Ganz okay geschlafen, mal abgesehen von Hitze (noch bin ich nicht bei der dünnsten Decke, sondern der eigentlich Herbst-und-Frühlingsdecke, denn eigentlich ist es NOCH FRÜHLING) und lärmenden Vögeln (looking at you, Elstern). Gegen halb sieben stand ich auf und schaute erst einmal auf die Dachterrasse: Gießen war noch nicht nötig, Vogelbad war allerdings fast leer (es scheint also doch nicht am Sprung in der Schale gelegen zu haben) und insgesamt fünf Schnecken sammelte ich ab. Und ein paar Fraßschäden an einem der beiden Basilikum (Basiliken?) fand ich auch. Der Rest wächst aber gut.
Der Liebste übernahm währenddessen die Katzenmaintenance: Der Kater kam zum Fressen und Medikament-Nehmen ins Haus, alles gut, aber Magi lag auf dem Schattendeck im Deck Chair und wollte da nicht weg. Also trug der Liebste Medikamente, Katzenwurst, Leberwurstpaste und Nassfutter zu ihm raus und fütterte ihn im Sessel liegend. Erfolgreich: Alle Medikamente und eine richtig große Portion Nassfutter wurden weggegulpt. Er sah insgesamt auch wieder deutlich besser aus, das Auge ganz okay (wurde nicht mehr zugekniffen), und er lag eigentlich recht entspannt im Sessel. Fand es offensichtlich toll, ein bisschen betüddelt zu werden.
Dann Morgenroutine mit Küchenrunde, Tee, Müsli mit Erdbeeren, ein bisschen schreiben, während im ganzen Haus alle Fenster offen waren und wir kühle Luft ins Haus zu bekommen versuchten – ich kann es nicht fassen, dass man schon im Mai damit anfangen muss. (Übrigens ganz toll: In Südindien aktuell tödliche Hitzewelle, das ist zwar nicht exakt die Region, in die ich in einem Monat fliege, aber auch nicht ganz woanders.) Draußen ein wunderschöner Frühlingsmorgen mit blauem Himmel. Der ganze Garten explodiert geradezu, beide Buschrosen stehen in voller Blüte, dazu der Zierlauch (brummend vor Bienen), und die Wiese ist auch voll mit Hahnenfuß und Storchenschnabel und allem möglichen anderen. Bei mir zwar heftige Heuschupfen-Niesattacke und laufende Nase… aber sonst schon schön!
Ruhiger Vormittag. Ich las ein bisschen im Internet herum, kramte ein bisschen herum und ging dann mit dem Liebsten auf die Dachterrasse: Gießen und vor allem unser Bewässerungssystem wieder aufstellen. Das besteht ja ziemlich low-tech aus zwei großen Plastikwannen in die sozusagen Leitungen hängen, die auf der anderen Seite mit so einem Terrakotta-Stöpsel verbunden sind. Der Stöpsel kommt in den Pflanztöpfen in die Erde, und darüber „saugen“ sich die Pflanzen dann aus den Wannen das Wasser. Bis jetzt bin ich noch nicht so ganz sicher, ob das so wirklich hilft – wir müssen trotzdem noch gießen, aber ich denke, immerhin ein bisschen weniger. Und in den letzten Sommerurlauben blieben die Sachen wenigstens mehr oder weniger am Leben, während wir weg waren. Also bringt es wohl doch ein bisschen was.
Noch etwas herumgeräumt (den Gelben-Sack-Mülleimer mal ausgewaschen, Unkraut aus den Ritzen im mittleren Balkon entfernt, dann kippte der Liebste etwas kochendes Wasser nach, um auch die Unkrautwurzeln zu killen. Mal sehen, ob das was bringt.
Um halb elf ausführliche Dusche und dann für ein paar Stunden ins Arbeitszimmer. Ich bin mit der Nachbereitung meiner Weiterbildung etwas im Rückstand. Man muss dort regelmäßig kleinere Aufgaben abgeben, die man am besten relativ direkt nach dem jeweiligen Modul erledigt, und ich war schon zwei Module hintendran. Außerdem gibt es am Ende ein großes Abschlussdokument, eine längere Ausarbeitung (eine Art Hausarbeit, Portfolio genannt), die man am besten auch kapitelweise schon während der Weiterbildung verfasst, da war ich auch noch nicht sehr weit. Ich schaute mir also das Material an und machte Notizen und schrieb und war damit die nächste Zeit beschäftigt, nur um kurz nach eins von einmal Mittagessen (zweite Portion Kartoffelgratin) unterbrochen. Am Ende hatte ich zwar beim Portfolio nicht weitergemacht, aber mit den Zwischenaufgaben war ich auf dem aktuellen Stand. Das war für mich wichtig nicht nur wegen des Arbeitsfortschritts, sondern auch weil ich die Aufgabe des letzten Moduls erledigt hatte. Das Modul fand ich ja nicht nur strukturell und von der Performance her nicht gut, sondern ich fand es vor allem auch inhaltlich nicht überzeugend. Jetzt nach einer intensiveren Nachbereitung und Beschäftigung damit muss ich sagen: Ja, meine Kritikpunkte sind absolut valide und wurden eher bestärkt, aber ich konnte trotzdem ein oder zwei Elemente finden, die ich für mich mitnehmen kann (alles andere ist halt für mich sinnlos, da unpassend). Damit ist es abgehakt.
