Ganz okay geschlafen, nur sehr früh morgens geweckt worden, weil Magi ins Schlafzimmer kam und sich zwischen meinen Waden zusammenrollte. Dort schlief er zwar noch friedlich anderthalb Stunden, aber ich eher nicht mehr so. Zumindest nicht völlig unverkrampft. Dass der Nasenkater kurz darauf vorbeischlappte, half auch nicht. (Er blieb aber nicht lang, weil ich – empörend! – die Dachterrassenläden zu hatte und er nicht raus konnte.)
Um sieben stand ich schließlich auf und ging mit dem Liebsten (und Magi) erst einmal auf die Dachterrasse, gießen und ungefähr ein Kilo Tomaten ernten. Und zwei Zucchini, von denen eine schon etwas größer war als vermutet, weil sie sich nämlich ganz clever hinter einem Topf versteckt hatte und dort friedlich vor sich hin gewachsen war. Diese Woche soll es wieder heiß werden: Ich bin gespannt, wie die Pflanzen das überstehen. Wir haben theoretisch noch eine ganze Menge Tomaten zu ernten.
Morgenroutine mit Katzenfütterung und Küchenrunde, Schreiben und schneller Dusche, und um kurz nach neun gingen wir zum Viertel-Lieblingsbäcker, um auswärts zu frühstücken. Es war warm vorhergesagt, ich hatte aber morgens noch eine lange Hose an und eine Windjacke eingesteckt. Wie sich schnell herausstellte, war beides nicht nötig: Es war nicht kalt und wurde sehr schnell wärmer. Gemütliches, wenn auch schnelles Frühstück draußen, wir nahmen noch einen Brot-vom-Vortag-Laib und einen Laib Toastbrot mit und spazierten gemütlich wieder nach Hause. Dort bisschen herumgeräumt, außerdem setzte ich mich an den Laptop und machte ein bisschen Foto-Datensicherung (also lud Bilder von meinem Handy manuell auf unsere Cloud). Das geht ja leider nicht mehr automatisch, und beim letzten Versuch der automatischen Synchronisation hatte er sämtliche Bilder von 2022 bis 2025 doppelt hochgeladen, sodass ich nicht nur Bilder von 2026 sichern, sondern auch doppelte Bilder löschen musste. Leicht genervt. Ging aber am Ende doch schneller als befürchtet.
Dann organisierten wir unseren Tages-Programmpunkt: Wir wollten nach Ludwigsburg, und zwar, weil der Liebste dort eine Eismaschine (eine „richtige“ mit Kompressor) über Kleinanzeigen zur Abholung gekauft hatte. Und Ludwigsburg bietet sich ja durchaus für einen Tagesausflug an. Wir packten also eine Tasche, nahmen Wasser und die restliche Pizza vom Vorabend mit, der Liebste buchte uns ein Auto (einen Skoda Oktavia, größeres Auto für die Autobahn) und gegen halb zwölf gingen wir los. Beide gut eingecremt, in kurzen Klamotten, mit Kappen und Sonnenbrille: Es war viel wärmer als erwartet, locker 30 Grad. (Und würde im Lauf des Tages noch etwas heißer werden.)
Relativ entspannte Fahrt über Bundesstraße und Autobahn, na ja, so entspannt wie es über Bundesstraße und Autobahn halt sein kann, mit recht viel Verkehr und Baustellen und so. Ich war froh, dass der Liebste sich angeboten hatte zu fahren. Gegen eins waren wir da und fuhren in ein großes Parkhaus gegenüber vom Schloss. Direkt angekommen, setzten wir uns auf eine Bank in einem kleinen Park und aßen unsere Pizza, und dann orientierten wir uns ein bisschen und gingen in Richtung Touri-Sightseeing-Attraktion.
Mein Gedanke war gewesen, eventuell das Schloss zu besichtigen und auf jeden Fall den großen Schlosspark („Blühendes Barock“), denn dafür ist Ludwigsburg ja bekannt. Dieser Plan hatte sich allerdings schnell erledigt: Im Innenhof des Schlosses wurden gerade Sitze und Bühne und so weiter aufgebaut (Schlossfestspiele oder ähnliches, die in ein paar Tagen beginnen sollten), man konnte also nirgendwo richtig rein. Also gingen wir an der Schlossmauer vorbei bis zum Parkeingang. Dort traf uns schier der Schlag: Der Eintritt kostete pro Person 14,- Euro. Und klar, es ist ein großer Park (30 Hektar, wurde uns von dem netten Menschen am Eingang versichert), und er ist sicher sehr schön gestaltet, aber man konnte schon von außen sehen, dass einige Flächen braun und vertrocknet und viele Stauden und Büsche verblüht waren (…wir befinden uns in der dritten Hitzewelle dieses Jahres), und es war außerdem so heiß (…Hitzewelle), dass wir sicher nicht zwei Stunden durch den Park hätten laufen mögen. Und dafür 28,- Euro war uns dann doch zu teuer.
Wir verzichteten also und bogen stattdessen in Richtung Innenstadt ab: Ein bisschen Stadt ansehen (joa, schon schön, aber nur für die Stadt hätte es sich eigentlich nicht gelohnt – außer wir hätten die absolut pittoresken Schnuckel-Altstadtecken übersehen), ein bisschen shoppen, Kaffee trinken.
