Hui, das war SEHR früh. Der Liebste hatte eine Tagung in Berlin und musste für einen Tag hinfliegen (alle anderen Varianten, Zug, Übernachtung, bla, hatten sich als arbeitstechnisch nicht praktikabel erwiesen), und ich spielte Flughafentaxi – deshalb Wecker zu eigentlich inakzeptablen Zeiten.
Erst einmal keine sonderlich gute Nacht, ich schlief zwar bald ein (nachdem der miauende Kater akzeptiert hatte, dass ihn keiner auf die Dachterrasse lassen würde, und wieder nach unten marschiert war), wachte aber mindestens dreimal auf, inklusive Wachphasen. Nerv. Natürlich schlief ich dann frühmorgens doch ein und war so dermaßen im Tiefschlaf, dass ich das Weckerlicht nicht wahrnahm und vom Piepsen um 4:45 geweckt wurde – Faust ins Gesicht. Nun ja.
An Tee und Dusche und überhaupt war um diese Uhrzeit natürlich überhaupt nicht zu denken, ich schlüpfte nur in ein paar einigermaßen komfortable Klamotten (Cargohose und Hoodie), klatschte mir etwas Wasser ins Gesicht, cremte es ein, trank ein paar Schluck und packte eine kleine Tasche zusammen. Und versorgte schnell den Kater, der höchst irritiert war, dass wir anderthalb Stunden früher als sonst plötzlich beide durch die Wohnung marschierten. Um kurz nach fünf gingen der Liebste und ich aus dem Haus zum gebuchten Corsa. Ziemlich frisch draußen. Und schon ein paar Autos auf der Bundesstraße unterwegs, aber wir kamen trotzdem schnell durch und waren um halb sechs am Flughafen (der Liebste war wacher als ich und fuhr).
Am Flughafen traf uns erst einmal der Schlag: Mehr oder weniger zeitgleich um halb sieben starteten drei Urlaubsflieger (nach Korfu, Barcelona und Mallorca), und da keine Hauptsaison mehr ist, waren nur zwei Securitys offen, an den Terminals 1 und 3, und dort hatten sich Schlangen in einem Ausmaß gebildet, wie ich sie in Stuttgart noch nie gesehen habe. Der Liebste stellte sich an die „kürzere“ (geschätzte Zeit 20 Minuten, bei der anderen waren 40 Minuten angegeben) und ich kam so noch zu etwas gemeinsamer Wartezeit mit ihm, bis er um sechs schließlich durch die Security gehen konnte. Sein Flug blinkte schon fürs Boarding, während er sich noch durchleuchten ließ, und er schaffte den Flug gerade so (schrieb er mir später).
Ich stromerte noch etwas durch den Flughafen, ich wollte abwarten, ob er sich melden würde mit „Mist, Flug verpasst“, aber als das nicht passierte, fuhr ich heim. Mit Zwischenstopp zum Tanken war ich um 10 nach 7 wieder zurück.
Daheim dann eigentlich normale Morgenroutine mit Müsli, Küchenrunde, zweiter Katerversorgung, Dusche. Eine Kanne Kaffee kochte ich auch, wohlweislich (MÜDE). Um neun war ich am Schreibtisch und schaute erst einmal, ob prüfungsmäßig alles lief, und dann loggte ich mich ein zum ersten Tag meines letzten Weiterbildungsmoduls (kann kaum glauben, dass das tatsächlich fast rum ist).
Ein wieder sehr intensiver, dichter Lerntag, wobei ich sagen muss, dass ich dieses Mal tatsächlich sehr, sehr viel schon kannte (beim Thema des letzten Moduls aber auch nicht überraschend). Mir fehlte außerdem ein bisschen die inhaltliche Struktur, und ein paar mehr konkrete Beispiele hätten es auch sein dürfen. Trotzdem natürlich, wie immer: Ich nahm einiges mit. Und war erstaunt, wie gut ich doch durchhielt. Mittagspause von eins bis zwei mit restlicher Pastasauce und frischen Nudeln, ein bisschen lesen und einer halben Stunde Nachrichten beantworten von meiner eigentlichen Arbeitsstelle, und nachmittags dann dicht weiter, bei mir ganz ohne Suppenkoma. Vermutlich der viele Kaffee.
Um halb fünf waren wir fertig und ich arbeitete noch eine Stunde „normal“, beantwortete Mails und bereitete Unterricht für Montag vor.
