März! Und Frühling in Riesenschritten, auch wenn sicher noch mal eine Kältewelle kommen wird. Trotzdem die Schneeglöckchen seit Wochen in voller Blüte, der violette Krokus jetzt ebenfalls (der letzte, der meine ausufernde Zwiebel-Einpflanzaktion vor ca. zwölf Jahren überlebt hat), und die Narzissen und Tulpen (!) stecken auch schon die Blätter durch die Erde. Mit strengem Frost rechne ich auch nicht mehr. Am Morgen der Garten allerdings noch regennass.
Ich schlief ziemlich lang, wurde um Viertel vor acht vom Liebsten geweckt, der die Kater versorgt hatte und in der Küche herumklapperte. Langsames Aufstehen, auch deshalb, weil ich einen ziemlich verspannten und schmerzenden Rücken hatte, nerv – ich bewegte mich erst einmal vorsichtig durch. Dann Spülmaschine, Kalender im Haus umstellen (der März sollte akzeptabel voll werden, dazu ein paar Tage Urlaub und schließlich der Start der Weiterbildung – sieht alles ganz gut aus). Schließlich Tee.
Traditionelles englisches Frühstück, noch mehr Tee. Ausführliches Schreiben, ein bisschen Internet leerlesen, im Erdgeschoss saugten die Roboter. (Reichlich genervt von Magi, der irgendwie am Betteln war und es schaffte, sich permanent Howard mitten in den Weg zu setzen, bis ich ihn – also Magi – schließlich auf den Schoß nahm, den Honk.)
Gegen halb elf ging ich duschen und beschloss, reichlich genervt von mir selbst (weil mir die Zeit am Sonntagmorgen schon wieder so davonsickerte), ins Fitness zu gehen und das neue Sonntagsangebot auszuprobieren. Ich war gespannt, ob es gähnend leer oder eher voll werden würde.
Kurz nach halb zwölf da, und zu meiner Überraschung war es sehr voll, fast so viel wie zu den Stoßzeiten werktags gegen fünf. Der größte Teil der Leute schien aber gerade so eine Stunde vor mir gekommen zu sein (so halb elf oder elf vermutlich, das hatte ich mir ja eigentlich auch vorgenommen) – bei meiner ersten Geräterunde war es noch gedrängt, dann leerte es sich zusehends. Zwischenzeitlich extrem genervt von einer Frau, die sich an einem Gerät einfach ziemlich unverschämt vordrängelte (und etwas von einer verletzten Hand murmelte, was sie aber nicht daran gehindert hätte, eine Minute zu warten, die dumme Nuss). Dann von mir selbst genervt, dass ich mich über die Frau so ärgerte, also nicht in dem Moment, sondern danach, ohne gut „abhaken“ zu können. Nun ja. Ansonsten natürlich sehr anstrengend, und es war auch wärmer als erwartet, ich war in meinen Sportklamotten sehr schnell ziemlich verschwitzt. Hm.
Auch nur so halb überzeugend: Ich hatte meine Bluetooth-Kopfhörer mal wieder mitgenommen und hörte während des Trainierens zwei Podcasts an, aber so richtig optimal ist das noch nicht. Erstens kenne ich die Bedienung der Kopfhörer noch nicht so gut und wusste deshalb nicht, wie man pausieren oder lauter-leiser stellen kann, musste dafür also immer das Handy aus der Tasche fummeln, und zweitens kostet das Trainieren dann offensichtlich doch mehr mentale Kapazität als erwartet. Ich fand es schwer, konzentriert zu trainieren und gleichzeitig einem Wissenspodcast (in diesem Fall zwei Folgen RadioWissen von BR 2) zuzuhören. In diesem Fall gewann das Training und ich bekam vom Podcast nur so die Hälfte mit. Ich muss mir vielleicht fürs Training so ein paar Laberpodcasts runterladen, wo es ein bisschen egal ist, wenn ich nicht alles höre.
Um kurz nach eins daheim. Zweite Hälfte Pizza zum Mittagessen, und weil es draußen die Sonne rausgekommen war, ging ich mit dem Liebsten für eine große Runde in die Stadt. Einmal quer durch die Altstadt (viele Leute unterwegs), ausführlicher Spaziergang mit Zwischenstopp im Ranitzky, einem recht traditionellen Kaffeehaus am Marktplatz. Da war ich schon länger nicht mehr gewesen und überrascht, wie veganfreundlich die Karte mittlerweile ist. (Veganen Kuchen hatten sie allerdings nicht, aber immerhin milchproduktfreie Sorten.)
Heimweg mit langem Umweg über die untere Altstadt und den alten Bota. Sehr warm und hell in der Sonne (wir brauchten beide unsere Sonnenbrillen), immer noch ziemlich kühl im Schatten, sodass ich zwischen zu warm – kalt – zu warm ständig hin- und herwechselte. Etwas nerviges Wetter. Aber hey, Sonne!
Den restlichen Nachmittag daheim beschäftigte ich mich ein bisschen mit dem Blog, Lieblingströts vom Februar sammeln, und machte einen Wochenplan für die kommende Woche. Der Liebste übernahm währenddessen die Wäsche – damit war, bis auf das noch nicht geputzte Bad, auch der ganze Haushalt für das Wochenende erledigt. (Natürlich nervte mich dann den Rest des Abends die kritische Stimme im Kopf: „Das Bad! Du wolltest das Bad putzen! Ist ja klar, dass du nicht hinkriegst, was du dir vornimmst! UN-DIS-ZI-PLI-NIERT!!“)
Den Tag über hatte ich immer wieder im Guardian die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten nachgelesen (soweit man das halt konnte – alles sehr schnell), auf die Nachrichten am Abend verzichteten wir. Ich brauche keine Kriegsbilder aus dem TV in meinem Kopf, da tummelt sich sowieso schon genug. Ich hatte Bekannten aus dem Iran morgens mal übers Handy geschrieben und vorsichtig nachgefragt, wie es ihnen geht (sie sind in Deutschland, haben aber natürlich Familie im Iran), aber noch keine Antwort bekommen. Alles, nun ja. Puh. Ich hoffe, es kann etwas Gutes daraus entstehen.
Abends gemeinsames Kochen, ein im Ofen überbackenes Chili (mal wieder komplett from scratch inklusive Hefeschmelz und ganz ohne gekauften Streukäse, ein Kontrapunkt zu dem teilweise doch sehr convenience-lastigen Essen der letzten zwei Tage). Ein paar Folgen QI, dann früh nach oben und dort noch länger gelesen. Bisschen Energie für die kommende Woche sammeln.