Ins Wochenende sliden, Freitag 3.7.2026

Ganz okay geschlafen und einigermaßen erholt frühmorgens wach – klar, die Temperaturen sind nachts immer noch so, dass man die Fensterläden besser teilweise auflässt, um ein bisschen Luftaustausch zu haben (…Ventilatoren sind unterwegs), und dann wird es halt hell. In diesem Fall stand ich auf um sechs. Erst einmal gießen auf der Dachterrasse, alles so sehr schön dieses Jahr! Ich antizipiere eine hoffentlich reichliche Tomatenernte, es sind reichlich (noch grüne) Früchte dran. Der Liebste kam hoch und schnitt eine reife Zucchini ab. Meine Sorge, dass alle an der Pflanze verfaulen, hat sich also auf jeden Fall nicht bewahrheitet. Auch sonst schöner, kühler Morgen, die Kater kamen aus dem Garten angerannt, fraßen beide eifrig und verschwanden wieder raus, wir lüfteten die Bude und der Liebste ging beim Viertel-Lieblingsbäcker Frühstückszeug holen. Noch ein Arbeitstag, aber das Wochenende schon in greifbarer Nähe.

Ab neun am Schreibtisch. Ich schaute erst einmal nach der positiven Mail vom Vorabend, ob ich mich nicht vielleicht doch irgendwie verlesen hätte und es gar keine so guten Nachrichten gäbe, aber nein: Steht da tatsächlich so. Das sah auch der Chef so, der sich bereits (aus dem Urlaub!) gemeldet und gratuliert hatte.
Echter Stimmungsbooster also zum Arbeitsstart, und den nahm ich dann mit und arbeitete die nächsten Stunden konzentriert. Eine Stunde Unterricht, ansonsten keine Termine mehr, also Zeit, die Mailbox durchzuackern und Zeugs zu erledigen. Dazu Übergaben von zwei Kolleg:innen, die in den nächsten beiden Wochen Urlaub haben und von mir vertreten werden, ein bisschen Rechnungsnachbearbeitung… Zeugs halt. In ganz guten Temperaturen: Ich hatte vormittags eine lange Hose an.

Um halb zwei Mittagspause mit dem Liebsten auf der Dachterrasse, mit restlichem Chickpea Masala und Salat. Und weil ich mir ja Stundenabbau vorgenommen hatte und alles ganz gut aussah (okay, kein Unterricht für die kommende Woche vorbereitet, aber dafür ist nächste Woche noch Zeit), schloss ich damit den Arbeitstag einfach ab und ging ins Wochenende. Und zwar direkt dort auf der Dachterrasse, wo ich mein Buch zu Ende las.
Das Buch, Welcome To Murder Week von Karen Dukess, hatte ich ja in Kochi in der Flughafenbuchhandlung gekauft und noch am Gate begonnen zu lesen, und es ist eine ganz nette, seichte, etwas vorhersehbare Geschichte, so ein bisschen im Stil von Eleanor Oliphant, nur vielleicht noch seichter und amerikanisch angehauct. Gerade richtig, wenn man todmüde auf Flughäfen herumhängt, und nach dem Lesen darf es jetzt direkt auf den Bücherschrank-Stapel wandern.

Nach dem Lesen ein bisschen Mastodon-Timeline nachlesen, ein bisschen Ausruhen auf dem Bett, weil ich ziemlich müde war, und außerdem sind die Dachterrassen-Stühle eigentlich ziemlich unbequem. Warm war es auch (ich hatte von langer Hose mittlerweile auf kurzen Rock gewechselt). Wirklich schlafen konnte ich nicht, erst recht nicht, als ich irgendwann, so gegen vier oder halb fünf, im Garten ein Motorsensengeräusch hörte und feststellte, dass der Liebste mittlerweile seinen Arbeitstag auch abgeschlossen hatte und im Garten herumzuarbeiten begann.
Ich holte mir ein Radler und ging zu ihm: Eigentlich wollte ich nur ein bisschen zuschauen (so wie die Kater), aber irgendwann nahm ich mir die Gießkanne (beide Wasserfässer sind voll, den Gewittern Anfang letzter Woche sei Dank) und goss alle Staudenbeete. Und füllte den Gartenteich ein kleines bisschen auf (misstrauisch von zwei Fröschen beobachtet). Und weil ich dann schon dabei war, jätete ich in den Beeten noch ein bisschen, während der Liebste den hinteren Teil des Gartens mähte und den linken Komposthaufen auflöste und die Erde im Garten verteilte. Leichte Brise, nicht zu heiß (ungefähr 27 Grad): perfektes Wetter für Gartenarbeit.

