Nacht mit Übergangsdecke und Wolldecke, damit war die Temperatur ganz okay (trotzdem nachts zwischenzeitlich heiß, frühmorgens kalt). Nun ja. Mittelprächtig geschlafen, ich kam morgens nur ausgesprochen unwillig aus dem Bett, vermutlich auch den zwei superlangen Tagen geschuldet. Erst einmal ausführliche Katzenmaintenance (Magi kam von draußen, wie die letzten zwei Tage auch schon, und verschwand nach der Fütterung auch wieder raus – deutliche Frühlingsanzeichen, ich hoffe nur, er findet auch jedes Mal wieder rein), Küchenrunde. Ich freute mich über die Mittwochsroutine mit Yogakurs und einem Home Office-Tag mit dem Liebsten daheim. Eigentlich hatte ich nachmittags Bürozeit geplant, aber da ich nur Onlinetermine hatte und wir das Vor-Ort-Gespräch schon am Dienstagnachmittag abgehakt hatten, war der Tag – hoffentlich – etwas entspannter.
Erst einmal Tee und Müsli, außerdem schrieb ich schnell (negativ ausgedrückt: hektisch, positiv: zügig, flink, hurtig, flugs) den Blogeintrag für die letzten beiden Tage zusammen. Ein bisschen gefrustet bin ich gelegentlich, dass ich fürs Schreiben nicht so viel Zeit habe, wie ich gern hätte – eigentlich würde ich mir schon gern über jeden Satz so richtig Gedanken machen, also vielleicht nicht wirklich über jeden, aber eben… mehr halt. Vor allem, wenn die Tage eigentlich so einen typischen Routineablauf haben und ich denke „SO langweilig, es ist ja nichts passiert außer Arbeit“. Irgendetwas gibt es ja eigentlich immer zu berichten oder zu beschreiben, aber man muss die gedankliche Pause im Kopf haben, um überhaupt darauf zu kommen. Und das ist in der Morgenroutine manchmal schwer unterzukriegen (und abends noch mehr).
Um acht Yogakurs, nachdem Harold mir das Schlafzimmer freundlicherweise gesaugt hatte. (Ich fand natürlich trotzdem noch Staub in den Ecken – man darf sich mit so einem Roboter nicht der Illusion hingeben, das normale Saugen sei nun nicht mehr nötig. Es gibt genug Bereiche, in die er nicht kommt. Der faule Strick.)
Guter Kurs mit einigen herabschauenden Hunden, viel Bauchmuskelarbeit, Wirbelsäule gut durchbewegt. Ich war ausgesprochen zufrieden damit, wie gut alles ging, vielleicht abgesehen vom Kuhgesicht – das ging zwar auch, aber ich merke so langsam, wie mir mein linker Arm wieder beginnt weh zu tun. Es wird allerhöchste Zeit, dass ich das Fitness wieder in meinen Tagesablauf integriert bekomme, damit habe ich damals, in Kombination mit Yoga, die Armschmerzen ja ursprünglich wieder wegbekommen.
Um Viertel vor zehn am Schreibtisch. Da ich einen wichtigen Punkt (Resultatsbesprechungen) mit dem Kollegen schon am Vortag hinbekommen hatte, konnte ich daheim bleiben. Das war sehr gut, denn der Tag war angefüllt mit Onlinemeetings. Ein paar länger (eins 90 Minuten, eins eine Stunde), die anderen immer nur so zehn oder fünfzehn Minuten, aber halt von zehn Uhr morgens bis abends um sechs über den ganzen Tag verteilt. Dementsprechend dicht war es und meine Erlediliste mit wichtigen Tasks am Ende voller als am Tagesanfang. Zwischendrin ein kleines bisschen Orgakrams, noch zwei spontane Telefonate, die Mailbox einigermaßen abgearbeitet – ich war eigentlich sehr zufrieden. Nur voll halt.
