Schon wieder wach ab fünf, und dieses Mal wollte ich wirklich, wirklich gern noch ein bisschen schlafen. Machte deshalb das gekippte Fenster wieder zu (die Vögel machen einen erstaunlichen Lärm früh am Morgen) und lag dann die nächsten knapp anderthalb Stunden schlecht gelaunt unter der Decke. Viel zu müde zum Aufstehen, aber einschlafen tat ich natürlich auch nicht mehr. Nun ja. Trotzdem fühlte ich so einigermaßen ausgeruht, als ich schließlich aufstand – das Problem ist ja meist nicht das direkte Aufstehen (naja doch, das manchmal auch), sondern das Mittagsloch.
Katzenmaintenance, der Kater hatte sich auf dem Sofa platziert (dort hatten wir abends die braune Kuscheldecke liegen lassen, das gefiel ihm wohl), beide kamen aber für die Medikamente. Im unteren Katzenklo leider etwas blutiger Durchfall zu sehen – ich tippe auf Magi, eigentlich war es bei ihm ja wieder in Ordnung, aber – keine Ahnung. Alle zwei Wochen fällt uns etwas auf. Gefressen wurde immerhin von beiden mit Appetit.
Gemeinsame Küchenrunde, von mir leicht genervt, weil der Garten natürlich jetzt in voller Blüte steht, inklusive Gräsern, und das bedeutet für mich halt Heuschnupfen-Hochzeit. SO nervig. Immerhin bis jetzt nur auf laufende Nase (und leicht kratzigen Hals) beschränkt und noch ohne Medikamente zu händeln. Dann Frühstück, der Liebste holte uns Brötchen und ich aß die zweite Hälfte der Avocado vom Mittwoch (immer noch nicht super , aber etwas besser). Ausführliche Körperpflege, während der Liebste ins Büro verschwand, und ab neun war ich am Schreibtisch, bewaffnet mit einer Kanne Kabusé.
Insgesamt ein ganz guter Fortbildungstag, allerdings mit ein paar Abzügen in der B-Note. Angefangen damit, dass der (neue) Dozent die erste gute Stunde (!) mit einer Vorstellungsrunde verbrachte, was einfach viel, viel, viel zu lang ist (auch nicht hilfreich, dass ich beim Kennenlernspiel einen saublöden Fehler machte, der mir ziemlich peinlich war, auch wenn es objektiv wahrscheinlich gar nicht so schlimm war, aber halt bescheuert). Thematisch war für mich auch nicht so wahnsinnig viel Neues dabei, aber schon eine nette Zusammenstellung und Bündelung von bekanntem Wissen, das alles irgendwo so in meinem Kopf herumwaberte – das war generell schon okay. (Ich weiß ja, dass in der Weiterbildung einige bekannte Inhalte drankommen, und habe mir die Bündelung ja genauso erhofft.) Nur hätte ich gern etwas mehr Struktur gehabt und mehr sinnvolle Aufteilung (Plenumsphasen und Gruppenarbeitsphasen besser verteilt, sowas). Außerdem finde ich es immer ganz nett, wenn man schon eine PPT hat, dass man sie dann auch benutzt, wenn sie inhaltlich passt natürlich. Hier wurde sie nicht benutzt, war aber auch nicht so gefüllt, dass man sie anschließend allein hätte durcharbeiten können (dafür zu wenig Inhalt). Und schließlich finde ich es auch anstrengend, wenn in Zoom-Meetings ewig lang der Bildschirm geteilt wird, obwohl man die geteilten Inhalte gar nicht mehr braucht. Nun ja. Also insgesamt schon okay und ich nahm einiges mit, auch guter Austausch in der Gruppe, aber die ersten beiden Runden waren besser.
Parallel zur Weiterbildung natürlich ein bisschen kommunikativen Orgakrams erledigt, das ging ganz gut, weil sich die Anzahl der Mails und Fragen in Grenzen hielt. In der Mittagspause restlicher Rote-Bete-Salat und ein paar Seiten im Buch, außerdem machte ich eine Kanne Kaffee, damit der Liebste am Nachmittag auch etwas abbekam (er kam um halb zwei aus dem Büro, da war ich allerdings schon wieder oben).
Um halb fünf waren wir durch, ich machte eine blitzschnelle Nachbereitung und ging um Viertel vor fünf aus dem Haus: Yogakurs vor Ort in der Firma, und ich hätte mich zwar online dazuwählen können, aber ich hatte den Tag über genug Zoom-Meeting gehabt. Erstaunlich warm draußen, ich war nur mit Pulli unterwegs und steckte die Jacke (für den Abend) in die Tasche.
Guter Kurs, wenn auch sehr anstrengend – ein paar Stehpositionen, die ordentlich Muskelkraft in Beinen und Rücken erforderten. Ich war positiv überrascht, wie lang ich die Positionen halten konnte. Nicht dass sie einfach gewesen wären, schon alles sehr mühevoll, aber ich konnte in den Positionen bleiben und musste sie nicht früher abbrechen. Das wäre noch vor einem Vierteljahr anders gewesen, denke ich. Ob sich da jetzt schon der Wechsel auf das schwerere Muskelaufbauprogramm im Fitness bemerkbar macht? Das wäre natürlich super.
Das war also sehr schön, davon abgesehen war ich allerdings irgendwie angespannt und unruhig und latent schlecht gelaunt. Keine Ahnung. Normalerweise ist Yoga ja sehr gut dafür geeignet, den Kopf frei zu bekommen, aber das gelang mit dieses Mal nicht so richtig.
Nach dem Kurs vom Liebsten abgeholt worden und in die Stadt. Sehr voll, alle in den warmen Frühlingstemperaturen unterwegs, vor allem sehr viele Abiturient:innen – der schriftliche Teil des Abis scheint vorbei zu sein. Ich fand das ein bisschen merkwürdig: War man nicht früher erst unterwegs mit Abi-Shirt und allem (übrigens sind mittlerweile wohl keine bedruckten Shirts mehr in Mode, sondern Hoodies), wenn die Prüfungen komplett vorbei waren, also auch der mündliche Teil? Etwas komisch. Gönnen tue ich es diesen jungen Menschen ja.
Der Liebste und ich gingen auf jeden Fall zu unserem Stamm-Italiener – ich hatte Lust auf Pasta und wollte auch ein bisschen Alkohol, auch wenn der dritte Tag der Weiterbildung noch anstand. Deshalb also Altbewährtes: gegrilltes Gemüse und ein Prosecco vorneweg, dann Spaghetti Aglio e’Olio und ein Glas Primitivo für mich, Penne Arrabbiata und ein Radler für den Liebsten. Als Abschluss ein Espresso, und dann lud uns der Wirt wieder auf einen Grappa ein, das war dann schon sehr nett und sehr rund.
Daheim nicht mehr groß vor den Fernseher. Stattdessen verbrachten wir einfach noch ein bisschen Zeit mit Quatschen und langsamem Müde-werden, bis es schließlich zehn war und damit mal eine _normale_ Bettgehzeit.