Erstes Mal aufgewacht um Viertel vor sechs – das gilt als komplett ausgeschlafen, auch wenn ich danach noch zwanzig Minuten im Bett herumdöste. Sehr gut. Noch nicht einmal die Decke hatte ich nachts wechseln müssen, sondern hatte mit offener Terrassentür und gekippten Fenstern unter der Übergangsdecke gut geschlafen. Der Peak der Wahnsinnshitze scheint wohl vorerst erreicht zu sein, auch wenn es noch heiß bleibt und wir natürlich morgens alles aufmachten. Trotzdem eine gute Tendenz – auch die Pflanzen auf der Dachterrasse sehen alle gut aus, ich musste wenig gießen (die Bewässerung scheint zu funktionieren), es sah alles frisch aus und war eifrig am Wachsen. Und: Die erste der drei Zucchinipflanzen hat Blüten, und mindestens fünf Tomatenpflanzen blühen jetzt auch. Hihi.
Der Liebste hatte währenddessen die Kater versorgt (wollen momentan beide unten – wenn schon nicht draußen – gefüttert werden, die Honks), Magi ging es deutlich besser, er war agiler und fraß mit Appetit. SO schön. Kleine Küchenrunde, Müsli zum Frühstück, dann ging der Liebste früh aus dem Haus und ich ließ mir etwas mehr Zeit: Home Office für die nächsten Tage und zwar vormittags durchgehend Termine, aber ohne frühen Start. Auch ohne Yoga allerdings, das wird sich erst nach den Pfingstferien wieder ändern. Auf jeden Fall schreiben, ausführliche Dusche, Harold betütteln (er meckerte erst wegen angeblich verstopfter Bürste – war nicht der Fall – und fand dann den Weg zur Ladestation nicht mehr zurück), eine Kanne Gunpowder kochen. Erster Blick auf die E-Mails um halb neun, ab neun war ich richtig am Schreibtisch.
Der Vormittag bestand aus einer Meetingschlange mit diversen Beratungen und einem längeren Meeting meiner Abteilung. Ein paar wichtige Themen angesprochen, ein paar Leuten mit unangenehmen Vorschlägen auf die Nerven gegangen, nun ja. Ein bisschen nachbereitet, dann war es halb eins und im Arbeitszimmer wurde es schon wieder unangenehm warm. Natürlich alles nach der morgendlichen Lüftung längst zu und verschattet, aber der Rechner heizt das Zimmer einfach auf.
Auf jeden Fall Mittagessen (restliches Dinkel-Tabbouleh), gelieferte Gemüsekiste wegräumen, Salat waschen, feststellen, dass keine Pilze geliefert wurden („momentan nicht lieferbar“ stand auf der Rechnung). Das war etwas blöd: Warum sind denn Champignons (die einfach in Kellerboxen wachsen und eigentlich ganzjährig Saison haben) plötzlich nicht lieferbar? Merkwürdig. Ich ging auf jeden Fall zum Supermarkt nebenan und holte ein paar Pilze und gleich noch zwei Schalen Erdbeeren, wenn ich sowieso schon da war. Und nahm der Kassiererin ein Päckchen Panini-Fußballsammelbilder ab, weil sie mich so lieb darum bat. Es gibt zwar keine sammelnden Kinder (mehr) in der Nähe, aber egal. (Drei Fußballbilder in der Packung, zwei von drei Spielern kannte ich nicht.)
Am Nachmittag hatte ich keine Termine mehr und beschäftigte mich mit administrativem Krams (hänge immer noch der übervollen Woche hinterher) und ein bisschen Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung. Außerdem schaute ich mal nach Magi, in der Hoffnung, ihn zu ein bisschen Schlabberpaste überreden zu können. Leider war von ihm aber nichts zu sehen, im Haus sowieso nicht, aber auch nicht auf dem Schattendeck, im Garten, unter dem Ziegenstall oder bei den Nachbarn auf der Terrasse. Etwas merkwürdig. Natürlich gibt es noch ein paar Ecken mehr, wo es kühl ist und er sich zurückziehen kann (unter irgendwelchen Büschen oder im Schuppen der Nachbarn), aber normalerweise finde ich ihn nach ein bisschen Suchen. Hm. Drei Stunden später war er wieder da.
Um halb sieben machte ich Feierabend – zwar nicht so wirklich befriedigend „fertig“, aber fertig genug, und ich war einfach ziemlich platt. Durch die geschlossenen Fenster war die ganze Bude unangenehm stickig und ich fühlte mich wie unter einer Glasglocke. Sehr viel getrunken den Tag über (neben Sachen mit Koffein auch anderthalb Liter Wasser), und trotzdem war ich matschig und merkte auch den Heuschnupfen heftig.
Der Liebste (der trotz der Hitze das Laufen wieder aufgenommen hat und dementsprechend klatschnass war – der Weg zur Arbeit ist gut, aber der Heimweg bei 30 Grad vielleicht nicht so eine super Idee) machte das Abendessen und eine gute halbe Stunde später hatten wir so eine Art Curryreis mit Erbsen und Pilzen. Gutes Essen, ziemlich scharf durch die grüne Currypaste (neue Sorte, die offensichtlich hält, was sie verspricht). Nachtisch natürlich Erdbeeren.
Den restlichen Abend dann mit etwas Bauchweh, keine Ahnung warum, auf dem Sofa, ab kurz nach neun von Magi begleitet, den der Liebste aus dem Garten reintrug. Abendunterhaltung waren die letzten zwei Folgen der aktuellen Bergwacht-Staffel In höchster Not (SCHON WIEDER VORBEI! Menno), dieses Mal mit ein bisschen Cannyoning-Rettung. Die Bayerischen Alpen scheinen offensichtlich alles an Notfällen zu bieten, was man sich so ausmalen kann, Steinschlag, Gletscherspaltenstürze, Absturz in die Klamm oder einfach nur zahlreiche verirrte Leute. Perfekte Urlaubsregion, offensichtlich.