Nervige Nacht: Ich musste vier- oder fünfmal aufs Klo (kein Wunder, wenn man abends noch ein Bier und dann beim Heimkommen um neun eine halbe Flasche Wasser trinkt) und war leicht genervt. Dazu war es die erste Nacht wirklich so RICHTIG herbstlich kalt, wie ich mir das eigentlich Mitte September vorstellen würde. Ich ließ das Fenster nur auf Kipp und nahm anfangs sogar eine zweite Wolldecke zur normalen Decke. Damit dann irgendwann ganz gut geschlafen (mit Ohrstöpseln, da schnarchender Kater neben mir) und um kurz nach halb sieben nach einmal snoozen aufgestanden.
Morgens übliche Küchenrunde und Katzenmaintenance, vorher wollte ich aber mal wieder auf die Waage – ich befürchte, dass noch das eine oder andere Kilo dazugekommen ist. Ging nur nicht, da Batterien leer. Dann eben nicht. Also normales Frühstück (das gestern gekaufte Bauernbrot aus dem Brot-vom-Vortag-Korb, nicht mein liebstes Brot, aber egal, mit Frischkäse und Rhabarbermarmelade – die muss doch auch irgendwann mal leer sein) und viel Tee. Zielsetzung: ruhiger Arbeitstag.
Das klappte auch ziemlich gut. Ich hatte (…es wäre ja ein Rekonvaleszenz-Tag gewesen) keinen einzigen Termin, meine noch am Donnerstag eingestellten Beratungstermine waren auch nicht gebucht worden. Ab neun also am Schreibtisch und in aller Ruhe administrativen Kram abarbeiten, Mails beantworten, einmal durch den Terminkalender durchfeudeln. Alles wichtige Sachen, die aber unter Termindruck gern mal liegen bleiben und im Hintergrund herumnagen.
Mittagspause um halb eins mit dem Liebsten, der allerdings wenig Muse fürs ruhige Essen hatte, weil er Ärger mit seinem E-Mail-Account hatte (es sieht sehr nach einem blöden Hacking-Versuch aus). Da wir nichts mehr übrig hatten, bastelte ich uns eine Pastasauce: Morgens hatte ich ein tiefgefrorenes veganes Hack rausgelegt, das briet ich mit Zwiebeln an, ein paar frische Tomaten dazu, ein Glas gestückte Tomaten, bisschen Aceto, eine Aglio-e-Olio-Gewürzmischung, köcheln lassen. Ein paar Penne dazu, fertig. Gutes Mittagessen. Zum Nachtisch der restliche Hefezopf, dazu ein bisschen Kaffee.
Ab zwei wieder am Schreibtisch. Den Nachmittag widmete ich (neben ein paar akuten administrativen Nachfragen und E-Mails und Chatnachrichten vom Chef) meinem Software-Dokumentationsprojekt. Mit der Frage „Wiki ja oder nein“ bin ich noch nicht weiter (…möchte ich aber gern, das gehe ich schon noch an), deshalb nahm ich einfach mal als Basis ein Word-Dokument und begann da zu schreiben und zu screenshotten und zu basteln. Kam ziemlich gut voran, und als ich um sechs Feierabend machte, waren zwei Kapitel mehr oder weniger geschrieben und konnten zum Checken an die Kolleginnen geschickt werden.
(…bisschen blöd nur: Als ich mit der Arbeit fertig war und mir einfiel, dass ich eigentlich den Nachmittag auch für Unterrichtsvorbereitung für Montag hätte nutzen sollen. Nun ja. Ich stellte mir einen Terminreminder für den Samstagvormittag ein. Ist halt so.)
Freitagnacht heißt Datumsnacht, und es ist ja immer noch umbrisch-provenzalischer Markt, das wollten wir natürlich ausnutzen. Erst einmal ins Restaurant, tunlichst nicht in der Innenstadt (…weil knallevoll), sondern in ein Ramenrestaurant auf dem halben Weg, wo wir problemlos Platz bekamen. Sehr gutes Essen dort, für den Liebsten eben klassische Ramen und für mich eine unfassbar gute Thom Ka mit Reis. Nur sehr große Portion und kochend heiß, ich verbrannte mir prompt leicht die Zunge und brauchte insgesamt lang zum Essen. War aber egal, wir hatten es nicht eilig. Am Ende sehr satt.
Dann eine Runde über den Markt, wo es deutlich weniger Tübingerisch und deutlich touristischer war als am Vorabend, aber wir trafen trotzdem noch ein paar Leute. Erstaunlicherweise war es nicht voller als am Donnerstag (was aber auch damit zu tun hatte, dass es halt schon am Donnerstag voll war). Ein zweites Mal zum Seifenstand, wieder 10 Stück geholt (damit haben wir unseren Jahresvorrat), und dann gingen wir zu unserem klassischen Weinhändler aus der Provençe und holten uns eine Flasche Rosé. Den tranken wir den Rest des Abends und schauten uns entspannt das Markttreiben an. Nur ein gutes Plätzchen war nicht einfach zu finden, weil die ganzen Mäuerchen fast ein bisschen zu kalt waren (ich war mit Hoodie und weißer Jacke unterwegs, damit war es prima, aber es war halt zu frisch, um auf Stein zu sitzen). Am Ende standen wir am Holzmarktbrunnen. Sehr guter Rosé dieses Jahr übrigens wieder, wir waren sehr angetan.
Auch sehr nett: Wir kaufen ja seit Jahren am gleichen Stand. Es ist ein Direktverkauf, also die Winzerfamilie verkauft selbst (normalerweise Mutter und Sohn). Ich habe immer brav mein Schulfranzösisch ausgepackt, wenn ich dort war (worüber sich sehr gefreut wurde), aber die letzten zwei Jahre fällt uns auf, dass die beiden, die anfangs wirklich kein Wort Deutsch konnten, so langsam ein bisschen auf Deutsch zu sprechen anfangen. Das Bestellen geht also in einem Französisch-Deutsch-Mischmasch, und alle Beteiligten finden es lustig. Einfach sehr, sehr nett.
Um halb zehn waren wir daheim. Dort noch ordentlich Wasser getrunken, nach dem Kater geschaut und dann mehr oder weniger sofort ins Bett. Schöner Tag, guter Wochenendstart.