Einen Tag Ruhepause hatte ich mir gegönnt, dann ging es gleich weiter im Takt: Klar, es war ja noch Juni und der allerletzte dringende Termin in Form einer Prüfung (vor Ort) stand an. Leichtes Erschrecken deshalb am Morgen, als ich das Weckerlicht zwar im Halbschlaf sah (ganz okay geschlafen), dann aber kein Piepsen kam und es beim Blick auf die Uhr schon 6:40 war (er hätte um 6:15 piepsen sollen). Irgendwie hatte das Lichtweckerprogramm sich aufgehängt und war auf der halben Strecke des Sonnenaufgang-Modus hängengeblieben. Damit natürlich wirklich gar keine Zeit mehr: Ich goss einmal gründlich die Dachterrasse, räumte kurz in Küche und Wohnzimmer auf und verschwand dann sofort unter die Dusche, ganz ohne Tee und alles. Um halb acht ging ich mit dem Liebsten aus dem Haus. Kurzer Stopp beim Viertel-Lieblingsbäcker für ein Frühstück auf die Hand, dann gleich ins Büro.
Dort erst einmal zwei Stunden Herumgerödel. Zwar hatte dankenswerterweise mein Kollege alles für die kommende Prüfung vorbereitet (weil ich zwar die eigentliche Prüfungsverantwortung hatte, aber ja erst mit Indien und dann Überstundenabbau beschäftigt gewesen war), aber es gab mit einer technischen Komponente ein paar Probleme und deshalb einige erklärende Mails und Dinge zu tun. Ich probierte mit der Kollegin ein bisschen herum und wir fanden eine ganz okaye Lösung, aber trotzdem wurde es mit weiteren Vorbereitungen und eigentlichem Prüfungsstart halb zehn, bis ich die Prüfungsaufsicht an die Kollegin übergab und mir MEINE ALLERERSTE Tasse Tee des Tages machen und frühstücken konnte.
Den restlichen Tag angenehme Routine. Zwar voll, weil ich neben der laufenden Prüfung auch noch Unterricht für den Abend vorbereiten und natürlich durch meine Mails durchgehen und Sachen bearbeiten und halt einfach kommunizieren musste, aber ich hatte Zeit für eine Mittagspause (zweite Hälfte Nudelsalat) und kam ganz okay voran. Unter anderem fand ich für den Unterricht am Abend ein paar nette kleine Informationen, Schaubilder, Text, Fragen, zum Thema Antarktis (genauer gesagt die Neumayer III-Forschungsstation dort), und das war ziemlich sicher unterbewusst: Denn es war in den Räumen immer noch wirklich, wirklich krass warm. Ich war nur mit blauem Kleid und Sandalen unterwegs und trotzdem am Tag mehrfach nassgeschwitzt. (Was teilweise auch am Kleid lag, das letzten Sommer neu gekaufte Vaude-Kleid in dunkelblau, wunderschön und praktisch mit Taschen und so, aber es ist halt aus Kunstfaser und wird vermutlich beim Schwitzen eher kontraproduktiv sein.) Im Büro hatten wir einen Ventilator, den ich im Zehnminutentakt an- und ausmachte, weil es ohne sehr schnell doof wurde, mit Luftzug war aber halt, naja, Zug. Am Nachmittag begann ich schon wieder heiser zu werden.
Anyway. Ab fünf dann eine Stunde Unterricht online (das Antarktis-Thema kam sehr gut an), während es draußen immer dunkler und dunkler wurde und man den Gewitterwolken beim Aufbauen zusehen konnte. Um sechs war ich dann fast fertig, musste nur noch die letzten Sachen von der Prüfung zusammenpacken… naja, schlechtes Timing, es wurde sehr windig und dann kam endlich das erwartete Gewitter, mit Regenböen, die waagrecht über die Straßen geweht wurden. Ich rief den Liebsten an und blieb halt noch ein bisschen (ein bisschen Regen okay, aber SO sehr klatschnass wollte ich dann doch nicht werden).
Um sieben hatte es sich ausgeregnet und ich kam trocken nach Hause. Dort hatte der Liebste schon das Essen fertig (im Ofen garte ein fantastisch aussehender Rumfort-Auflauf mit Orzo, Zucchini, Paprika, Borlottibohnen, Streukäse und dem veganen Petros-Feta) und war mächtig genervt im Arbeitszimmer. Es ist nämlich, wenig überraschend, gar nicht so leicht, einen ordentlichen Ventilator zu bekommen, der nicht völlig überteuert ist, einigermaßen leise ist, von keinem Betrugs-Fake-Shop kommt und keine vier bis sechs Monate Lieferzeit hat. (Wir hätten halt mitdenken und schon im Februar bestellen sollen, dass wir die Dinger ab jetzt generell brauchen werden, hat sich ja nun wahrlich abgezeichnet.) Jetzt haben wir auf jeden Fall zwei bestellt, die beide noch im Juli geliefert werden sollen. Wir werden sehen.
Restlicher Abend auf dem Sofa, mit immerhin einem Nasenkater (Magi zog das Schattendeck vor), der sich widerwillig durchkraulen ließ und dem wir bei der Gelegenheit eine bereits vollgesogene, riesige Zecke aus der Haut holten. Blöde Drecksviecher und SO eklig. Spricht aber dafür, den Kater regelmäßiger zu kraulen. Auch wenn er das anders sehen wird.
Zum Abendessen der extrem gut gelungene Auflauf (die Sachen ohne Rezept sind manchmal einfach die besten), als Nachtisch der restliche Sahnequark mit Erdbeeren, die leider allerdings viel besser aussahen, als sie schmeckten (ziemlich sauer). Und dann durchs Sternentor, während langsam die Bude abkühlte (SO GUT) und ich mir irgendwann sogar eine lange Schlamperhose anzog. Um kurz vor zehn ins Bett und dort noch ausführliches Lesen. Ganz zufrieden mit dem langen Tag.