Willst du die Bahn, oder willst du sie nicht?

Der 26. September ist für meine seit mittlerweile 22 Jahren Heimatstadt nicht nur der Tag der Bundestagswahl, sondern auch ein verkehrspolitischer Wahltag: Wir stimmen in einem Bürgerentscheid über eine Regionalstadtbahn für Tübingen ab.Wobei das nicht stimmt, und das ist schon ein erster kleiner Hinweis auf eine ganze Menge Probleme mit diesem Bürgerentscheid. Die Regionalstadtbahn steht nämlich, auch wenn es oft so verkürzt dargestellt wird, gar nicht zur Abstimmung, sie ist längst entschieden und wird teilweise schon gebaut. Es geht nur um die Tübinger Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn, genauer gesagt: eine straßenbahnähnliche Verbindung vom Hauptbahnhof über Karlsstraße, Neckarbrücke, Mühlstraße und Wilhelmstraße bis zu den Kliniken, dem Technohügel und WHO. Klingt nach einem ziemlich gigantischen Projekt, ist es auch. Zweispurige Straßenbahnlinien quer durch eine Stadt zu legen, auch noch so eine hügelige Stadt mit teilweise so engen Straßen? Hm. Das erste Bauchgefühl ist: Also Straßenbahn, klar, cool, aber der Weg geht doch nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Durch diese Strecke eine Straßenbahn, das ist ja total eng, da hat ja nichts anderes mehr Platz. Andererseits: Auf dieser Strecke fahren jetzt durchgehend Autos und Stadtbusse zweispurig. Da ist also auch für nichts anderes mehr Platz – außer halt für Autos. Daran…

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Diese dicken Leute

Ein paar zusammenhanglose Gedanken zu einem Thema, das mich ja eigentlich überhaupt nicht betrifft – aber am Ende irgendwie doch: das Dicksein.Ich war nie dick. Die ersten 25 Jahre meines Lebens war ich untergewichtig, als Teenager, da recht schnell in die Höhe geschossen, sogar deutlich untergewichtig, ich konnte essen, was ich wollte. Das ist nicht positiv gemeint im Sinn von „hurra, ich kann essen, was ich will!“ sondern im Sinn von „ich kann in mich reinstopfen, so viel ich will, und bleibe trotzdem knochig und mager“. Was übrigens noch zwei der netteren Attribute waren, die ich  mir in jungen Jahren anhören durfte: knochig, mager, klapperdürr, Skelett und die übergriffige Aufforderung „Mädle, iss was, damit du was auf die Rippen kriegst…“.Irgendwann änderte sich das, ich wechselte von furchtbar dünn zu nur noch dünn zu normal schlank. Und da bin ich jetzt. Ungefähr gleichzeitig merkte ich, dass ich jetzt tatsächlich nicht mehr alles essen konnte, ohne zuzunehmen, und seitdem versuche ich nicht mehr, alles zu essen, sondern ein bisschen im Blick zu haben, was und wie viel ich esse. Klappt bis jetzt ganz ok. Soviel mal als Vorrede, Offenlegung, meine Position, Maße, Größe, Gewicht, blabla. Scheinbar ist es ja so, dass…

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Staub und Erinnerungen – Freitag, 4.6.2021

