Zwanzig nach fünf wach geworden und ins Bad gegangen – spät genug, dass Magi bereits in meinem Arbeitszimmer schlaf-lauerte und mit mir ins Bett spazierte, als ich wieder zurückging. War aber egal: Ich wärmte mich noch ein wenig unter der Decke auf, hatte aber sowieso keine Entspannung mehr fürs Schlafen, und um Viertel vor sechs ging dann das Weckerlicht an. Fünf vor sechs stand ich auf.
Katzenmaintenance (offensichtlich doofes Futter, von beiden mit empörten Nasenrückenrunzeln betrachtet), kleine Aufräumrunde, dann reichte es mir sogar noch eine Tasse Tee und eine blitzschnelle Dusche, um nicht so ganz schlafig aus dem Haus zu müssen, sondern wenigstens Deo, geputzte Zähne und ein eingecremtes Gesicht zu haben. Kurz vor sieben ging ich los, den Liebsten am Flughafen abholen.
Corsa zwei Seitenstraßen weiter geholt (erst leicht verpeilt in die falsche Richtung – nämlich in Richtung Büro – gelatscht, so ganz wach war ich noch nicht), dann 40 Minuten Fahrtzeit, das ist für den Werktagsmorgen-Berufsverkehr Richtung Stuttgart völlig okay (nur einmal Stop and Go und meistens zwischen 60 und 100 km/h, insgesamt im Rahmen). Deutlich weniger anstrengend als gedacht, trotz Fahrt gegen die Sonne (Sonnenbrille half) und bei zapfiger Kälte (ungefähr drei Grad plus, aber der Corsa hatte eine Sitzheizung).
Überpünktlich am Flughafen, wieder an dem superpraktischen Parkplatz ziemlich gleich am Flughafen-Anfang geparkt – er ist auf der Anfahrt nicht so gut zu sehen und deshalb meistens halb leer, dabei spart man sich das ganze anstrengende Gekurve über das Flughafengelände und ist bei der Rückfahrt mehr oder weniger sofort auf der Bundesstraße. Ich stand noch ein paar Minuten vor Terminal 3 rum, und um fünf nach acht kam der Liebste, ebenfalls superpünktlich und (nach nur wenigen Stunden Schlaf) ziemlich überdreht. Im Gegensatz zu mir – deshalb nahm ich nach kurzer Begrüßung das Angebot gern an, dass er zurückfuhr.
In Tübingen stellten wir das Auto ab und gingen erst einmal schnell bei einem Bäcker frühstücken. Dann brachte der Liebste seine Sachen nach Hause, packte Bürozeug heim und verschwand gleich auf den Berg zum Arbeiten, und ich holte uns noch einen Strauß Tulpen (eigentlich zwei, einmal rot, einmal gelb-orange, ich mischte sie in der Vase) und ging dann zum Arbeiten nach Hause.
Daheim Blick auf die Katzen und eine Kanne Gunpowder, ab halb zehn eine halbe Stunde an den Rechner, Kommunikation abarbeiten, und dann erst einmal „richtig“ unter die Dusche und vor allem Haare waschen. Den restlichen Vormittag konzentriert im Qualitätsmanagement-Kaninchenloch verschwunden und ein paar dringend benötigte Dokumente überarbeitet. Das nächste Audit rückt mit bedrohlicher Geschwindigkeit näher, und es ist noch ein Sack Sachen zu tun.
Um eins Mittagspause mit einer Portion Chili aus dem Tiefkühlfach (das hat sich durch den Berlinaufenthalt des Liebsten ziemlich geleert, es ist an vorgekochten Sachen nur noch eine grüne Dose mit einer Art Nudelauflauf drin – keine Ahnung, was für einer, leider hat niemand eine Beschriftung auf die Dose gemacht), danach ein Vanillequark. Eine zweite Kanne Gunpowder und ein kurzer Blick ins Internet, dann in die Küche: Wir haben schon wieder überreife Bananen übrig, also machte ich das Standard-Bananenbrot zur Resteverwertung. Damit werden sie dann wenigstens auf jeden Fall gegessen. Um halb drei kam es in den Ofen und ich ging wieder zurück an den Schreibtisch.
