auf dem Sofa. Vertrauensvolles Tier.