Okay geschlafen, nur zu kurz natürlich nach einer Bettgehzeit um halb zwölf. Und dass der Kater um kurz vor sechs ins Schlafzimmer kam und Rabatz machte, half auch nicht. Nun ja. Trotzdem fühlte ich mich nur „normal“ müde beim Aufstehen um zehn nach sechs. Im Schlafzimmer (gekipptes Fenster) 18,6 Grad, was fürs Schlafen offensichtlich super gewesen war.
Katzenmaintenance, aber keine richtige Küchenrunde: Ich räumte nur Zeug weg und machte Tee, aber mit meinem verletzten Daumen (und dem Pflaster) wollte ich nicht mit Wasser in Berührung kommen. Wir haben zwar einen Gummi-Fingerling daheim, aber meiner Erfahrung nach läuft recht schnell das Wasser nach innen und dann ist es genauso doof wie ohne. Plus nassem Fingerling. Das wird mir die nächsten Tage noch mächtig auf die Nerven gehen, fürchte ich.
Der Liebste stand kurz nach mir auf und ging gleich zum Viertel-Lieblingsbäcker, Brot und Brötchen holen. Außerdem eine Packung mit Laugencroissants vom Vortag. Frühstück mit Brötchen, Frischkäse und Marmelade, bisschen schreiben und Blick ins Internet, ich machte je eine Kanne Kaffee und Kräutertee. Um acht setzte der Liebste sich aufs Mopedle und fuhr ins Büro und ich ging duschen und Haare waschen, nicht ohne mir vorher einen Einweg-Silikonhandschuh über die rechte Hand zu fummeln und mit einem Gummiband zu fixieren. Das ging gar nicht schlecht, der Daumen (samt Pflaster) blieb trocken. Nach der Dusche Pflasterwechsel: Die Wunde sieht schon gruselig aus, weil es halt kein Schnitt ist, sondern ein Stück sauber abrasiert wurde. Nun ja.
Um kurz vor neun am Schreibtisch. Erst einmal eine halbe Stunde kommunikative Aufgaben inklusive eines Telefonats mit dem Kairokollegen, der mittlerweile wieder am Stuttgarter Flughafen zurück war und jede Menge Neuigkeiten mitbrachte. Dazu einmal durch Mails und Chat und um halb zehn startete ich das Meeting für meinen zweiten Fortbildungstag.
Leider dieses Mal keine sonderlich gute Fortbildung, muss ich leider sagen. Aus diversen Gründen war der Ablauf ziemlich chaotisch und es gab wahnsinnige Längen. Der Dozent teilweise verwirrend (und selbst verwirrt) und unklar in seinen Abläufen, andere Teilnehmende stellten sich an, als hätten sie das allererste Mal überhaupt mit einem Zoom-Meeting zu tun („wo finde ich die Informationen im Chat nochmal?“), und dann war es auch leider so, dass ich thematisch genauer Bescheid wusste als der Dozent. Er hatte ein paar wirkliche inhaltliche Fehler, die ich teilweise korrigierte, aber irgendwann wurde es mir egal (und ich wollte auch nicht die ganze Zeit klugscheißen), also schaltete ich innerlich so ein bisschen ab. Hatte den Vorteil, dass ich nebenher ohne inhaltlichen Verlust arbeiten konnte, Nachrichten rausschicken, Orgrakrams erledigen, Mails beantworten. Und ein bisschen die Stapel auf meinem Schreibtisch durchsortieren und Sachen abheften.
Den Tag über war ich ja allein, mal abgesehen vom Kater, der mehrfach bei mir vorbeischaute und miauend durchs Arbeitszimmer tigerte. Das Wetter wurde nach der morgendlichen Kühle schnell sonnig und einigermaßen warm (um die 22 Grad). Ich selbst war aber unglaublich durchgefroren, vermutlich auch meinem niedrigen Blutdruck durch den Schlafmangel am Donnerstag geschuldet, und saß mit Pulli, Schal, Stulpen im Arbeitszimmer, die eiskalten Hände um eine heiße Teetasse gewickelt. In der Mittagspause dann auch kein warmes Essen, sondern der (tatsächlich am zweiten Tag fast noch bessere) Bohnensalat und dazu sämtliche Laugencroissants vom Vortag. Und dann ging ich eine Viertelstunde einfach mit dem Kater auf den Balkon, setzte mich in die pralle Sonne und versuchte mich ein bisschen aufzuwärmen. Klappte nur so halb: Als ich um fünf mit der Arbeit fertig war und den heimkommenden Liebsten begrüßte, war ich so bis auf die Knochen durchgefroren, dass ich das Gefühl hatte, ich würde krank werden. Die Räume waren zugegebenermaßen auch nicht wahnsinnig warm. Ich fände es aber andererseits SO cool, wenn wir nicht vor Oktober die Heizung anmachen müssten. (Und am Wochenende sind 27 Grad vorhergesagt.)
Auf jeden Fall ging ich zur Einstimmung des Feierabends erst einmal mit Liebstem und Kater in den Garten, bewaffnet mit zwei Gläsern (alkoholfreiem) Gin & Tonic. Und dann, weil die Abendsonne gar nicht mehr so fürchterlich warm war, wieder rein und auf dem Sofa unter die weiße Wolldecke, noch anderthalb Stunden lesen. So ganz langsam wärmte ich mich wieder auf.
Um kurz nach sieben gingen wir los zu unserer Datumsnacht. Ich bin ja noch in meiner letzten Fortbildung, deshalb wollten wir nicht lang unterwegs sein (es hätte die Option eines Chanson-Konzerts gegeben, aber das passte zeitlich nicht gut) und auch nicht sonderlich viel Alkohol trinken. Wir gingen deshalb zum italienischen Restaurant bei uns ums Eck am kleinen Flüsschen, auch wenn es mir zum Draußensitzen zu kalt war.
Gute Wahl, wir hatten einen sehr schönen Abend dort. (Und mir wurde warm!!!) Als Vorspeise ein Teller Minestrone, ohne weiße Bohnen oder Farfalle und damit für mich etwas untypisch, aber das passte perfekt, denn es kam ja noch ein Teller Penne Arrabbiata hinterher. Dazu ein Glas Montepulciano (als einziger Alkohol des Abends), ein Espresso als Abschluss. Alles sehr gut, und wir waren beide auch so richtig gut gelaunt und ganz schön entspannt. Und aufgewärmt.
Um kurz vor halb zehn waren wir daheim, deshalb ging ich gleich hoch ins Bett und las noch ausführlich. Erstens nach wie vor wirklich tolles Buch, bei dem ich wirklich wissen möchte, wie es weiter geht, und zweitens lesen unter der warmen Bettdecke. Und früher Schlaf, ebenfalls sehr wichtig.