Himmelfahrtsarbeit, Donnerstag 14.5.2026

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Recht gut geschlafen (bei wieder komplett geschlossenem Fenster, immer noch niedrige einstellige Temperaturen in der Nacht) und um sechs von allein aufgewacht. Da ich mir ja ein bisschen Arbeit vorgenommen hatte (ja, ich weiß, Feiertag blabliblubb), stand ich direkt auf. Katzenmaintenance, kleine Küchenrunde, dann machte ich mir eine Tasse Tee und ging ins Arbeitszimmer. Der Liebste schlief noch tief und meldete sich erst um acht.
…da hätte ich eigentlich gedacht, ich wäre längst durch, aber von wegen: Neben einer Orga-Aufgabe gab es auch für die kommende Woche Unterricht vorzubereiten, und da die Woche so dermaßen vollgepackt ist, war es eine gute Idee, das vorher schon zu machen. Ich unterbrach also um acht kurz, machte dem Liebsten und mir frischen Tee, dann ausführliches Frühstück mit frischen Brötchen, vom Liebsten geholt (viel zu viel, wenn man halt hungrig zum Bäcker geht, aber egal), und schließlich wieder nach oben. Der Liebste verschwand ebenfalls am Rechner und bastelte an seinem Softwareprojekt weiter, und die Kater verzogen sich aufs Sofa. Draußen immer wieder ein paar Sonnenstrahlen, aber auch dunkle Regenwolken und gelegentliche Schauer – es war schon okay, im Haus zu bleiben.

Das Arbeiten dauerte den ganzen Vormittag – etwas länger als gedacht. Aber wenn ich gerade eine Weiterbildung zur Didaktik mache, mit neuestem Forschungsstand und allem, dann möchte ich natürlich die neuen Erkenntnisse und Tools und so auch anwenden und ausprobieren und einfließen lassen. Deshalb bereitete ich recht ausführlich vor. Dann noch eine Runde E-Mails und eben die wichtige Orgaaufgabe, und um zwölf war ich schließlich mit allem fertig und ganz zufrieden. Oder mehr oder weniger, denn eigentlich hatte ich mir für den Feiertag Nachbereitung meiner letzten Weiterbildungsrunde vorgenommen, und das wollte ich dann doch nicht (sonst wäre ein acht- oder neunstündiger Arbeitstag draus geworden).

Ab jetzt also Feiertag. Draußen immer noch unwirtliches Wetter, deshalb wenig Spannendes den restlichen Tag. Ausführliche Körperpflege, dann machte ich uns das restliche Curry warm. Eine zweite Kanne Kaffee (den Vormittag über ganz ausgezeichneten Kabusé), und dann setzte ich mich an den Esstisch und las das komplette Internet leer. Das dauerte (von einer Ablenkung zur nächsten) bis ungefähr vier. Danach hatte ich genug, ging in die Küche und setzte einen Hefeteig für Zimtschnecken an.

Nächster Stopp: Schlafzimmer, und zwar hatte ich dort einen merkwürdigen Krümel auf der Decke entdeckt, der mir suspekt vorkam. Praktischerweise hat der Liebste ja ein Mikroskop bei sich. Ich störte ihn also beim Arbeiten (er blieb den ganzen Tag mehr oder weniger mit seinem Programmiergedöns beschäftigt) und wir schauten den Krümmel an. Tja, und der hatte dann leider sechs Beine und einen Mund und einen schuppigen Panzer und überhaupt WÄÄÄH.
Allerdings keine hinteren Springbeine (Flöhe sind ja immer sehr gut zu identifizieren), und ein Foto (durch die Mikroskop-Öffnung gemacht) und Google Lens führten dann zur Larve des Teppichkäfers. Okay. Mehr oder weniger harmlos, wie ich nachlas, und in Gebäuden nicht untypisch. Würde zu diversen kleinen Käferchen passen, die ich gelegentlich schon auf dem Fensterrahmen gefunden hatte. Richtig glücklich machte es mich allerdings trotzdem nicht, deshalb zog ich die Betten ab und saugte sämtliche Ritzen und Regalbretter und Ecken aus, an die ich mit dem Sauger kam, und ließ anschließend noch Harold im oberen Stockwerk fahren. Sowieso alles mal wieder nötig.

Anschließend Küche. Zuerst ein bisschen Herumärgern mit dem Hefeteig, der einfach gar nicht gegangen war – der Liebste knetete ihn durch und stellte ihn ins Wohnzimmer, wo er noch einmal eine Stunde Zeit bekam. Ich machte solang das Abendessen: Aus diversem Zusammengestückel (ein Bund Rucola, etwas Basilikum, Hefeflocken, Walnüsse, Pinienkerne, Zitronensaft, Olivenöl) machte ich ein Pesto, das gut, aber ziemlich bitter war (Öl, Walnüssen und Rucola sei Dank) und was als Grundlage für eine Creme mit weißen Bohnen diente. Die kam wiederum auf Blätterteig, darauf grüner Spargel und das Ganze als Tarte in den Ofen. Währenddessen rollte der Liebste aus dem Hefeteig ein paar Zimtschnecken, die nach der Tarte in den Ofen sollten. So richtig glücklich war ich mit den Zimtschnecken nicht: Teig wie gesagt nicht gegangen, die Schnecken viel zu hart und überhaupt nicht fluffig – hm. Ich muss das vermutlich einfach häufiger machen, das wird wohl Übungssache sein. Insgesamt waren wir beide nicht so richtig gelassen und guter Dinge beim Backen: Alles dauerte lang, alles war mühsam, ständig standen wir uns in der kleinen Küche im Weg, zu guter Letzt warf ich noch mein volles Radler um und konnte danach erst einmal klebriges Zeug vom Küchenfußboden wischen, gnarf. Eher angestrengt, wir beide.

Deshalb dann mit Spargeltarte Rückzug aufs Sofa. Die Tarte war immerhin ausgezeichnet gelungen, sehr, sehr guter, zarter Spargel und die Kombination mit dem Pesto großartig. Die Kater gesellten sich zu uns, Magi schlief auf meinem Schoß ein und wir wählten uns ein bisschen Wohlfühlprogramm: Auf Netflix die Pilotfolge von Stargate SG1. Schon tausendmal gesehen, aber das war ja völlig egal. Und für den Abend genau das Richtige.