Am Nachmittag noch ein kurzes organisatorisches Meeting mit der Kollegin, ansonsten vertiefte ich mich in diverse Statistiken und spielte mit Excel-Diagrammen herum. Und war um Viertel nach fünf, als der Liebste nach Hause kam, gerade mit einer wichtigen Aufgabe fertig, sodass ich beschloss, auch mit der Arbeit aufzuhören. Zwar Minusstunden gemacht, aber das ist ja durchaus gut. Und ich hatte einiges wegbekommen an dem Tag.
Kurzer Austausch mit dem Liebsten, unter anderem über diverse Bestellungen: Es war ein Päckchen elastischer Verbände mit Klettverschluss gekommen – der Liebste möchte gern seinen schmerzenden Ellenbogen entlasten – und ein bisschen Nierenentgiftungspulver für die Kater, außerdem ein Päckchen schwedischer Putzlappen, die überall als supertoll beworben worden waren, sich dann aber als mehr oder weniger normale, dünne Schwammtücher herausstellten. Aber immerhin plastikfrei und kompostierbar.
Außerdem über Magi geredet, die Tierärztin hatte nämlich wegen seiner Laborwerte angerufen (am Montagabend schon). Kurz gefasst: Die bisherigen Baustellen sind alle mehr oder weniger unverändert (Leberwerte okay, weiße Blutkörperchen im Referenzbereich, Nierenwerte nicht super, aber auch keine Verschlechterung). Was sich verschlechtert hat, sind die Herzwerte und dann vor allem der T4-Wert (also das Schilddrüsenhormon Thyroxin), was auch die schlechteren Herzwerte erklärt. Was ich so nicht wusste, aber jetzt zum ersten Mal gesagt wurde, ist dass seine schwankenden Schilddrüsenwerte von einem gutartigen Tumor in der Schilddrüse kommen. Deshalb kann man die Werte extrem schlecht einstellen, weil dieser Tumor sich halt nicht vorhersagbar verhält – mal wird weniger produziert, mal mehr. Wir werden jetzt also bei den Schilddrüsentabletten wieder auf die höhere Dosierung gehen und müssen dann in einem Monat noch einmal schauen. So Glas halb voll-Glas halb leer-Nachrichten.
Dann Feierabendprogramm. Wir gingen schnell in den Supermarkt nebenan, in erster Linie für Wasserkisten und Katzenfutter (und noch tausend Kleinigkeiten), danach gemeinsames Kochen: eine Schüssel Kartoffelsalat, norddeutsch angehaucht, weil wir Mayo und Creme Vega im Kühlschrank hatten, die verbraucht werden mussten. Der Kartoffelsalat mit Kohlrabi, Radieschen (es gibt die ersten regionalen), Sprossen, saurer Gurke und angebratenem Räuchertofu, das war dann schon eine sehr gute Mischung. Als Nachtisch natürlich das frische Bananenbrot (das ich mit gehackter Kuvertüre und etwas Kakao in eine Art Schokoladenkuchen verwandelt hatte): Sehr, sehr gut geworden.
Restlicher Abend Feuerwehrcontent mit zwei Katzen, während der Liebste auf dem Sofa einschlief (kein Wunder, in der Nacht davor nur drei oder vier Stunden Schlaf bekommen). Bis acht hielt er einigermaßen durch, dann war es für ihn vorbei und er ging ins Bett. Ich war noch etwas mit den Katern beschäftigt (Nasenkater auf den Balkon raus- und wieder reinlassen, Magi Futter zeigen, sowas) und ging dann auch zum Lesen nach oben. Gegen halb zehn Licht aus – ich hatte auch ein bisschen Schlaf nachzuholen.