Alltagschronik, Dienstag 11.8.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Wie ich einmal spätabends todmüde noch Comic las, weil die Zimmertemperatur einfach nicht unter 25 Grad sinken wollte, und wie mir dabei wegen des Lichts eine blöde, große Wanze ins Schlafzimmer flog. Wie ich versuchte, sie mit Kehrwisch und Schaufel wieder aus dem Zimmer zu befördern, und mir dabei die gefüllte Gießkanne vom Fensterbrett auf den Boden fiel. Wie ich mit mehreren Handtüchern den Boden aufwischte, dazu das Deckenlicht anmachte und nach zehn Minuten mindestens fünf Stechmücken an der Zimmerdecke sah. Wie ich keine einzige davon erwischte, mich deshalb mit Mückenspray einsprühte und dann nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen Klebrigkeit und Geruch des Sprays ewig nicht einschlafen konnte. Und alles beobachtet vom Kater auf dem Bett. Ein Drama in mehreren Akten.

Nun ja. Nach dieser Aufregung schlief ich den Rest der Nacht tatsächlich durch und war am Morgen tatsächlich zwar nicht ausgeschlafen, aber weniger kaputt als befürchtet. Dachterrassengießen, Kater nach drinnen lotsen (wo er sofort zur Haustür wieder rausraste, aber vom Liebsten mit etwas Futter reingeholt werden konnte), dann Tee und Brot mit Erdnussbutter. Alles mit Blick auf die Uhr, der Liebste musste früh gehen und auch ich hatte einen Tag im Büro vor mir und wollte nicht allzu spät los.
Apropos Uhr: Am Wochenende ist mir das Uhrenband am Gelenkknecht gerissen (um genau zu sein die kleine Schlaufe, die das Uhrenband-Ende festhält) und ich habe jetzt kein Originalband von Garmin mehr nachbestellt (entweder Silikon – teuer – oder Stoff – absurd teuer – und nur drei Farben), sondern bei einer Webseite, die eine riesige Auswahl zu okayen Preisen hat, sodass ich gleich mal zwei Varianten bestellt habe – einmal Ananasleder, einmal „Weizen“-Irgendwas, also zwei pflanzliche Lederalternativen. Bin gespannt und freue mich vor allem, das blöde Silikon los zu sein, aber bis die Bänder kommen, habe ich halt keine Uhrenmessungen, liege also aus Sicht des Gelenkknechts mehr oder weniger tot im Eck. Da ich aber sowieso meistens nur am Schreibtisch sitze, ist der Unterschied vermutlich gar nicht so groß.

Well. Auf neun im Büro, und zwar ohne Uhr, denn bei meiner schwarzen kleinen Swatch war die Batterie leer. Seufz. (Nicht dass ich sie den ganzen Tag wirklich gebraucht hätte, es hängen im Büro in jedem Raum Uhren.)
Recht produktiver Arbeitstag: Am Vormittag neben einem Beratungstermin viel Orgakrams, kurze Mittagspause mit den restlichen Penne alla Norma, und nachmittags dann ein Meetingmarathon von zwei bis halb fünf. Aber alles sinnvolle Meetings, bei denen wir wirklich ein paar Schritte vorwärts kamen. Natürlich erwuchsen mir daraus einige neue Aufgaben, und ich war bis sechs (dann mal wieder die letzte im Büro, wegen Sommer und so) damit beschäftigt. War mit der Tagesbilanz ganz zufrieden.

In einigermaßen angenehmen Temperaturen heimgeradelt – es war tagsüber auf maximal 29 Grad hochgegangen (nur in den Büroräumen war es irgendwann unangenehm stickig geworden). Der Liebste war schon wieder los, er war abends zum Grillen mit Kollegen verabredet. Ich hatte also einen Abend allein daheim, ohne großartiges Programm.
Daheim einmal mit einem Radler zum Kater in den Garten und ihn so lang durchgebürstet (während er sich schnurrend auf der Katzenminze wälzte), bis ich eine große Handvoll Unterwolle aus ihm herausgebürstet hatte. Wie viel Haare produziert dieses Tier? Es tat mir im Nachhinein noch sehr leid, als ich das sah, denn bei Magi hatten wir ja nicht so viel bürsten können – oder besser gesagt nicht so kräftig, er war ja quasi nicht mehr bemuskelt und konnte wenig Gegendruck leisten. Deshalb war das Bürsten bei ihm weniger effektiv und wurde auch von ihm nicht so toleriert. Kein Wunder, dass wir ständig gegen verfilzende Unterwolle kämpften. Es muss ihn in den letzten Wochen in der Riesenhitze ziemlich geplagt haben.

Kurze Katzenfütterung, als ich den Kater wieder reingelotst hatte, dann machte ich mir die aufgetaute Lasagne heiß. Und dann halt Abendunterhaltung in Form von Blaulichtdoku. Wenig Energie für irgendetwas Anderes. Deshalb schaute ich um zwanzig vor zehn noch nach dem Kater, der prompt mit mir rein und auch nach oben kam (vermutlich war er gespannt, ob es wieder irgendwelche Vorführungen in Form von umgeworfenen Gegenständen im Schlafzimmer gibt) und sich auf der Dachterrasse platzierte.

Dann also schlafen, wobei das erst einmal nicht funktionierte. Der Liebste hatte nämlich eigentlich angekündigt, vor zehn daheim zu sein, und als er nicht kam und nicht kam, wurde ich so ein bisschen unruhig (auf Threems antwortete er natürlich nicht). Lag also mit Asterixheft im Bett und wartete. Und als er um kurz nach halb zwölf schließlich heimkam, sprachen wir mal so ganz kurz über „Uhrzeiten“ und „Bescheid sagen“ und so. Aber naja, er hatte einen schönen Abend gehabt, was in diesem Sommer ja auch viel wert ist, und so gingen wir gegen Mitternacht zwar viel zu spät, aber gut gelaunt schlafen.