Total schlechte Nacht, keine Ahnung warum – ab vier Uhr war an Schlaf mehr oder weniger nicht mehr zu denken. Dass der Nasenkater mehrfach laut miauend durchs Zimmer raste, half auch nicht wirklich. Beim Weckerlicht am Morgen dementsprechend zerschlagen und insgesamt schlecht gelaunt. Anstrengendes Jahr, so alles in allem. Und demnächst schon Oktober.
Wie auch immer. Morgenroutine mit aufgeregtem Katzentier, und vor mir ein sehr unbestimmter Tag: Der Yogakurs fand vermutlich nicht statt, obwohl die Trainerin eigentlich wieder aus dem Urlaub da war (aber vielleicht noch nicht offiziell) – ich wäre ja eigentlich auch auf dem Weg nach Indien gewesen (Plan 1) oder hätte meinen operierten Fuß schonen müssen (Plan 2). Und mein Unterricht am Morgen war von mir zwar angekündigt, aber von der Teilnehmerin nicht bestätigt worden, was ich auch etwas mühsam fand. Und dann ein Tag voller Listenkorrekturen vor mir. Nun ja. Erst einmal Tee und schreiben. Zum Frühstück das restliche Körnerbrot mit einer halben Gurke und etwas veganer Rügenwalder Lyoner (unser Frühstückstisch sah aus wie in einer Jugendherberge, es fehlte nur der Hagebuttentee).
Badaufenthalt, wo mir der Plastikhandschuh (um meinen Daumen zu schützen) prompt riss, glücklicherweise erst als ich schon mit Duschen und Eincremen fast fertig war. Ich machte das Pflaster weg und überlegte mir, ob es vielleicht schon endgültig ohne ginge, aber nein. Ein bisschen noch. Ich ließ den Daumen aber (mit etwas Wundsalbe eingestrichen) für eine halbe Stunde offen, bevor ich ihn wieder einpackte. Ich werde am Ende eine Packung Fingerpflaster haben, bei der ich nur die großen für die Kuppe alle verbraucht habe und die 12 anderen (kleine für die Kuppe, fürs Gelenk, lange zum „Wickeln“) die nächsten Jahre nie wieder brauchen werde. War bei den letzten alten Packungen auch so.
Ab neun am Schreibtisch. Kurzer Blick in die Mails, dann Unterricht ab halb zehn – ich war ja nicht sicher, ob meine Teilnehmerin überhaupt im Meeting auftauchen würde. Sie kam aber mit ein paar Minuten Verspätung, leicht gestresst: allein daheim, eigentlich Home Office, aber leider krankes Grundschulkind daheim und der Mann konnte nicht übernehmen wegen Bürotermin. Das Kind schaltete sich dann auch recht bald in den Unterricht ein, zunehmend gelangweilt – na ja. Wer kann es ihm verdenken. Wir beendeten das Meeting nach einer Dreiviertelstunde frühzeitig.
Restlicher Vormittag Kommunikation und Orgakrams. Die Kollegin fliegt demnächst nach Indien, zu der Konferenz/Meeting/Prüfung, die ich hätte übernehmen sollen, wenn mir nicht die Fuß-OP dazwischengekommen wäre, die ich jetzt NOCH NICHT MAL HATTE. Bin immer noch reichlich genervt. Andererseits wird das ein stressiger Termin für sie, denke ich, und es ist schon auch okay, dass ich den Stress nicht habe. Die Begleitung von hier aus ist stressig genug.
Um halb eins machte ich Mittagspause. Der Liebste hatte den Vormittag über daheim gearbeitet, war aber um halb zwölf zu einer Kolleginnenverabschiedung nach oben gefahren (…und hatte die Mousse au Chocolat mitgenommen), deshalb restlicher Orzoauflauf allein. Eine Portion kam in den Gefrierschrank, der aktuell aus allen Nähten platzt. Draußen mittlerweile wieder warmes, aber nicht furchtbar heißes Wetter (so um die 25 Grad), als ich auf zwei ins Büro radelte, war es ziemlich perfekt.
