Eher schlecht geschlafen, angefangen damit, dass ich noch ewig lang mit einem extrem nervigen Hustenreiz wach lag. Auch sonst immer wieder aufgewacht, so „richtig“ dann um zehn vor sieben. Ich fühlte mich aber so zerschlagen, dass ich noch liegen blieb (der Muskelkater vom Montag scheint jetzt erst richtig reinzukicken, merkwürdigerweise auch in den Schultern und im Rücken?) und leise wegdämmerte. Bis halt um zehn nach sieben Harold seine fröhliche kleine Fanfare spielte und ich leicht panikartig aus dem Bett fiel und ihm die Sachen aus dem Weg zu räumen begann. SUPI!
Damit war ich auf jeden Fall wach und hatte Zeit für Morgenroutine: Dachterrasse gießen, Aufräumrunde, Tee kochen. Der Liebste schaute währenddessen nach dem Nasenkater und vermeldete einen fehlenden Magi. Sofortige Sorgen natürlich. Der Liebste ging erfolglos auf dem Kohleweg schauen. Also erst einmal Frühstück (restliches altes Brot, neu gekauftes Brot, dazu ein Rügenwalder Mett, das wir aus dem MHD-Regal mitgenommen hatten) und Tee, immer mit einem halben Blick in den Garten.
Nach dem Frühstück gingen wir beide noch einmal nach Magi suchen, und ich sah ihn schließlich auf der Terrasse der Nachbarin und konnte ihn zu uns herlotsen (in den Garten möchten wir ungern gehen, weil wir dazu über den Zaun klettern müssten – wenn er von sich aus kommt, ist es schon besser).
Magifütterung, dann machte ich noch mehr Tee und eine Kanne Kaffee, dazu Internet leerlesen und schreiben. Parallel trug der Liebste die Dachterrassentürläden auf die untere Terrasse und fing mit Abschleifen und Streichen an. Dieser Tatendrang überraschte mich ein wenig. Eigentlich hatten wir gemeinsam streichen wollen (die Läden sind als letztes von unserer großen Streichaktion letztes Jahr übrig), aber ich fühlte mich irgendwie angeschlagen und sehr müde, außerdem bekam ich richtig fies Kopfweh. Deshalb blieb ich erst einmal noch am Esstisch und ließ ihn werkeln. Irgendwann nahm ich sogar eine Tablette, die glücklicherweise sofort half.
Um zehn ging ich auf die Terrasse, half allerdings nicht streichen (er war mittendrin und kam gut allein zurecht), sondern kümmerte mich um den Garten: Staudenbeete und Bäume gießen und dann großzügig Unkraut jäten. Als es um eins zu warm wurde, um weiter zu arbeiten, hatte ich die komplette Terrasse, zwei Staudenbeete und noch ein paar weitere Ecken gejätet und dazu ein halbes Wasserfass vergossen (für die Bäume nahm ich den Schlauch). Und der Liebste hatte währenddessen die Dachterrassentürläden fertig gestrichen und mit der unteren Klotür begonnen (Türen im Haus streichen steht als nächste größere Sache an). Damit wäre er auch schnell fertig geworden, wenn er sich nicht im Farbeimer vergriffen und versehentlich den übrigen Eimer grauer Bodenfarbe (von unserer Kellerboden-Streichaktion) erwischt hätte. Nun ja. Mal sehen, ob die Farbe sich als Grundierung eignet und wir später drüberstreichen können.

Zum Mittagessen restliche Ofengemüse-Pastasauce mit Spirelli, ausführliches Duschen (die blauen Farbreste – auch bei mir, weil ich blöderweise mit meinem Arm voll gegen den frisch gestrichenen Laden getatscht war – ließen sich nur mit etwas Terpentin entfernen). Anschließend eine Runde zum Supermarkt, Pfandglas wegbringen und „nur schnell Wasser holen“, aber dann fanden wir ein paar Klamotten und weitere Getränke, außerdem hatten wir beim Mittagessen ein Rezeptbuch für selbst gemachtes Eis durchgeblättert und brauchten Zutaten, und überhaupt. Am Ende waren wir wieder dreistellig. (Seufz.)
Daheim (mittlerweile natürlich längst alles verdunkelt, es hatte 35 Grad draußen, außerdem Ventilator) ein bisschen aufräumen, spülen, ich steckte die neu gekauften Kleider (Unterwäsche für den Liebsten und mich) in die Waschmaschine und hängte sie auf der Dachterrasse auf und nach einer Stunde trocken wieder ab. Außerdem mixte ich ein Grundrezept für sahniges Vanilleeis und wir nahmen die neu gekaufte Eismaschine in Betrieb.
Erste Erfahrung: Sie tut, was sie soll – wenn die Zutaten zimmerwarm sind, muss sie allerdings 60 Minuten kühlen und rühren, bis man okay-es Eis hat. Das dann allerdings, wenn man es rausholt und isst, sehr schnell zu schmelzen beginnt. Und geschmacklich war es… na ja. Lag vermutlich an der Sojamilch-Basis, oder vielleicht an dem Johannisbrotkernmehl als Verdickungsmittel – da müssen wir noch ein bisschen experimentieren. Und noch nach anderen Rezepten suchen.
Draußen war es mittlerweile sehr heiß, deshalb keine Außenaktivitäten mehr. Ich machte die letzte Datensicherung meiner Fotos und schrieb ein bisschen. Außerdem machte ich einen Termin in der Tropenklinik aus, schließlich steht der dritte Indien-Aufenthalt im Raum und ich war vor über einem Jahr das letzte Mal bei der Reisesprechstunde dort. Keine Ahnung, ob ich irgendwo nachgeimpft werden sollte, aber zumindest eine Beratung hätte ich gern. Dann noch ein bisschen herumgekramt, bisschen Mastodon-Timeline gelesen und dort erfahren, dass tragischerweise Glen Hansard bei einem Motorrad-Unfall ums Leben gekommen ist. Extrem traurig, so ein fantastischer Sänger und Musiker. Once gehört zu den besten Musikfilmen aller Zeiten und ist auch bei mir mit ganz persönlichen Erinnerungen verknüpft. (Den Soundtrack höre ich immer noch sehr gern.) Was für ein Verlust.
Gemeinsames Kochen mit dem Liebsten: Die Gemüsekiste war geliefert worden (der Gelbe Sack ist übrigens immer noch nicht abgeholt, ich glaube, sie lassen diese Abholung einfach aus) und wir machten ein grünes Thai Curry mit Blumenkohl, Kichererbsen und Pilzen. Ohne Rezept, weil wir mittlerweile einfach so viel Curry machen und außerdem das Wichtigste ja die Currypaste ist, und wir haben eine sehr gute aus dem asiatischen Supermarkt. Damit und mit Kokosmilch kann nichts mehr schief gehen.
Restlicher Abend auf dem Sofa, etwas Star Gate (noch kein neues Buch angefangen, ich kann mich nicht so richtig entscheiden). Irgendwann begann der Nasenkater um uns herumzutigern, und noch etwas später marschierte auch Magi zu uns (man hat ja das Gefühl, er könnte keine Treppen mehr laufen, aber wenn er will, geht es schon) und legte sich neben uns schlafen. Ins Bett um halb elf: Oben erst einmal die getrockneten Läden wieder eingehängt und die Dachterrassenplatten mit Wasser begossen, und in der Viertelstunde, die das dauerte (und in der die Dachterrassentür offen stand), stieg die Temperatur im Zimmer von 24 auf 24,5 Grad. Völlig absurd. Das Einschlafen dauerte dementsprechend eine Weile.