Nichtsdestotrotz Zeit für Pause um kurz vor eins, Mittagessen und Zeitungsrätsel mit dem Liebsten und frischen Nudeln mit der restlichen Bolo, danach ein Cheesecake-Joghurt. Und ein bisschen gehaushaltet: Morgens hatte ich schon eine Katzendecke in die Waschmaschine gesteckt und die Spülmaschine gestartet, neben dem mittäglichen Maschinenleeren ließ ich Harold noch im Bad fahren und putzte ihm ein bisschen hinterher. Am Sonntag hatten wir das große Putzen ja ausfallen lassen (wegen unterwegs), aber das Bad hat halt, naja, weiße Fliesen und alles, da fällt der Dreck einfach sehr schnell auf und ich mag ihn nicht ignorieren.
Raus kam ich den ganzen Tag nicht, ein bisschen schade, denn draußen war schönstes Wetter. Blauer Himmel, Sonnenschein, es fühlte sich sehr nach Frühling an (fanden auch die Katzen und saßen lang auf der Terrasse). Auch die Räume wurden sofort wieder warm, was recht angenehm war (arbeiten mit 20 Grad im Zimmer ist einfach besser als mit 18 Grad), nur im Schlafzimmer machte ich mir schon etwas Gedanken, als es auch dort auf über 20 Grad hochging. Was jetzt völlig in Ordnung ist (abends sinkt die Temperatur wieder schnell), aber für den Sommer Böses erahnen lässt. Nun ja.
Um sechs Feierabend. Der Liebste war eine halbe Stunde früher fertig und schon beim Kochen: Als ich runterkam, duftete das ganze Haus nach Aloo Palak (Curry mit Kokosmilch, Kichererbsen, Kartoffeln und Spinat, von uns mit Pilzen ergänzt). Morgens war die Gemüsekiste gekommen, deshalb hatten wir frischen Spinat (aus Italien – ich hatte etwas gezögert beim Bestellen, aber nun ja), frische Pilze und Kartoffeln sowieso, außerdem einen frischen Ingwer, der extrem aromatisch war. Sehr gutes Essen. Nachtisch brauchte ich keinen mehr.
Am Abend sehr große Unlust, was die TV-Unterhaltung anging. Einerseits wollte ich mich berieseln lassen, andererseits hatte ich auf irgendeine Serie keine Lust (wir haben gerade alles ziemlich abgegrast und ich habe zwar ein paar neue Ideen in meinem Medien-Trello, aber nun ja: keine Lust halt). Ich versuchte über Joyn ein bisschen Sat1-Blaulichtporno zu finden, aber die Seite war so dermaßen bescheuert aufgebaut (unter anderem stimmten die Benennungen der Folgen nicht, und eine chronologische Reihenfolge war auch nicht erkennbar), dass ich es irgendwann sein ließ und stattdessen die Mastodon-Timeline des Tages nachlas.
Der Liebste fand schließlich irgend so eine Heimverbesserungs-Doku im ZDF, die ersten beiden Folgen mit Thema Garten („die Gartenprofis?“ keine Ahnung), in der dritten ging es um die Umgestaltung eines Arbeitszimmers. Das war insgesamt ganz nett anzuschauen, vor allem, weil die Projekte relativ „normal“ waren (das erste war ein größerer Hospizgarten, ansonsten ein klassischer – recht spießiger – Doppelhaushälften-Garten, und dann eben ein kleineres Arbeitszimmer für zwei Personen in einer Mietwohnung). Nur erstaunlich unreflektiert teilweise („hier ein asiatischer Busch für den Garten, der blüht so schön“, heimische Herkunft bei dem Gartenbauer offensichtlich nicht so wichtig, „die Mauersteine sind aus indischem Sandstein“, beim anderen offensichtlich auch nicht). Trotzdem richtiges Berieselungsmaterial, bis ich um halb zehn nach oben ging und endlich wieder ein neues Buch anfing.