Alltagschronik, Montag 13.7.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Anstrengende Nacht, weil es ewig dauerte, bis ich vor Wärme einschlafen konnte, trotz Ventilator, den ich an die Zimmertür gestellt hatte. Aber erstens ist das halt kein Hochleistungslüfter wie bei der Feuerwehr, und zweitens war die Luft draußen mindestens bis Mitternacht nicht kühler als drinnen. Seufz. Am Morgen dementsprechend mehrfaches Snoozen nötig, bis ich um Viertel vor sieben aufstand. Da war der Liebste schon wach und mit Rasen mähen (…nur die Wege, mit Handmäher) und Katzenversorgung beschäftigt. Magi musste von den Nachbarn hergetragen werden, der Eumel. Ich goss erst einmal die Dachterrasse, mit leicht besorgtem Blick auf die Tomaten, die die Blätter eingerollt hatten (bei über dreißig Grad sollte man dann wohl doch täglich gießen, trotz Bewässerung). Dann Altpapier zusammensammeln und vorbringen, Küchenrunde, Tee. Außerdem machte ich den Wochenplan fertig (mit flexibler Gestaltung wegen noch ein paar Fragezeichen zum geplanten Besuch) und bestellte die Gemüsekiste.

Der Tag sah eigentlich recht gut aus, was die Arbeit anging: Nur wenige Termine insgesamt, wenn auch über den Tag verteilt. Ab neun war ich am Schreibtisch und wurde gleich mal von einer ganzen Latte an Mails empfangen (wenn man einmal einen Freitag nicht da ist). Eine Stunde schriftliche Kommunikation, dann eine Stunde Beratungstermine. Währenddessen meldete sich der Chef mit Gesprächsbedarf, also anschließend erst ein Meeting, dann Nachbearbeitung, dann das nächste (der Katastrophenlieferant hat mal wieder Katastrophen geliefert), und dann war es plötzlich Viertel vor eins.

Noch während meines Meetings hatte der Liebste den Kopf ins Arbeitszimmer gesteckt und mir per Handgesten Zähne und Mundbewegungen signalisiert, was ich als „ich hol uns mal was zu Beißen“ interpretierte – wir hatten Vesper geplant und brauchten Brötchen dafür. Allerdings verschwand er und kam erst einmal nicht wieder – kein Wunder, er hatte „ich muss zum Zahnarzt“ gemeint, wie mir dann wieder einfiel. (Das Gefuchtel kann auch kein Mensch erkennen.)
Anyway. Ich arbeitete noch bis Viertel nach eins, bis er wieder da war (bei unserem Zahnarzt geht es immer superschnell). Dann holte ich uns ein paar Brötchen und einen Laib Brot nebenan, während er einen Chinakohl zu einem schnellen Salat verarbeitete. Dazu diverse Kräuterfrischkäse und Hummus auf Brötchen, sehr gutes Mittagessen. Wir hatten die letzten Wochen nicht so richtig aufgepasst und ein paar schon abgelaufene Sachen daheim, aber das gute an dem veganen Zeug ist ja, dass es sich meist deutlich länger als das MHD hält.

Am Nachmittag todmüde am Schreibtisch und mit deutlich verminderter Konzentration bei der Arbeit. (SO müde.) Oh well. Ich korrigierte ein paar Sachen, schrieb Mails, organisierte, und plötzlich hatte ich alle dringenden Punkte auf der Erlediliste für den Tag abgehakt. Damit war ich dann doch sehr zufrieden (auch wenn die privaten Sachen, Bad putzen und trockene Wäsche wegräumen und so, nicht mehr reingepasst hatten). Um Viertel nach fünf hatte ich noch eine Stunde Unterricht, lief auch okay, letzte Nachbearbeitung, letzte Mails, und kurz nach halb sieben machte ich schließlich Schluss.

Kurze Aufräumrunde, ich bespaßte den Kater, der reingekommen war (Magi wieder ausdauernd draußen), dann gemeinsames Kochen. Das Rezept hatten wir schon einmal ausprobiert und waren nicht so ganz begeistert gewesen. Jetzt also zweiter Versuch. Es nannte sich „Currykartoffeln mit Kichererbsenstampf“ und bestand quasi aus neuen Kartoffeln, in der Schale gedämpft, dann am Stück in etwas Öl angebraten und mit einer Currycreme übergossen, und dazu gestampften Kichererbsen, mit frischen Tomatenwürfeln, Petersilie und eigentlich Mayonnaise vermischt (wir nahmen Frischkäse stattdessen). Noch ein bisschen angebratener Pak Choi dazu, der zwar nicht im Rezept steht, aber gut reinpasste.
Eigentlich schon ein gutes Rezept, nur die Kartoffeln am Stück fand ich nervig – das nächste Mal schneiden wir sie in Würfel oder so. Weniger trocken und einfacher zu essen. Trotzdem gut, schöne Kombination, hat sich damit einigermaßen rehabilitiert.

Nach dem Essen war ich wieder wach und hatte ü-ber-haupt keine Lust auf Sofa und so (ich war ja den ganzen Tag schon allein im Arbeitszimmer gesessen). Den Tag über war es recht heiß gewesen, der Abend war aber angenehm. Deshalb packten wir unser kleines Backgammon ein und gingen für eine gute Stunde zur Eckkneipe in den Biergarten: Ein alkoholfreies Hefe, ein Radler, dazu ein bisschen gespielt und einigermaßen ausgeglichen gewonnen und verloren. Das war eine sehr gute Idee. Um halb zehn heim und noch ein bisschen mit Buch nach oben, darauf warten, dass der Ventilator den Raum kühl kriegt. Klappt natürlich nicht, wenn es draußen auch noch warm ist. Aber einbilden kann man es sich.