Nacht vorbei um zehn nach sechs durch lärmenden Kater – und sie war vorher schon nicht sonderlich ungestört und erholsam gewesen, weil mir *irgendjemand* abends noch erklärt hatte, es würde „einstellig kalt“ werden und ich könne auf keinen Fall das Fenster ganz aufmachen. Musste also erst eine halbe Nacht im zunehmend wärmeren Zimmer liegen, um irgendwann aufzustehen und es doch ganz aufzumachen.
Morgens ließ ich den Kater erst einmal auf die Dachterrasse und stand um zwanzig vor sieben erst auf. Katzenversorgung, dann noch einmal eine halbe Stunde zum Liebsten ins Bett gekrochen – wir waren beide sehr, sehr müde an diesem Morgen. Dazu sämtliche Muskeln verspannt. Ansonsten aber recht guter Dinge, als wir um Viertel nach sieben schließlich aufstanden.
Normaler Sonntag: Küchen- und Aufräumrunde, der Liebste machte uns ein englisches Frühstück, ich ließ die Spülmaschine laufen und schrieb ein bisschen, die Roboter fuhren im Erdgeschoss. Ein paar Blicke ins Internet, während der Liebste um mich herumwischte, und irgendwann ging ich duschen und putzte oben das Bad. Dann bisschen herumgekramt, bisschen Comic gelesen, zwei Handvoll Tomaten vom Dach geerntet, den Kater einmal ein bisschen im Garten bespaßt, und damit war der Vormittag vorbei. Zum Mittagessen zweite Hälfte Pizza, danach ein Zitronenjoghurt.
Den Nachmittag verbrachte ich abwechselnd auf dem Lesesessel und im Wäschekeller (drei Maschinen waschen – aufhängen – bügeln, am Ende passte alles perfekt auf die Leinen, es sind die kleinen Erfolgserlebnisse). Im Wohnzimmer machte ich irgendwann alle Fenster auf, denn wir hatten nur 19 Grad und draußen war es sonnig und deutlich wärmer – heizen durch Fenster öffnen. Zumindest bis so gegen halb fünf, als es draußen zu winden begann und der Himmel zuzog. Die nächsten Tage soll es dann wirklich herbstlich kühl werden.
Um halb sechs hatte ich mein Buch durch, und zwar Goodbye, America? von Rieke Havertz (Co-Host vom Podcast OK, America). Kein schlechtes Buch, vor allem mit viel Detailwissen über die unterschiedlichen Aspekte des US-amerikanischen Niedergangs, der sich schon seit einigen Jahrzehnten abzeichnet – ungefähr seit Ronald Reagan, spätestens seit Newt Gingrich (Speaker of the House seit 1995) und seinen Politikstil in den 90er Jahren. Man merkt sehr, dass die Autorin mit dem Land seit vielen Jahren verbunden ist. Das ist aber gleichzeitig die Schwäche des Buches: Sie reitet auf dieser persönlichen Ebene viel zu sehr herum, schmückt die Analyse ständig mit persönlichen Anekdoten, die teilweise zum Verständnis beitragen, teilweise aber auch ein wenig unangenehm gefühlig daherkommen und der Sache eher hinderlich sind. Von daher Abzüge in der B-Note, würde ich sagen. Wie so oft merkt man auch hier, dass es eben keine sozialwissenschaftliche oder politikwissenschaftliche Arbeit ist, sondern die journalistische Perspektive – da fehlt mir einfach häufig etwas der analytische Tiefgang.
Nach dem Lesen bisschen Katerbeschäftigung – wir versuchten ihn im Wohnzimmer zum Bällchen-Jagen zu bewegen und wurden mit einem Blick der Todesverachtung gestraft – , dann machte ich uns den Wochenplan für die kommende Woche. Weil sich jetzt tatsächlich der Herbst so wirklich ankündigt, war ich todesmutig und plante Eintöpfe und Ähnliches, sogar einmal mit Butternut.
Anschließend gemeinsames Kochen, eine Dinkel-Fenchel-Pfanne mit Räuchertofu. Sehr gutes, deftiges Essen. Während wir aßen, rührte unten die Eismaschine die neueste Kreation des Liebsten, ein Eis aus weißer Schokolade und Vanille. Denn es wird zwar wieder kühler (abends Zeit für Hoodie und Socken), aber das hält uns und den Liebsten vor allem nicht davon ab, sich weiter durchs vegane Eis-Buch zu probieren.
Ruhiger Abend auf dem Sofa, mit ein bisschen britischer Comedy (es scheint neu hochgeladene QI-Folgen auf YouTube zu geben, die mir der Algorithmus da vorschlägt, oder ich habe sie schon gesehen und erinnere mich nicht mehr daran). Um neun hoch ins Bett, weil ich eigentlich noch ein neues Buch anfangen wollte. Aber stattdessen las ich ein bisschen Comic und schlief um kurz vor halb zehn einfach komplett ein.