Um halb sechs gingen wir wieder rein. Gründliche Reinigung, dann zog ich eine kurze Leinenhose und ein frisches Shirt an und ging mit dem Liebsten zusammen in die Innenstadt. Yogakurs fiel an dem Tag aus, ich hatte also keinen Abendtermin, und wir gingen schon etwas früher los: Unser Spirituosenhändler hatte nämlich nachmittags angerufen, um das zweite Tasting, für das wir Karten hatten, leider, leider auch abzusagen. Sehr schade (für ihn vor allem), und er war auch sehr traurig, aber die Stimmung ist halt insgesamt sowieso eher tendenziell weniger alkoholaffin, außerdem merken die Leute die teuren Preise und sparen dann halt an als so als Luxus wahrgenommenen Sachen. Und dann natürlich die Hitzewelle: Da geht Alkohol sowieso nicht, und es hatte sich während der Extremhitze so angefühlt, als würde man nie wieder was trinken wollen. Langer Rede kurzer Sinn: Sie hatten halt nur sieben Karten verkauft, das war zu wenig.
Wir gingen also zum Händler, um das Geld für beide abgesagte Tastings abzuholen (das für Mitte Juni war ja auch abgesagt worden). Das war also ein etwas unverhoffter kleiner Haufen Geld, den wir, wenn wir schon mal da waren, in Spirituosen anlegten. Einmal probierten wir einen Rum, der mich jetzt nicht so wahnsinnig interessierte, aber der Liebste fand ihn toll: Takamaka Creol Cask, von den Seychellen. Schon ganz interessant auf der Zunge. Und dann noch zwei Whiskys: Einmal einen schottischen Single Malt, Murray McDavid von der Auchroisk Distillery, mit Bourbon Finish. Und dann einen Whiskey von der West Cork Distillery. Davon hatten wir ja schon was daheim, deshalb schaute ich im Trelloboard nach, fand auch den Eintrag, aber keine Details dazu, war mir aber ziemlich, ziemlich sicher, dass wir diesen spezifischen nicht hatten: nämlich einen Single Malt im Calvados-Fass ausgebaut. Alle relativ günstig, sodass noch Geld übrig blieb.

Fürs Essen waren wir noch etwas zu früh, deshalb noch ein bisschen durch die Stadt mäandert, spontan für mich ein reduziertes Shirt gekauft (weiß mit blauen Streifen und sehr schönem Schnitt), für den Liebsten ein Buch gekauft, und dann zum Lieblingscafé/bistro, ein bisschen in den Schatten setzen, den Leuten zuschauen (die Stadt war voll, aber nicht unangenehm) und den Abend mit einem Crodino Spritz einläuten.
Zum Essen gingen wir hoch zum Schloss, zum Mauganeschtle, eher hochpreisige, moderne, schwäbisch angehauchte Küche (Maultaschen als Spezialität), wo wir vor drei Jahren das letzte Mal waren. Seitdem haben sie ihre Terrassen-Kapazitäten weiter ausgebaut und die Terrasse jetzt auf zwei Ebenen mit tollem Blick über Unterstadt und Weststadt, mitten im Zentrum und trotzdem unter Bäumen und so. Gutes Essen auch: Grünes Gazpacho für den Liebsten, Salat mit Pfifferlingen für mich als Vorspeise, danach mit Linsen gefüllte frittierte Teigtaschen mit Salat für den Liebsten und klassische Linsen mit Dinkelnudeln für mich. Die Linsen kriegen wir selbst gleich gut hin, aber die Dinkelnudeln waren wirklich sehr gut. Wir teilten uns dazu eine Flasche Rosé vom Kaiserstuhl (vom gleichen Weingut, bei dem wir auch gelegentlich bestellen, fand ich lustig), danach einen Espresso, und danach war ich zwar etwas unangenehm vollgefuttert, aber davon abgesehen alles sehr schön.

Daheim Katermaintenance (im Garten, beide wollten bei den angenehmen Temperaturen nicht rein), außerdem Zeugs wegräumen und mich ein bisschen über mich selbst ärgern: Denn natürlich haben wir den West Cork Whiskey doch schon daheim, und dass ich mich daran nicht erinnern konnte, na gut, aber es steht halt tatsächlich so im Trello Board. Keine Ahnung, warum ich das im Laden übersehen habe. Nerv. Wir werden ihn aber vermutlich umtauschen können.
Auf jeden Fall ein bisschen Sofazeit mit einem Birnenschnaps als Absacker und zwei Folgen SG1. Ins Bett mit tatsächlich perfekt angenehmen Temperaturen (so knapp 23 Grad im Schlafzimmer) und auch sonst insgesamt ganz guter Dinge.