Multitasking, Mittwoch 6.5.2026

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Ganz okay geschlafen, trotzdem morgens nur mit großer Mühe aus dem Bett gekommen. Ich frage mich, ob das an der Heuschnupfentablette liegt, die ich momentan zwar nicht täglich, aber doch mehrfach genommen habe? Es war allerdings immer Levo, die ja nicht so müde macht. Keine Ahnung.
Draußen auf jeden Fall jetzt deutlicher Wetterwechsel: In der Nacht hatte es ordentlich geregnet und auch gewindet, der Garten sah recht zerzaust aus. Magi kam mit mir auf die Dachterrasse (das Gießen konnte ich mir allerdings sparen) und trank ein bisschen aus dem Vogelbad. (Für jede Katze gilt: Regenwasser bestes Wasser.) Allerdings hatte er sichtlich Mühe: Das Wasser schien ihm zu weit unten zu sein. Er tunkte deshalb seine Vorderpfote ins Wasser und leckte sie ab, und erst als das nicht gut funktionierte, bückte er sich nach unten. Die Futternäpfe hatten wir schon gelegentlich auf eine Erhöhung gestellt, weil ich da auch das Gefühl hatte, dass ihn das Bücken stört – vielleicht müssen wir das bei den Wassernäpfen auch machen. (Beim Vogelbad allerdings eher nicht.)

Der Liebste war schon wach und hatte Küchenrunde und Katzenmaintenance übernommen (weswegen Magi überhaupt oben war, nach dem Trinken legte er sich in mein Bett – scheinbar wieder zu kalt draußen), ich machte uns noch Tee. Dann Schreiben, Blick in die Zeitung (schlechte Nachrichten für Curevac, was nicht nur für die Stadt negativ sein könnte, sondern auch ein paar Kund:innen von uns betreffen wird) und schließlich ein Müsli zum Frühstück. Um kurz nach acht war ich auf der Yogamatte.

Sehr viele hüftöffnende Positionen dieses Mal, viele Stehpositionen, anstrengend, aber es fühlte sich durchgehend ziemlich positiv an (kein Stress für den Ischias). Ich war zwar insgesamt leicht unkonzentriert und unruhig (müde halt), aber trotzdem guter Kurs. Auch wenn ich mich wahnsinnig steif und ungelenkig fühlte – also noch mehr als sowieso schon. Aber ein Vorteil am Onlinekurs: Das fällt in erster Linie nur mir auf.

Direkt nach dem Yoga kleine Katzenwäsche, Zeugs weggeräumt, um zehn vor halb zehn war ich am Schreibtisch, pünktlich für meinen Unterricht um halb. Theoretisch, praktisch begann aber der Krümellaptop zu zicken, oder vermutlich eher die Docking Station: Der Laptop fuhr hoch, aber es wurden keine externen Geräte über die Station mehr erkannt, weder meine externe Festplatte noch die beiden zusätzlichen Monitore. Sehr merkwürdig. Ich probierte etwas herum, der Liebste schaute auch, uns fiel beiden nichts ein, schließlich startete ich den Rechner neu und damit ging es dann. Warum auch immer.
Dadurch auf jeden Fall zwei Minuten zu spät, aber das war nicht dramatisch. Eine Stunde guter Unterricht, danach Orgakrams am Schreibtisch. Das fand ich unglaublich anstrengend: Eigentlich wollte ich den Unterricht nachbereiten (Protokoll schreiben und so) und tat das auch, aber diese Aufgabe, die normalerweise 20 Minuten gebraucht hätte, dauerte locker anderthalb Stunden: Permanent wurde ich durch irgendwelche Kommunikation unterbrochen. Mails, die gleich beantwortet werden mussten, zahlreiche Teamsnachrichten, dann klingelte auch noch einmal das Telefon für ein längeres Gespräch… Blödes Multitasking. Und vor allem, das war das Nervigste daran, hatte ich irgendwann endlich mein Protokoll fertig und das Gefühl den ganzen Vormittag „noch gar nichts“ gearbeitet zu haben, weil dieser ganze Kleinkram sich nicht nach wichtigen, großen Punkten anfühlte. Und natürlich auch nicht auf meiner Erlediliste stand (auch wenn das alles trotzdem gemacht werden musste).

