Ausgeruht, Freitag 15.5.2026

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Brückentag! Ganz okay geschlafen und um sieben aufgestanden – also quasi ausgeschlafen, die Kater waren durch den Liebsten schon versorgt. Trotzdem war ich den ganzen Morgen ziemlich müde und fühlte mich mit brennenden, tränenden Augen und permanent laufender Nase ausgesprochen malade. Blöde Allergie. Deshalb ruhiger, ein bisschen traniger Morgen mit viel Tee, schreiben, einem Blick in die privaten Mails (mal wieder nötig, es wurde aufgeräumt) und ein bisschen Internet-leerlesen. Außerdem nahm ich an diversen sozialpsychologischen Onlinestudien teil (ich bin auf diversen Mailinglisten von Universitäten, wo Studienteilnehmende gesucht werden – Fragebögen fülle ich ja unglaublich gern aus). Parallel kleine Küchenrunde, die Bettwäsche kam in die Maschine. Und natürlich Zimtschnecken zum Frühstück und eine Kanne Bancha.

Das war mehr oder weniger der Vormittag. Ich schaute noch auf YouTube vorbei und ging irgendwann duschen, hängte die Bettwäsche auf, räumte ein bisschen in der Bude herum. Draußen sehr kalt und unangenehmes Nieselwetter, immer wieder mit richtigen Schauern. Deshalb dringend benötigtes warmes Mittagessen: Wir kochten uns aus ein paar angebrochenen Tiefkühlsachen (Grünkohl, Erbsen) und ein bisschen frischem Zeug (Karotten, Sellerie, Zwiebeln, Petersilie) eine einfache Gemüsesuppe. Dazu die letzten Brötchenreste von des Liebsten ausufernder Donnerstags-Einkaufsaktion.

Am Nachmittag längere Leserunde (Terry Pratchett, außerdem mein Weiterbildungs-Reader), außerdem steckte ich eine Ladung Feinwäsche in die Maschine. Und ich hörte nebenbei, auf dem Handy des Liebsten, „Der Watzmann ruft“ in der Originalversion von 1974 an, weil ich beim Essen unvorsichtigerweise eine Bemerkung dahingesagt hatte („Vatter i muass aufi – woher kommt das eigentlich“) und der Liebste daraufhin etwas von „Kulturlücke“ murmelte und mir das Original heraussuchte. Eher absurdes Erlebnis, unter anderem deshalb, weil ich quasi nur 10% des Textes verstand. Aber man kann damit schon mal 45 Minuten verbringen.

Um halb vier gingen der Liebste und ich in den Baumarkt, Gartensachen holen. Natürlich begann es gerade in dem Moment zu nieseln, als wir aus dem Haus gingen, nun ja.
Längerer Gartenmarkt-Aufenthalt, es war angenehm leer. Wir holten zwei Paletten mit gemischter „Frühlingsbepflanzung“ für die Gräber (nicht ganz sicher, was genau, ich erkannte auf jeden Fall Petunien, aber das war alles halt so hybrides Zuchtzeug) und zwei große Terrakotta-Töpfe für die Dachterrasse, um ein paar der Gemüsepflanzen umzusetzen und ihnen etwas bessere Chancen zu ermöglichen. Ein Sack Erde, ein paar Kleinigkeiten (Paketband, WD-40), eine kleine Gießkanne fürs obere Stockwerk (im Design ein bisschen zu sehr auf „nostalgisch“ und „englisches Cottage“ getrimmt und deshalb recht teuer, aber dafür immerhin aus Metall und nicht aus Plastik), eine Box Meisenknödel (ich habe mich jetzt doch entschieden, unseren Knödelspender wieder zu befüllen).