Aufgewacht gegen drei Uhr, draußen war es noch dunkel. Ich wälzte mich hin und her und konnte keine richtige Ruhe mehr finden. Schließlich begann es zu dämmern und die Vögel zu singen und ich beschloss, dass es jetzt doch mehr oder weniger „Morgen“ wäre und Aufstehen deshalb schon okay. Da war es dann, wie ich unten sah, leider erst halb fünf. Aber ich war wach und der Kater rannte auch gleich um mich herum, ich fütterte also das miauende Tier (das werde ich irgendwann bereuen), machte mir einen Tee und beschäftigte mich mit Schreiben. Ich hatte Brückentags-Urlaub, der Liebste hatte seinen aber leider wieder rausnehmen müssen (irgendwelche superwichtigen Termine), deshalb war er den Tag über am Schreibtisch (immerhin daheim). Wir machten zum Frühstück Baked Beans on Toast und gingen dann gleich duschen, und damit hatte ich den ganzen Tag vor mir und ein immer noch halb volles Arbeitszimmer. Ich machte mir also einen Tee, startete das Coronavirus-Update vom Dienstag und blätterte und sortierte mich die nächsten Stunden durch Fotos, Dokumente, Briefe, Unterlagen. Vieles davon war immer noch von meinem vor Jahrzehnten gestorbenen Bruder, also Dinge, die meine Mutter von meinem Bruder aufbewahrt und abgeheftet hatte. Das fühlte sich seltsam…

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Fronleichnam, Donnerstag 3.6.2021

Ich wachte irgendwann nachts auf, weil mir total warm war, schob die Decke weg, wälzte mich hin und her und grübelte, ob das jetzt erste Anzeichen der Wechseljahre sind oder die Nachwirkungen des gestrigen Alkohols. Als der Liebste sich allerdings auch über die Wärme beklagte, schaute ich auf das Thermometer: über 24 Grad im Schlafzimmer, wohl doch keine Wechseljahre. Ich machte die Balkontür komplett auf und schlief noch einmal für ein paar Stunden. Am Morgen fühlte ich mich recht schlapp und ein bisschen verkatert, hatte aber glücklicherweise keine Kopfschmerzen. Wir ließen den Tag ruhig angehen, ich verbrachte den Vormittag nach einem Porridge mit Erdnussbutter, Banane und Kakao im Internet, auf Twitter und YouTube. Mittags stellte ich mich unter die heiße Dusche (es ist zwar warm draußen, aber noch lang nicht so warm, dass ich eine heiße Dusche nicht genießen würde), der Liebste machte uns eine Portion Pasta mit frischen Pilzen, Knoblauch und Spinat, im Anschluss Espresso und Erdbeeren (unter die Schlagsahne hatte er dieses Mal etwas Kokoscreme geschlagen, weil eine Dose noch von der Laksa gestern offen war – sehr gut, allerdings auch sehr reichhaltig). Am frühen Nachmittag hatte ich mich dann genug ausgeruht und ent-katert und wollte etwas…

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Erinnerungsrunde durchs Städtchen, Sonntag 30.5.2021

Recht gut geschlafen, mit nur zwei kurzen Pausen – und lang, um 20 vor acht stand ich ganz allmählich auf. Der Kater war zwar leicht ungeduldig, hatte aber freundlicherweise gewartet und begann erst energisch zu miauen, als er mich auf der Treppe hörte. Er kommt zurzeit sowieso weniger ins Schlafzimmer, sondern wartet unten aufs Gefüttertwerden und verschwindet dann sofort wieder nach draußen. Sein Reich ist der Garten. Zumindest im Sommer. Zum Glück hatte ich trotz Alkoholkonsum am Vorabend kein Kopfweh, war also mehr oder weniger handlungsfähig. Erst einmal brachte ich Küche und Wohnzimmer etwas in Ordnung (am Vorabend waren wir todmüde ins Bett gefallen und hatten alles mehr oder weniger stehen gelassen), dann setzte ich mich mit einer Tasse Tee an den Laptop, um zu schreiben. Etwas später kamen dann auch meine Schwester und schließlich der Liebste dazu. Das störte meine Konzentration beim Schreiben etwas, ich schloss es dann auch schnell ab, schließlich wollte ich mich unserem Besuch widmen. Wir starteten den gemeinsamen Morgen nach etwas Unterhaltung und einer ersten Tasse Tee mit einem ausgiebigen English Breakfast mit gebratenen Pilzen und Tomaten, Baked Beans, etwas Räuchertofu, Toast und Orangensaft. Danach machten wir uns fertig für den Tag: Der Plan…

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