Anschließend noch ein bisschen Unterrichtsvorbereitung für den Dienstag, die ich am Freitagabend nicht mehr geschafft hatte. Dazu mal wieder seit längerem etwas intensivere KI-Nutzung in Form von LeChat: Ich lud einen Zeitungsartikel hoch und bat ihn, mir dazu diverse Fragen zum Leseverständnis zusammenzustellen, in unterschiedlicher Form.
Klappte halt überhaupt nicht. Lesen ist eine hochkomplexe Angelegenheit, und KI kann nicht lesen. Und macht dann so lustige Dinge wie eine Multiple Choice-Aufgabe, bei der die Antwortmöglichkeiten ungefähr so aussahen:
Warum möchte die Bundesregierung die Reformen so schnell wie möglich umsetzen?
a) (…hier stand die richtige Antwort)
b) (…irgendetwas anderes, vergessen)
c) Weil die EU davon die Weiterführung der Finanzhilfen abhängig macht.
Ach interessant, dachte ich, hat die EU mit dem Thema auch zu tun? Das ist ja ein interessanter Nebenaspekt, habe ich den überlesen? …schaute also im Dokument nach, und natürlich wird nirgendwo mit auch nur einem Wort EU oder Finanzhilfen erwähnt. Der Liebste meinte, ich hätte der KI im Prompt ausführlich angeben müssen, dass sie nur den hochgeladenen Text und sonst keine weiteren Quellen benutzen darf, aber mein Prompt war „die Antworten müssen im Text zu finden sein“, und für mich implizierte das natürlich, dass alle Fragen sich auf den Text beziehen müssen, auch die Multiple-Choice-Fragen. Das ist ja der Witz daran, dass man die korrekte Antwort herausfiltern muss unter lauter Optionen, die sich alle auf den Text beziehen. Aber offensichtlich „weiß“ die KI das nicht, und die Antwort war ja „falsch“ , also wo ist das Problem? Dann noch ein paar weitere Albernheiten wie z.B. richtig-falsch-Fragen, wo die richtige Antwort wörtlich im Text zu finden ist (was man nicht umgehen kann, indem man „die Antwort darf nicht wörtlich im Text stehen“ promptet, dann werden nämlich einfach nur die Verben nominalisiert, harhar). Kurz gefasst: Lesetraining mit KI geht nicht. Aber immerhin hatte ich so ein Arbeitsblatt mit Schwachsinnsfragen und konnte sie Schritt für Schritt durchgehen und verändern, und es fällt mir deutlich leichter, Müll zu korrigieren, als bei Null anzufangen. Das half dann immerhin schon.
Gegen drei war ich fertig, und auch wenn es draußen mittlerweile sehr heiß war (mindestens 30 Grad), wollte ich mich dringend bewegen und raus nach der langen Zeit am Schreibtisch. Ich cremte mich also sorgfältig mit LSF ein, motivierte den Liebsten mitzukommen, setzte die Sonnenbrille auf und wir marschierten eine gute Stunde am Flüsschen entlang.
Schön (angenehme Luft, ganz leichte Brise), aber grenzwertig sowohl von der Hitze als auch von der Anstrengung her – ich bin einfach erschreckend unfit und nach einer Stunde schnellem Gehen ziemlich platt. Der Biergarten auf dem Weg hatte auch geschlossen, und so richtig viel Schatten gab es nicht, deshalb waren wir am Ende wirklich sehr durch. War aber trotzdem eine gute Idee. (Alles so schön frühlingshaft!)
Daheim erst einmal kalt abgeduscht, dann für die nächsten Stunden auf den Lesesessel, ich startete ein neues Buch (nachdem ich mich erst ein bisschen mit der Tolino-App herumgeärgert hatte, die wollte nämlich das Buch einfach nicht laden). Nun ja. Irgendwann ging es und ich versank ein bisschen.
Um halb sechs machte ich mit dem Liebsten schnell einen Wochenplan für die kommende Woche und ging dann zu den verreisten Nachbarn, im Vorgarten gießen. Dann gemeinsames Kochen, nach einer guten Stunde Schnippelei hatten wir einen wunderbaren Shepherd’s Pie mit Spinat und Tofu im Ofen. (Bisschen lustig: Im Kochbuch steht „Winter Comfort Food“ als Kommentar, harhar. Halt da ohne frischen Spinat und frische Tomaten.)
Der Liebste schaute nach den Katern (beide okay, beide am Fressen interessiert, wollten halt nur nicht rein), dann Abendessen. Sehr gut.
Restlicher Abend ein bisschen Blaulichtcontent, bevor wir ins Sternentor abtauchten. Um halb zehn ging ich noch einmal in den Garten: Magi war stundenlang nicht reingekommen und ich wollte schon gern nach ihm sehen.
Ich fand ihn, mit Taschenlampe bewaffnet (also ich), bei der Nachbars-WG im Sessel auf deren Terrasse. Wogegen grundsätzlich erst einmal nichts einzuwenden ist, aber ich wollte ihn jetzt zur Nacht trotzdem gern drin haben, also klemmte ich ihn mir unter den Arm und trug ihn zurück. Unter Mühen, denn im Nachbarsgarten mitten im Weg saß ein Igel, schaute mich mit kleinen Knopfäuglein an und rollte sich dann zusammen, anstatt mir aus dem Weg zu gehen, sodass ich über ihn drüber steigen musste. (SO niedlich.)
Daheim parkte ich Magi auf dem Sofa (fand er einigermaßen ok), und dort blieb er. Zumindest bis halb elf, als wir dann ins Bett gingen.