Im Büro viel vorbereitendes Gedöns vor Ort und dann ein längeres QM-bezogenes Meeting. Das war einerseits gut, andererseits anstrengend, weil wir in viele grundsätzliche Sachen kamen – Dinge, die mich generell ein bisschen nerven, die schlecht gelöst sind, wo es aber auch teilweise keine einfache, gute Lösung gibt. Aber auch Dinge, wo die gesamtgesellschaftliche Gemengelage im Moment einfach, nun ja, schwierig ist, und das auf uns durchschlägt. Gutes Gespräch so insgesamt, es beschäftigte mich danach noch eine Weile.
Außerdem: Spaß mit Excel, eine Liste nach der anderen durchgearbeitet, und natürlich war keine einzige ohne Fehler. Klar. Immerhin bekam ich das Problem mit dem falschen Datumsformat gelöst (das hatte mich im Juni schon beschäftigt), und zwar, ich wage es kaum zu sagen, mit der Hilfe von LeChat (ich weigere mich, das Programm „Vibe“ zu nennen, bescheuerter Name). Ich habe ja schon große Probleme mit der unkritischen Anwendung von KI. Mit schlauem Prompten und einer klar eingegrenzten Fragestellung kann es aber halt manchmal was. (Und manchmal halt auch nix, klar.)
Um kurz nach sechs Heimfahrt. Dort Begrüßung des Liebsten, der mich mit der (für mich) traurigen Nachricht empfing, dass die Mousse au Chocolat so gut angekommen war, dass nichts (NICHTS) für uns übrig geblieben war. Oh well. Ich ging erst einmal mit dem meckernden Kater in den Garten (so unglaublich trocken alles – der Liebste hat vor zwei Tagen die Stauden alle gegossen, damit sind die Wasserfässer schon wieder fast leer) und schaute nach dem kleinen Apfelbaum. Konnte tatsächlich auch schon einige ernten, zwar nicht sehr groß, aber mit schönen, roten Bäckchen. Da wir noch Äpfel übrig haben und am Morgen mit der Gemüsekiste eine Ladung Äpfel geliefert wurde, ist die Apfelschublade jetzt bis oben voll. Wir werden also eher in Richtung baldiger Apfelkuchen gehen und eine zweite Mousse au Chocolat erst einmal aufschieben.
Gemeinsames Kochen war ein großer Topf klassisches Chili mit Sojaschnetzeln, Mais, Pilzen und dem übrigen Chili-Zeugs (Paprika, Kidneybohnen, Tomaten und scharfes Chilipulver, was sich als gar nicht scharf herausstellte). Nachtisch ein paar Marzipankartoffeln.
Damit aufs Sofa zu einem Netflix-Vorschlag, den ich mir schon länger gebookmarkt hatte: die Miniserie The Seven Dials, eine Agatha-Christie-Verfilmung. Dies und dann auch noch Martin Freeman (wenn auch nur in einer Nebenrolle), den ich ja sehr schätze: Klar, dass ich das sehen musste. Und wir wurden nicht enttäuscht, also bis jetzt, die letzte Folge (und damit die Auflösung) fehlt uns noch. Aber sehr, sehr schöne Verfilmung, tolle Hauptdarstellerin, großartige 20er-Jahre-Atmosphäre. Natürlich alles recht typisch für die Zeit (Secret Society, seriously?), aber ein großer Spaß zum Anschauen. Und auch angenehm, dass es keine Serie mit quasi offenem Ende ist, die über viele Folgen läuft und am Ende ausplätschert (wie es bei Castle der Fall war) oder immer blöder und blöder wird. Sondern eine ausführliche, spannend erzählte Geschichte in drei Folgen. Für unsere Aufmerksamkeitsspanne ziemlich perfekt.