WMDEDGT, Dienstag 5.5.2026

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Einmal im Monat sammeln sich diverse Tagebuchblogger:innen bei Frau Brüllen im Blog und berichten über ihren Tag („was machst du eigentlich den ganzen Tag?“). Hier ein normaler, arbeitsintensiver Dienstag.

Recht gut geschlafen bis fünf, einmal kurz ins Bad, und als ich wieder ins Bett ging, dachte ich „versuch doch noch mal so richtig einzuschlafen – bei einer Stunde lohnt sich das ja!“ und machte gegen Vogellärm die Fenster zu. Zumal die Kater auch nicht da waren – der Liebste war zu diesem Zeitpunkt schon in seinem Arbeitszimmer (ich sah das Licht) und sie belagerten ihn. Also wieder eingeschlafen, super Idee, denn beim Weckerpiepsen war ich mitten in einer Traumphase und wachte so sanft auf wie von einer Faust ins Gesicht. Toll. Zweimal snoozen, dann quälte ich mich aus dem Bett. Völlig verklebte Augen – wieder jede Menge Pollen in der Luft.

Wenigstens waren die Kater schon versorgt. Tee, halbherzige Küchenrunde, immer mit einem Blick auf die Uhr – ich musste früh aus dem Haus, weil ich, seit EWIGKEITEN mal wieder, einen Intensiv-Deutschkurs am Vormittag in Präsenz unterrichtete. Weil die Intensivkurse seit meinem letzten Mal etwas anders konzipiert worden sind und jetzt schon um 8:30 anfangen (und ich natürlich noch kopieren und Raum richten und so musste), hatte ich nicht viel Zeit. (Ehrlich, wie die Schulen sich das mit ihrem Start für die erste Stunde um 7:40 Uhr denken, ist mir ein Rätsel.) Frühstück daheim ließen wir deshalb auch bleiben, nur ein Tee, eine schnelle Dusche. Um Viertel vor acht kam ich pünktlich los.

Sehr arbeitsreicher Vormittag, der in erster Linie mit dem Kurs ausgefüllt war (noch etwas Kommunikation drumherum, ein bisschen Nachbereitung, ein paar Mails und so). Wie gesagt war der letzte Präsenz-Intensivkurs für mich schon länger her, aber offensichtlich ist das halt wie Fahrradfahren und ich war sofort wieder drin. Sehr nette Gruppe, die Vorbereitung passte, und ich hatte wirklich viel Spaß. So sehr, dass ich wieder ein bisschen mit dem Gedanken spielte, ob ich nicht doch wieder verstärkt in diesem Bereich… Aber es hat gute Gründe, warum ich mich etwas anders orientiert habe (mehr Verantwortlichkeiten vor allem, und nicht so passende Strukturen), deshalb ist die Antwort vermutlich nein. Aber zum gelegentlichen Aushelfen war das schon sehr nett.

Mittagspause erst um halb zwei mit dem restlichen Curry (immer noch sehr gut und schön durchgezogen), danach ein Espresso. Und dann einmal nach unten ins Suppenloch: Das Adrenalin vom Vormittag war weg und ich merkte deutlich, wie müde ich eigentlich war. Den restlichen Nachmittag also viel, viel administrative Sachen zu erledigen, aber alles so Routinezeug, das auch im Halbschlaf geht. (Naja, fast: Ich bemerkte später, dass ich eine falsche Kollegin bei einer Mail auf Cc gesetzt hatte, nicht schlimm, aber halt unnötig, und auch sonst kostete alles überdurchschnittlich viel Konzentration.) Noch ein kurzes Spontanmeeting mit dem Chef, und um fünf sah meine Erlediliste so gut aus, dass ich Feierabend machte.

Trockener Heimweg. Tagsüber war der lang angekündigte Regen endlich gekommen, deshalb alles patschnass, aber ich kam in einer Regenpause heim. Dort kam ich gleichzeitig mit dem Liebsten an: Kurze gemeinsame Katzenfütterung, kurzer Austausch, dann holte er seine Sachen für den Bastelverein und ich nahm die Sporttasche und ging um Viertel vor sechs ins Fitness. Die ganze letzte Woche war ich nicht gegangen, ich war also gespannt, wie das mit dem anstrengenden Muskelprogramm werden würde.
Naja: halt sehr, sehr anstrengend. An einer Maschine nahm ich etwas die Belastung raus, da war es mir einfach zu viel, ansonsten quälte ich mich durch. Ich war froh, dass ich von einem Podcast (eine Folge über Faschismus von der Rest ist Geschichte) begleitet wurde und deshalb einigermaßen abgelenkt war. Schon ein sehr herausforderndes Programm – ich hoffe, dass ich damit meine Gelenke nicht vielleicht etwas überlaste. Oh well.

Heimweg um kurz vor sieben, und natürlich erwischte ich exakt die vier Minuten, in denen ein kräftiger Schauer runterkam. Stellte mich zwar irgendwo unter, und die grüne Jacke half auch, aber die Jeans war trotzdem nass. Windig war es auch, und ich war froh, als ich daheim war.
Dort erst einmal umziehen, dann den Liebsten beim Kochen unterstützen – nur wenig allerdings, ich war SO müde. Ich gab deshalb eher Ratschläge (eher unnötig, vermute ich mal).

Wenig aufregendes Abendprogramm. Um kurz vor acht ypische Rumfort-Minestrone zum Abendessen (wieder mit Borlottibohnen, weil ich am Wochenende im Supermarkt welche bekommen hatte – einfach die besten Bohnen), etwas Vanilleskyr danach, dann Rückzug aufs Sofa. Der Liebste schaute sich Zeug im ZDF-Livestream an, ich schaute nur so halb mit, holte mir bald ein neues Buch. Einmal kurz den SUB durchgeschaut, dort sind aktuell aber nur mühsame Bücher (zumindest kam es mir so vor), Highbrow-Literatur und Sachbücher, und es fühlte sich nicht so an, als ob ich die Konzentration dafür hätte. Deshalb zog ich einen alten Terry Pratchett aus dem Regal, Mort, und den las ich dann erst auf dem Sofa, ab neun im Bett. Hielt immerhin durch bis zwanzig vor zehn, bis ich das Licht ausmachte.