Okay geschlafen, zwanzig nach fünf miauend geweckt worden, noch Liegenblieben bis kurz vor sechs ausgehandelt und dann den Kater auf die Dachterrasse gelassen. Das Fenster ist seit ein paar Tagen nachts komplett zu, und morgens merkt man wirklich schon die Kälte der Nacht. (Und die Heizung würde im Zimmer auch anspringen, wenn ich sie nicht nachts ganz zurückdrehen würde.)
Morgens neben Katzenmaintenance eine ausführliche Küchenrunde (Spülmaschine war durchgelaufen, Herd musste wegen der Braterei vom Vortag gründlicher geputzt werden), als ich fertig war, war es sieben und ich musste schon wieder auf die Uhr schauen. Vor mir ein langer Bürotag, morgens mit einem neuen Einzelunterricht, ich wollte nicht zu spät los.
Deshalb etwas Tempo. Schnelles Schreiben, Porridge zum Frühstück, dann eine Blitzdusche, und pünktlich um zwanzig nach acht war ich auf dem Fahrrad. Grüne Jacke ging noch (es war auch trocken und schöner Morgenhimmel), aber ich nahm das erste Mal einen richtigen Schal und Handschuhe (einstellige Temperaturen). Damit Fahrrad kein Problem.
Arbeitsamer Tag. Ich startete mit dem neuen Unterricht, eben der, bei dem ich mir von LeChat hatte Ideen zusammenstellen lassen. Klappte auch alles ganz gut, nicht weil die Ideen so wahnsinnig toll gewesen wären (wenn auch nicht schlecht), sondern weil das Gesamtpaket passte und die Teilnehmerin eine Menge lieferte. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Freue mich aber darauf (einfach auch ein bisschen Challenge für den Kopf). Wird mich die nächsten Wochen begleiten (jetzt ist aber erst gleich mal Pause bis November).
Schon kurz vor dem Unterricht hatte ich im Teamzimmer einen merkwürdigen, leicht muffigen und mir sehr vertraut vorkommenden Geruch wahrgenommen und ihn nach etwas Nachdenken mit dem großen Koffer in Verbindung gebracht, der dort in der Ecke stand. Kurz kombiniert: Das war der Koffer der Indienkollegin, die gestern zurückgereist war, und den Geruch kannte ich deshalb, weil meine Tasche und vor allem mein kleiner Koffer immer noch genau gleich riecht (seit Juni!). Es muss irgendetwas im Hotel gewesen sein, vermute ich, keine Ahnung. Sie hatte den Geruch eher als nicht schlecht wahrgenommen (Gewürze und so), ich eher schon (in Richtung feuchtes, altes Haus).
Nun ja. Ich begrüßte noch kurz ihren Mann (letztes Jahr war ich eine Woche bei ihnen, als ich in Mexiko war – sie dort damals noch wohnend), der zum Kofferabholen gekommen war.
Restlichen Vormittag: eine Beratung (supernett), dann Indien-Nachbesprechung und Vorplanung fürs nächste Jahr. Mittagspause um Viertel nach eins mit restlichem Kartoffelbrei und Karotten, dann noch ein Indien-Meeting, und um kurz vor drei konnte ich schließlich mal den normalen Krempel angehen, Mails durchsehen und so. Und drei superwichtige Punkte von den hinteren Plätzen der Erlediliste endlich abhaken. Viel, viel, viel paralleler Orgakram im Moment wieder.
Um fünf machte ich Feierabend und fuhr nach Hause (jetzt ohne Handschuhe, es hatte ungefähr 16 Grad). Dort begrüßte ich den Liebsten im Arbeitszimmer und wurde quasi zeitgleich sofort richtig ätzend unterzuckrig (vermutlich der Büroschokolade geschuldet, die ich gegen Hungerloch um halb vier gegessen hatte). Eine Flasche alkoholfreies Radler half recht schnell, aber meine Güte. Das sollte ich eigentlich besser wissen.
Anschließend auf jeden Fall (jetzt wieder zwar hungrig, aber mit normalem Kreislauf) gemeinsames Kochen, ein typischer Rumfort-Nudelsalat: ein offenes Glas Remoulade, eine angebrochene Packung Tofuwürstchen, ein Kohlrabi, das übrige Bund Radieschen mussten alle verbraucht werden. Dazu eine halbe Packung Erbsen zu den Nudeln: Sehr gutes Abendessen. Nachtisch der Rest Apfelkuchen.
Der Liebste hatte am Mittag noch eine neue Eissorte angesetzt (Mousse au Chocolat-Eis, wir sind aber nicht so sicher, was das mit Mousse au Chocolat zu tun haben soll), die jetzt durchfrieren muss und dann, passend zum kalten Wetter harhar, das Dessert für die nächsten Tage wird. (Das Eis-Buch hat nach Jahreszeiten sortierte Kapitel, es war mir bis jetzt auch neu, dass für manche Leute „Weihnachten“ und „Eisessen“ offensichtlich problemlos zusammengehen.)
Restlicher Abend Rückzug aufs Sofa, zu Blaulichtquatsch (letzte Folgen Heliretter) und den Rookies. Premiere: Der Liebste heizte den Ofen an (wir haben die Heizung nur sehr moderat angemacht und im Wohnzimmer hatte es nur wenig über 18 Grad). Mit Feuer und mit Decke war es okay. Zu dritt mit schlafender Katze sowieso.