Und dann nahmen wir noch fünf Töpfchen mit Sukkulenten mit: Ich möchte mal versuchen, die beiden Schalen auf den Treppen vor dem Haus mit Sukkulenten zu bepflanzen. Bis jetzt hatten wir in den Schalen halt immer saisontypisch im Frühjahr Mini-Narzissen oder Primeln, im Sommer Sonnenkörbchen oder Margeriten, im Herbst/Winter Christrosen, aber das verblühte halt recht schnell und sah nicht mehr schön aus, oder wir vergaßen zu gießen (vor dem Haus extrem trocken, weil der Regen da kaum hinkommt). Da wir auf den Treppen auch einige schöne Steine liegen haben (größtenteils von der ehemaligen Mineraliensammlung meiner Mutter), dachte ich, dass Sukkulenten auch optisch ganz nett passen könnten. Und wenig Wasser brauchen sie auch. Mal sehen.

Nach dem Einkaufen (auf dem Rückweg richtig nass geworden) noch etwas Ruhepause, ich hängte die Feinwäsche auf und las lange. Um sieben Katzenversorgung und dann gingen wir zur Datumsnacht in die Stadt. Mit grüner Jacke und – Premiere – einer knallorangenen Mütze, die ich eigentlich mal fürs Laufen gekauft hatte. Sie hat eine Art Softshell-Stoff und ist damit winddicht und nicht so warm, sieht allerdings ein bisschen wie eine Badekappe aus. Es war aber so kalt (die Uhr sagte 9 Grad), dass ich ohne Mütze nicht unterwegs sein wollte.

Ein bisschen durch die Stadt mäandert – wir waren erst unschlüssig, was wir überhaupt wollten, und dann stellten wir auch noch fest, dass brückentagsbedingt sehr viele Restaurants knallevoll waren. Und die Auswahl in der Stadt hat sich sowieso leider ziemlich dezimiert, finde ich. Schließlich landeten wir bei einem Burgerladen gegenüber vom Schloss – so ein- oder zweimal im Jahr kann man ja schon Burger essen. Seitdem dort der Besitzer gewechselt hatte, waren wir nicht mehr drin (ganz, ganz früher war das ein sehr kultiger Irish Pub und eine richtig tolle Kneipe, aber diese Zeiten sind lang vorbei).
Es war aber insgesamt ganz nett. Es gab quasi ein einziges veganes Essen, nämlich den Beyond Meat-Burger, der war aber dafür wirklich sehr gut. Dazu ebenfalls richtig tolle Pommes (so eine Art Curly Fries) mit Rosmarin und veganer Mayo. Wenn man also Burger haben möchte, ist man da an einer guten Adresse. Nur etwas blöd war, dass unsere Getränke vergessen wurden – unser Aperitif kam erst auf Nachfrage und deshalb halt erst nach dem Essen. (Eigentlich hätte es dem Kellner auffallen müssen, dass wir unser Essen schon hatten, aber noch keine Getränke auf dem Tisch standen.) War aber egal, man kann die Sachen auch hinterher trinken (Hugo für mich, und für den Liebsten eine recht überraschende Kreation aus Grapefruitlikör, Prosecco und Fleur de Sel – die Mischung aus bitter und salzig passte nicht schlecht). Und weil es ihnen echt unangenehm war, dass sie die Getränke vergessen hatten, bekamen wir sie dann aufs Haus. Das war sehr nett und wäre gar nicht nötig gewesen. Wir merken uns den Laden auf jeden Fall für einen späteren Besuch (wie gesagt, wenn ich irgendwann mal wieder Lust auf Burger habe).

Auf dem Heimweg (wir blieben trocken, Glück gehabt) noch ein Stopp in der Boomerbar, wo der Liebste, der eigentlich über Kaffee nachgedacht hatte, sich einen Espresso Martini bestellte und ich mir die Auswahl an Obstbränden anschaute (man bat mich dafür extra zur Bar, der Laden hat eine erstaunliche Kollektion) und schließlich mit einem Willi den Abend abschloss.
Um kurz vor zehn daheim und noch ausführlich in SG1 abgetaucht, von zwei schlafenden Katern belagert. Um halb zwölf erst ins Bett – es fühlte sich richtig wie Urlaub an.