Soweit ich mich erinnere, durchgeschlafen, das erste Mal Katzenmiauen ignoriert, und als ich das zweite Mal Miauen hörte und auf den Wecker schaute, war es schon Viertel vor sieben. Ausgeschlafen! Ich war allerdings noch sehr müde (der Rotwein, vermutlich) und brauchte noch eine Viertelstunde, bis ich aufstehfähig war. Dann ausführliche Katzenmaintenance und Küchen- und Aufräumrunde, immer vorsichtig auf den linken Fuß schielend, bei dem die Wunde etwas zwickte – wobei ich eher vermute, dass so langsam die Haut auf den ständigen Pflasterklebstoff reagiert. Ansonsten versuchte ich schon ein bisschen abzurollen und so, aber wirklich gut geht das (natürlich) noch nicht. Geduld, Geduld.
Ruhiger Morgen mit Tee, Zeitung, bisschen im Internet herumlesen – nicht komplett alles, denn auf mich wartete ja wieder Unterrichtsvorbereitung, aber allzu früh starten wollte ich auch nicht. Der Kater marschierte währenddessen an mir vorbei auf den Balkon, wieder rein, wieder raus, wieder rein, bis beim letzten Mal Nachbarskater Balou in Zeitlupe hinter ihm her geschlichen kam. Kater wieder drin, also Katzenblickduell durch die geschlossene Scheibe. Inklusive Waowao-Maunzgeräuschen und allem, so herzzerreißend niedlich. Irgendwann blinzelten sich die beiden an, der Kater schlich in Richtung Kellertreppe nach draußen und Balou über den Balkon davon. Es scheint bei beiden ohne Klopperei zu funktionieren.
Ich hatte mir ja einen Tag Arbeit vorgenommen, aber kam morgens nicht so richtig in die Gänge. Ausführliches Herumhängen, Frühstück mit Müsli (mit der letzten Maracuja, auch diese mit wenig Geschmack, hm), ich kochte uns eine Kanne Kaffee und mir eine Kanne Kabusé. Der Liebste wischte währenddessen im Ober- und Untergeschoss und hängte die trockene Wäsche ab – Haushalt sah ich für mich an diesem Tag eher nicht.
Um elf schließlich an den Schreibtisch, die erste Runde vorbereiten bis kurz vor eins (Montagsunterricht damit abgehakt). Dann Dusche und Fuß neu verpflastern: Ohne die Fäden drin sieht er noch einmal anders gruselig aus, weil man jetzt die Löcher noch mehr sieht (und recht viel Schorf). Und er tat auch weh, wenn auch nicht die Wunde, sondern halt einfach alles drumherum, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ich schon etwas mehr abrollen konnte. Trotzdem keine langen Gehstrecken für mich: Mittagspause mit dem Liebsten (Resteküche, er hatte noch etwas vom Pilzragout übrig, außerdem hatten wir das afrikanische Essen am Abend beide nicht aufgegessen – reichte hervorragend, um mittags gut satt zu werden), dann eine zweite Kanne Kabusé, und ab zwei wieder am Schreibtisch.
Am Nachmittag dann sehr ausführliches, recht komplexes Vorbereiten des Dienstagsunterrichts. Erstens habe ich am Dienstagabend ja einen neuen Kurs angefangen, der für mich recht neue Inhalte hat, in die ich mich erst einarbeiten muss, und für die es nicht so wahnsinnig viel gutes Material gibt. (Und dann auch noch teilweise Inhalte, die mir selbst eher fremd sind, so interkulturelles Zeugs, „den richtigen Ton treffen“ und so, meine Güte, geh mir weg mit richtigem Ton, sagt halt einfach, was ihr denkt, Herrgott nochmal.) Damit war ich also überproportional lang beschäftigt, bis ich den Entwurf okay fand. (Ob er funktioniert, muss sich dann zeigen.)
Und dann die Vorbereitung für meinen Unterrichtsbesuch in dem Kurs, in dem ich letzte Woche hospitiert habe – das ist ja Teil meiner Weiterbildung und muss schon allein deshalb ziemlich sorgfältig didaktisiert und geplant werden, weil ich es dann dokumentieren und in mein Portfolio einfließen lassen muss. Da ich aber theoretisch, wenn auch vor vielen Jahren, in diesem Level und mit diesen Inhalten schon zu tun hatte, und da diese Inhalte auch deutlich konkreter waren als die des anderen Kurses, kam ich deutlich besser voran und fand das Ergebnis auch befriedigender. Ob es dann am Dienstag funktioniert, wird sich zeigen (eventuell habe ich doch zu viel, zu schnell, zu komplex vorbereitet), aber ich war zumindest erst einmal zufrieden.
Die Vorbereitung hatte mich mehr oder weniger den ganzen Tag gekostet (hatte ich auch schon vermutet) – als ich fertig war, war es kurz nach halb sieben und der Liebste hatte mir schon aus dem Bastelverein geschrieben (wo er den Nachmittag verbracht hatte), dass er sich auf den Heimweg machen würde.
Jetzt aber Feierabend: Ich räumte ein bisschen die Küche auf, kramte die Sachen fürs Kochen zusammen und bereitete ein bisschen vor. Der Liebste kam heim und ging noch schnell einkaufen (da mitzugehen wagte ich noch nicht). Als er wieder da war, räumte ich die Sachen weg, und dann machten wir uns ein Feierabendbier auf und kochten gemeinsam ein entspanntes Curry, mit Kichererbsen, Blumenkohl, grüner Thai-Currypaste und Kokosmilch.
Damit dann aufs Sofa, die letzten beiden Folgen El Problema Final anschauen (die dritte Folge für mich noch einmal, weil der Liebste da zwischendrin eingeschlafen war). Wirklich sehr nette Serie, auch wenn ich den Schluss etwas halbgar fand und einen anderen Ausgang überzeugender gefunden hätte – egal, trotzdem in bester englischer Krimimanier (neben Sherlock Holmes fast noch mehr an die klassischen Agatha-Christie-Krimis erinnernd), dazu mit FANTASTISCHEN Bildern, tollen Schauspielern und als i-Tüpfelchen noch mit etwas Spanisch im Ohr. Man hätte sofort Lust, in dieses schöne Hotel zu fahren, nur dass dort die Zimmerpreise vermutlich vierstellig sein werden. Oh well.
Entspannter Abend auf jeden Fall. Wir tranken noch einen Fingerbreit schottischen Single Malt und gingen gegen zehn schlafen. Erste Wahnsinnswoche vorbei, drei warten noch, und dann ist Dezember und das Jahr quasi geschafft. Das kriegen wir auch noch hin.