Zum Feierabend erst einmal schnell zum Supermarkt nebenan, ein paar Kleinigkeiten holen, dann wieder Katerversorgung (erstaunlich hungriges Tier). Der Kater hatte übrigens ab mittags im Wohnzimmer geschlafen – kein Wunder, es war bewölkt und damit überhaupt kein bisschen warm. So ganz glaube ich die angekündigte Wärme zum Wochenende noch nicht, aber wir werden sehen.
Abendessen: Ein mallorquinischer Bohnensalat mit weißen Bohnen, Paprika, Mais und Tomaten (ich verbrauchte alle unsere Cherrytomaten, wobei vermutlich wieder ein paar nachgereifte an den Sträuchern oben hängen werden), von mir durch Feto ergänzt. Eigentlich ein gutes Essen, ich war nur etwas vorsichtig mit dem Dressing und das Ergebnis war am Ende ein bisschen lahm. Außerdem nicht gerade leicht verdauliches Essen, aber ich aß schon um sieben und hoffte, dass ich bis zum Bettgehen keine Probleme mehr haben würde – vor allem, da ich ja um neun wieder aus dem Haus gehen würde, um den Liebsten von seinem Rückflug abzuholen, von früher Bettzeit konnte keine Rede sein.
So allmählich machte sich das frühe Aufstehen und der volle Tag allerdings bemerkbar. Die Konzentration ließ nach und meine Augen wurden müde, was unter anderem dazu führte, dass ich mir beim Frühlingszwiebeln-Schnippeln volle Lotte in den Daumen der rechten Hand säbelte – ein ordentliches Stück Nagel und Nagelhaut und Fleisch waren ab. (Lag dann alles blöd auf dem Schneidbrett rum.) Ich verarztete also mühselig mit Pflaster und machte weiter Salat, leicht gehandicapt, und als ich fertig war, kam gerade so langsam das Blut durchs Pflaster, also tauschte ich es aus. Das zweite war dann okay, so groß war die Wunde dann auch nicht. Aber an einer saublöden, unpraktischen Stelle. (Unter anderem war ich eine Viertelstunde lang genervt, dass ich fürs Handy-Entsperren jetzt ständig die PIN nehmen musste, weil mein Fingerabdruck jetzt von einem Pflaster bedeckt war, bis mir einfiel, dass ich ja mehrere Finger zum Entsperren eingespeichrt hatte.)
Nach dem Essen ein bisschen Schreiben und im Internet herumlesen, bis sich der Liebste meldete, dass sein Flug verspätet angezeigt wurde. Das war mir überhaupt nicht recht, denn ich hatte geplant, um neun aus dem Haus zu gehen, und ich befürchtete, wenn ich bis halb zehn warten würde, dann wäre ich mittlerweile komplett eingeschlafen.
Ich ging also trotzdem um zehn nach neun aus dem Haus und fuhr nach Stuttgart, mit noch einigermaßen wacher Konzentration. Fahren ging gut, der gesamte Berufsverkehr war natürlich durch und es war nicht allzu viel los (im Gegensatz zu morgens auch kein einziger Lastwagen auf der Strecke). Am Flughafen stand ich dann natürlich 40 Minuten blöd rum, aber das war schon okay. Zuerst kaufte ich mir Süßkram und ein neues Reise-Nackenkissen im Supermarkt dort (erstaunlich, dass er noch offen hatte, normalerweise klappt man am Stuttgarter Flughafen um neun die Bürgersteige hoch, völlig egal, dass bis 23 Uhr noch 20 Flieger landen), und dann scrollte ich halt ein bisschen durch Mastodon und schaute mir Leute an, bis der Liebste um halb elf ankam. (Übrigens wieder hohe Klischeedichte: Flieger aus Mallorca und Rhodos in erster Linie Männergruppen, die sich lärmend und mit dieser merkwürdigen Daumen-nach-oben- Händeschütteln-und-Schulterklopf-Umarmung verabschiedeten. Flieger aus Berlin ebenfalls 80% Männer, aber anderes Klientel und alle allein unterwegs.)
Um elf waren wir daheim. Dort ganz kurzes Ankommen und Auspacken und so, und um halb zwölf ins Bett. Schon leicht über den eigentlich optimalen Schlafens-Müdigkeitslevel hinaus. Wir sind für solche Eskapaden definitiv beide zu alt.