Kühles Haus, Montag 6.7.2026

Nach ganz guter Nacht um kurz nach sechs aufgewacht. Draußen strahlend blauer Himmel, aber Garten und Dachterrasse regennass, es schien in der Nacht noch einmal ordentlich geregnet zu haben. Das sparte mir auf jeden Fall das Gießen.
Erst einmal gemeinsame Katzenmaintenance: Der Nasenkater kam mir vom Wohnzimmer aus entgegen und war an allem (Schnurr, Süppchen, alles zum Aufschlecken) höchst interessiert, aber Magi kam nur bis zur Türschwelle und wollte dann gar nichts mehr. Ließ sich zwar reintragen, aber Medikament nur mit Hilfe der Spritze, und das Futter nahm er auch erst, als er wieder am Schattendeck war (da dann wenigstens ein bisschen). Klar, es ist Sommer und draußen schön und so, aber ein bisschen ins Haus kommen wäre trotzdem nicht schlecht. Finde ich.

Ruhiger Morgen, Müsli, Zeitung, Schreiben, Tee, dann ging der Liebste aus dem Haus und ich duschen, und um zehn vor neun war ich am Schreibtisch. Mit langer Hose und Strickjäckchen über dem Shirt, denn das abkühlende Lüften hatte erstaunlich gut funktioniert – irgendwann zog ich mir sogar Füßlinge an. Es wurde draußen zwar im Lauf des Tages warm (ich denke, so um die 28 Grad), aber das Haus blieb kühl, in keinem Raum über 23 Grad. Viel besser als die Alternative (dann ziehe ich halt Socken an, was soll’s).

Ein erstaunlich anstrengender Arbeitstag daheim, so alles in allem, obwohl ich eigentlich naiverweise mit einem ruhigen Tag gerechnet hatte. Aber erstens hatte ich ja am Freitag keinen Unterricht mehr vorbereitet, musste das also alles noch machen, und dann sind aktuell zwei von meinen direkten Kolleg:innen im Urlaub und ich vertrete sie und damit unsere Abteilung allein. Bei der einen gibt es wenig zu tun, aber beim anderen ist es schon eine Menge – meine Inbox war ziemlich voll. Erst einmal Mails abarbeiten, eine Stunde Unterricht, und den restlichen Tag administratives Zeug aus drei Bereichen, Informationen, Mails, Rechnungen, Gedöns. Und zwischendrin eben Vorbereitung.

Trotzdem eine einstündige Mittagspause um Viertel vor eins. Orzosalat, dann ging ich nach den Katern schauen. Die waren beide im Garten, kamen aber angewackelt und ließen sich auch dazu herab (Magi musste man wieder über die Schwelle tragen), ganz gut im Haus zu fressen.
Ein bisschen lesen (Krimi fast durch), ein bisschen Haushaltszeug (Spülmaschine ausräumen, Spüle putzen, so etwas), ein bisschen Kaffee, und um kurz vor zwei wieder nach oben.
Der Nachmittag dann ebenso wie der Vormittag voll, inklusive einer Stunde Unterricht um Viertel nach fünf und den letzten Resten Vorbereitung für Dienstag – um kurz vor sieben schloss ich den Arbeitstag schließlich ab.

Der Liebste war schon daheim und hatte mit Kochen begonnen, ich schloss mich an und eine Dreiviertelstunde später hatten wir einen Topf Linsensuppe zum Abendessen. Klang nach einem einfachen Rezept (aus dem Juliheft VF&L), war es auch, aber im Detail dann doch ein bisschen anders als gewohnt und SEHR gut: grüne Linsen, Pak Choi, gewürfelte neue Kartoffeln, alles in einer aromatischen Brühe gekocht und mit viel frischem Zitronensaft abgeschmeckt. Ich war ja misstrauisch wegen der Säure, aber es passte super. Nachtisch, um im Thema zu bleiben, ein Becher Zitronenjoghurt, außerdem die letzten indischen Süßigkeiten (jetzt gibt es bis zum Herbst erst mal keine mehr).

Am Abend ein Blick auf die Mastodon-Timeline und den Guardian, bevor wir uns durchs Stargate zurückzogen. Bei mir ziemlich, ziemlich großer Ärger über den unsäglichen Vorgang bei der WM, dass der orangene Clown allen Ernstes die korrupteste Organisation der Welt, die Fifa, völlig schamlos so beeinflusst, dass sie eine Kartensperrung für einen US-Spieler wieder zurücknimmt. Natürlich gab es reichlich Proteste von diversen Verbänden, der UEFA und so, aber ach ja. Die einzig wirksame Antwort darauf wäre gewesen, dass andere Teams sich weigern zu spielen, aber das wird natürlich nicht geschehen. Ekelerregend und schamlos, das alles. Und für mich, wenn es denn noch einen Anstoß gebraucht hätte, ein Grund, am internationalen Fußball komplett das Interesse zu verlieren. Was für eine Farce. Dieser korrupte Dreckshaufen.