Und das machten wir dann auch. Erst einmal im Zickzack herumäandert, bis wir zufällig an einem Vaude-Store vorbeikamen, wo wir uns ein bisschen aufhielten (es war klimatisiert und uns wurde ein Wasser angeboten) und Dinge kauften: Ich ein kurzärmliges und ein langärmliges Shirt, beide in braun-beige-Tönen, und der Liebste eine sehr, sehr coole kleine Fahrrad-Gepäckträgertasche. Man kann sie mit Laschen hinten auf dem Gepäckträger festschnallen, aber genauso gut mit Tragegurt als quasi-normale Handtasche benutzen. (Na ja, man sieht schon, dass es keine „Handtasche“ ist, aber sie ist trotzdem super.) Einziges Manko war die Farbe, langweiliges Schwarz, aber egal. Irgendwas ist ja immer.
Weiter durch die Stadt. Die Orientierung ist nicht sonderlich schwer, das Zentrum ist nicht groß und es ist alles quadratisch aufgebaut. Wir gingen über den (riesigen) Marktplatz und landeten schließlich an einem zweiten Platz, eigentlich nicht wahnsinnig schön an einer Straße und größtenteils versiegelt mit nur ein paar noch kleinen Bäumen. Klimatisch also eher schwierig bei dem Wetter. Aber es gab in der Mitte des Platzes eine Art Café mit Tischen unter riesigen Sonnenschirmen, und über die gesamte Längsseite des Platzes zog sich ein Wasserspiel, im Boden eingelassene Fontänen, die unregelmäßig spritzten und nicht nur für angenehme Kühlung sorgten, sondern mit ihrem Rauschen auch den Straßenlärm ein bisschen überdeckten. (Dafür mit dem Wasser spielende und schreiende Kinder, aber irgendwas…) Dort blieben wir eine ganze Weile sitzen und tranken Kaffee, Cola, alkoholfreies Bier.
Letzte Station war das große Einkaufszentrum, in dessen Parkhaus wir geparkt hatten (Marstall). Wir hatten beide überlegt, uns Sommersandalen zu kaufen, und zwar „richtige“ Wandersandalen – der Liebste hat keine richtig guten Sandalen (nur Flipflops und ähnliches), und meine hellen Sandalen fallen auseinander. (Und alle anderen sind eher nichts für längere Strecken.) Im Einkaufszentrum gibt es einen Decathlon, bei dem ich hoffte fündig zu werden: Ist ja schließlich eine große Kette mit riesigen Läden und so. Dachte ich.
Na ja. Also groß war der Laden schon, aber erstens fand ich ihn ausgesprochen kruschtelig und auf „billig“ gemacht, unaufgeräumt, chaotisch, wie so eine Art Sport-Discounter halt. Und die Auswahl an Wandersandalen war sehr bescheiden – für den Liebsten quasi gar nichts und für mich zwei Varianten, die mir beide nicht gefielen. Ich sehe aber ein, dass wir vermutlich für solche Sommerware schon zu spät sind. Nun gut. Der Liebste schaute sich noch ein paar Fahrräder an und ich latschte durch den Laden und stolperte über ein Super-Sale-Sonderangebots-Regal mit allerletzten Reststücken und dort einer wunderschönen hellblauen kurzen Hose in Segelhosen-Optik. Ich probierte sie schnell an, sie passte wie angegossen, und extrem günstig war sie auch. Hatte sich der Laden also doch noch gelohnt.
Mittlerweile war es halb vier und wir gingen zum Auto zurück und fuhren ein paar Minuten in einen benachbarten Stadtteil, um die Eismaschine abzuholen. Das klappte alles hervorragend, gleich gefunden, Maschine sah gut aus, nette Person, bezahlt, eingeladen, supi. Wie eigentlich immer, wenn wir über Kleinanzeigen was kaufen.
Rückfahrt ereignislos, wenn man von dem typischen Großraum-Stuttgart-Berufsverkehr-zähflüssigen Verkehr mal absieht (und von dem bekloppten jungen Mann aus den Niederlanden, der sich im Stau durch ständige Spurwechsel und sogar Fahren in der Rettungsgasse vorzudrängeln versuchte und irritiert war, dass er von allen Seiten angehupt wurde). Sehr heiß mittlerweile (das Auto sagte 35 Grad), wir waren froh über die Klimaanlage. Mag ich ja im Auto eigentlich nicht, aber es ging kaum ohne.
Gegen halb sechs waren wir daheim. Den restlichen Abend passierte nicht mehr viel Spannendes: Ich zog mich aufs Sofa zurück und las Krimi (den am Montag heruntergeladenen und abends gestarteten, Die Lotsin von Mathijs Deen), und um sieben stellte ich mich für eine Stunde in die Küche und kochte. Eine Auflaufform mit Pilzen, Paprika, Zucchini, Aubergine, Frühlingszwiebeln und vielen, vielen Tomaten kam für 45 Minuten in den Ofen, als Geschmacksgeber Kapern, Oliven und getrocknete Tomaten dazu, Salz, Pfeffer und am Ende ein bisschen Basilikumöl drüber – fertig. Dazu Spirelli. Fantastisch leckeres Abendessen. Nachtisch das allerletzte Stück Himbeertorte.
Gegen neun hatte ich den Krimi durch (wieder solide Lektüre – ich hoffe, es erscheint irgendwann Band fünf). Hatte aber keine Lust auf sonstigen Input, las deshalb die Mastodon-Timeline nach und ging um kurz vor zehn (als beide Kater reingekommen waren und sich neben den Liebsten gelegt hatten) nach oben. Dort noch ein bisschen Comic lesen und darauf warten, dass die Temperatur im Schlafzimmer sank – was schließlich nur mit Hilfe des Ventilators möglich war. Ich schlief aber irgendwann trotzdem ein.