Wie erschlagen aufgewacht, keine Ahnung warum. Alle Gelenke steif, alle Muskeln verkrampft… ich machte erst einmal den Wecker nach zweimal Snoozen komplett aus und drehte mich noch einmal um, stand aber um zehn vor sieben doch auf, als der Kater geräuschvoll von der Dachterrasse wieder ins Zimmer kletterte (das Rausklettern hatte ich noch nicht mitbekommen). Also Aufstehen und Katzenfütterung, Dachterrassengießen (zumindest die Töpfe, beim Hochbeet wartete ich noch ab), Altpapier leeren und Tonne an die Straße, alles in vermindertem Tempo. Morgengedanke: Vielleicht ist das so, wie man sich in der Rente jeden Morgen fühlt? Weil man von der Idee her ja mal aufgehört hat zu arbeiten, nicht weil man nicht mehr wollte, sondern weil man nicht mehr konnte? Hm. Tolle Aussichten.
Erst einmal aber auf jeden Fall Tee und Müsli und ein etwas späterer Start, weil ich einen Abendtermin hatte und keine Plusstunden machen wollte. Bisschen Internetleserei, ausführliche Dusche, außerdem bestellte ich das Blätter-Sommerabo für den Liebsten (drei Ausgaben zu sehr günstigem Preis, hatten wir letzten Sommer schon mal) und suchte ein bisschen wegen Musikstreamingdiensten herum. Um zehn war ich am Schreibtisch.
Der Arbeitstag ist wenig berichtenswert, es ging alles seinen geruhsamen Gang. Orgakrams am Vormittag, Fragen gestellt und beantwortet bekommen, Zeugs erledigt. Nachmittags ebenso, und am Abend (recht spät um Viertel nach sieben, denn eigentlich hatte ich geplant, vorher meinen Abendkurs zu machen) noch einen Beratungstermin. Fertig war ich um zwanzig vor acht. Doppelter Wortsinn: Ich war den ganzen Tag furchtbar müde und ständig in einer merkwürdigen Mischung aus zu kühl (ich hatte phasenweise eine lange Hose an und nachmittags sogar mal ein Halstuch um die Schultern) und schwitzig, ohne warm zu sein. Das Ventilator-Gepuste nervte mich auch. Dazu spätestens ab Mittag dicht bedeckter Himmel, es war also alles trübselig dunkel, aber draußen trotzdem heiß (Fenster auf ging nicht), und natürlich regnete von den Gewitterwolken dann kein einziger Tropfen bei uns ab. Nervig alles.
Deutlich berichtenswerter die Mittagspause. Die dehnte ich nämlich auf über anderthalb Stunden aus, Essen mit dem Liebsten (zweite Hälfte Spanakopita, Schokojoghurt, viel Kaffee), kurze Siesta auf dem Sofa. Und dann am Rechner: Ich habe mich jetzt entschieden, ein neues Handy zu bestellen, auch wenn mein Fairphone 4 erst viereinhalb Jahre alt ist (und meine Zielsetzung eigentlich bei 5-6 Jahren liegt). Es ist mir einfach ein bisschen zu unzuverlässig geworden, und wenn ich unterwegs bin, brauche ich das Handy sicher.
Also ließ ich mir auf diversen Seiten diverse Handys zeigen, befragte auch Chippy und landete schließlich bei einem refurbished Samsung Galaxy S24 mit 265 GB Speicher und in lila, weil die Farben tatsächlich einen Preisunterschied machen. (Und mir völlig egal sind – Hauptsache nicht Gold und ungern schwarz.) Das alles deutlich unter 500,- Euro und mit fast neuem Akku. Bin gespannt, wie ich mich damit anfreunde.
Nächster Punkt war das Thema Musikstreamingdienst, und das gestaltete sich deutlich komplizierter. Ich bin aktuell ja mit einem Family-Abo bei Tidal (damit der Liebste es auch nutzen kann) und ab Mitte August wird es dort eine saftige Preiserhöhung geben. Ich suchte also mal nach Alternativen, mit folgenden Kriterien:
– nicht teurer als Tidal
– europäischer Firmensitz
– bezahlt seine Künstler anständig.
Und das ist leider gar nicht so einfach. Kurz gefasst gibt es drei sinnvolle Alternativen (die nicht völlig „Nische“ sind): Tidal bezahlt die Künstler mit am besten, ist recht teuer, sitzt in den USA. Qobuz bezahlt ebenfalls noch recht ordentlich, sitzt in Frankreich, ist aber noch teurer (und hat dazu noch eine etwas intransparente Preisgestaltung, dass sich der Schnupperpreis irgendwann selbstständig zum krass teureren Normalpreis wandelt, war nur sehr versteckt angegeben). Und Deezer sitzt ebenfalls in Frankreich, hat ganz gute Preise, zahlt aber den Künstlern wenig. Nerv.
Dazu kam, dass ich natürlich gern meine Playlists behalten würde, ein Transfer (es gibt diverse Tools dafür) ist aber eigentlich nur von einem Dienst zum anderen vorgesehen – ich hätte also schon Konto (und Vertrag) mit dem neuen Dienst haben müssen. Nach etwas Herumgesuche fand ich schließlich Soundiiz und erstellte mir ein Konto dort, nur um festzustellen, dass die Basis-Version keinen CSV-Export erlaubt. (NERV.) Nach noch längerem Suchen landete ich bei TuneMyMusic, konnte dort einen CSV-Export machen, hatte damit aber mein Streaming-Problem generell noch nicht gelöst. (Welcher Dienst CSV-Importe überhaupt erlaubt, ist auch überhaupt nicht klar.)
Ich überlegte mir, vorerst doch bei Tidal zu bleiben, wegen der guten Bezahlung der Künstler vor allem. Der Zusammenhang zwischen „recht teurer Dienst“ und „bezahlt die Künstler gut“ ist mir nämlich durchaus klar. Nur das Family-Abo wollte ich nicht mehr, zumal der Liebste es kaum nutzt. Aber: Es war NICHT möglich, egal wie lang ich suchte, vom Family- aufs Single-Abo zu wechseln. Ging einfach nicht. Ging sowieso überhaupt nicht, weil das Abo (damals übers Handy abgeschlossen) vom Google Play Store verwaltet wird, die Tidal-Seite also immer nur sagte „Verwaltung über den Play Store“, und dort gibt es halt quasi nur die Funktionalität „Zahlungsweise ändern“ und „kündigen“. Und das machte ich dann am Ende, reichlich genervt. Jetzt läuft das Abo noch bis 17.8. und endet dann, und ob ich dann ein neues Tidal-Abo abschließe (ohne zu wissen, ob ich auf mein Konto mit meinen Playlists noch Zugriff habe), das muss ich mir noch gut überlegen. Seriously. Das muss besser gehen.
Restlicher Abend wenig Berichtenswertes. Der Liebste machte uns Penne alla Norma (gut, nur waren mir etwas zu viele Bitterstoffe in den Auberginen) und verbrauchte dafür einen Großteil unserer geernteten Tomaten, was sehr gut war. Der Kater sprang den Abend lang um uns herum, sehr unruhiges Tier. (Sucht definitiv wieder mehr Kontakt zu uns, seitdem Magi nicht mehr da ist.) Und wir schauten Cornwall-Blaulichtquatsch und Stargate und gingen irgendwann nach oben, aber noch nicht schlafen, denn es hatte 24,5 Grad im Zimmer. Und als ich dann alles aufmachte zum dringenden Lüften, hatte es eine Stunde später 25 Grad. SO toll, das mit dem Hochsommer.