Um eins endlich unter die Dusche, ausführliches Haarewaschen, dann Mittagspause mit dem Liebsten und der restlichen Minestrone. (Von der eine Portion übrig blieb, weil der Liebste sein Curry vom Vortag wieder mit heimgebracht hatte und jetzt aß… die allerletzte Portion also für den Abend, und so praktisch so ein Wochenplan ist, wenn man da aufgrund aktueller Entwicklungen nachjustieren muss, dann finde ich das gar nicht so einfach.) Noch ein Kaffee, und um Viertel nach zwei ging ich für den Nachmittag ins Büro, im strömenden Regen. Ließ sich aber mit Trekkingschuhen (einigermaßen wasserdicht), grüner Jacke, Regenschirm und Regenschutzhülle über dem Rucksack gut lösen.

Der Nachmittag im Büro war dann (absurderweise) etwas ungestörter. Eine Stunde Unterricht vor Ort, ansonsten endlich einiges an geplantem Zeug abgearbeitet. Dazu ein bisschen direkte Kommunikation mit Kolleg:innen, was ich als etwas weniger stressig empfand. Unter anderem ein Austausch mit der Kollegin, die nach mir im Intensivkurs unterrichtet hatte: Ich hatte ihr morgens direkt vor dem Yoga noch eine schnelle Nachricht geschrieben, weil ich Sorge hatte, dass es zu einem Missverständnis hätte gekommen sein können (…sehr interessante Syntax hier), weshalb ihr jetzt Informationen für den Kurs fehlten. Das war tatsächlich auch so, deshalb war ich froh über die Nachricht (wenn auch ein bisschen kurz vor knapp, aber definitiv viel besser als gar nicht).

Tagesabschluss erste Schritte (also für mich, andere sind schon weiter) der Jahresplanung 2027. Da merkte ich allerdings ziemlich bald, dass meine Konzentration für den Tag aufgebraucht war, und nachdem ich dreimal hintereinander versucht hatte, einen Termin einigermaßen regelmäßig alle zwei Monate zu planen, und immer irgendwie daran gescheitert war, gab ich um sechs schließlich auf und ging heim. Wieder im Regen.

Der Liebste hatte den Tag über komplett daheim gearbeitet, war mit dem bezahlten Job schon fertig, hatte die Kater versorgt und war mit der Vereinsbuchhaltung beschäftigt. Dort großes Drama, es ging um Missverständnisse in der Zuständigkeit, kleine Aufgaben, die sich plötzlich sehr groß gestalteten, Belege, die alle digital vorhanden waren und jetzt „ausgedruckt abgegeben“ werden mussten (bei irgendeinem Amt, es handelte sich um über 60 Seiten) – kein Wunder, dass ich ihn die ganze Zeit leise vor sich hinschimpfen hörte.
Ich ließ ihn also in Ruhe und machte uns das Abendessen: „Mustard Linguine“ aus dem neuesten VF&L-Heft, von mir mangels Linguine mit Muschelnudeln umgesetzt. Das Rezept entpuppte sich als Nudeln in einer sahnigen Sauce (Sojasahne und viel Mandelmus), mit geschmorten Pilzen und Spinat, als Topping angeröstete Semmelbrösel mit Petersilie. Einfaches und erstaunlich leckeres Essen.

Den restlichen Abend ließen wir den Bildschirm aus: Wir waren beide ziemlich durch vom Tag und wollten etwas Ruhe. Deshalb Sofazeit mit Büchern, ich las den Pratchett weiter. Um halb zehn Rückzug ins Bett, dort noch etwas Lesezeit: Ich weiß von der Geschichte wirklich nur noch erstaunlich wenig und habe deshalb richtig viel Spaß beim Lesen. Es macht schon Sinn, ein gut gefülltes Bücherregal zu haben.