War nicht eigentlich der Plan, dass es so richtig ordentlich abkühlen sollte zum Wochenanfang? Von wegen. Also am Morgen war es schon angenehm kühl draußen (wenn auch immer noch so, dass man im T-Shirt auf die Dachterrasse gehen konnte), aber in den Räumen hing halt immer noch die Hitze, und deshalb warm, nicht schlafen, blabla. Ein sehr nachtaktiver kleiner Kater tat sein Übriges, dass ich am Morgen alles Andere als ausgeschlafen war (knurrend wach ab halb sechs, aufgestanden um kurz vor halb sieben).
Nach dem Aufstehen erst einmal auf die Dachterrasse, wo ich eine halbe Schüssel Tomaten, einige Pimientos de Padrón und zwei schöne Zucchini ernten konnte. Bisschen schade allerdings, dass ich auch ein paar sehr kleine und schon faulige Zucchini entdeckte, und auch bei den Tomaten denke ich, dass wir etwas Verlust haben werden. Erst recht, wenn der angekündigte Regen wirklich kommt (der Garten war immerhin sehr nass und die Töpfe oben auch, obwohl ich in der Nacht keinen Regen gehört hatte).
Vor mir ein Homeofficetag mit wenigen Terminen (eigentlich gar keinen, denn die Beratungstermine waren nicht gebucht worden – alle im Urlaub). Ich startete also langsam. Müsli zum Frühstück, eine Kanne Bancha und eine Kanne Kaffee kochen, erste Mails beantworten, dann ausführliche Körperpflege. Um kurz nach neun war ich „richtig“ am Schreibtisch.
Ich hatte den Tag über zwar keine Termine, aber ein paar wichtige, eher unangenehme kommunikative Tasks. Ich schrieb mir also eine Erlediliste und fühlte mich gleich schon wieder angestrengt, aber: half ja nix. Die nächsten Stunden ging ich Punkt für Punkt durch, immer schön abwechselnd eher angenehme und eher „blöde“ Sachen. Dazwischen diverse spontane Calls mit dem Kairokollegen. Damit kam ich eigentlich ganz gut voran.
Der Liebste hatte morgens im Büro festgestellt, dass er sein Mittagessen daheim vergessen hatte, und da er keine Termine vor Ort hatte, kam er schon mittags wieder heim. Sehr lange Mittagspause: Erst Nudelsalat, und dann gingen wir zum Supermarkt nebenan und holten Zitronenkuchen und Cantuccini, weil wir beide zum Kaffee irgendetwas wollten, wofür man keinen Löffel brauchte. Den (relativ kleinen) Kuchen aßen wir im Lauf des Tages komplett, leicht unvernünftig. Dann noch ein bisschen Siesta, während es draußen langsam warm wurde und die Temperatur auf 24 Grad stieg. Regen gab es leider keinen mehr.
Ungefähr ab zwei arbeitete ich weiter, und im Lauf des Nachmittags bekam ich tatsächlich meine komplette Erlediliste leer. Das war wirklich mal positiv, weil ich die ganzen blöden Dinge abgehakt hatte und echt produktiv gewesen war. Unter anderem hatte ich die Onlinelernplattform für den nächste Woche wieder beginnenden Skandinavierkurs gefüllt und Prüfungsplanung für den Herbst vorangebracht, und das fühlte sich alles recht zukunftsgewandt an. Um kurz vor sechs machte ich also guten Gewissens Feierabend.
Direkt vom Schreibtisch auf die Yogamatte. Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Wochen wieder ein 30-Tage-Programm von Adriene zu versuchen: Ich habe gerade weniger zu tun, ich werde Mitte September operiert und sollte die Zeit vorher vielleicht intensiv nutzen, denn danach geht es aus Rekonvaleszenz-Gründen nicht und wird terminlich wieder voller, und dann ist auch noch meine Yogalehrerin nur noch eine Woche da, bevor sie länger im Urlaub ist.
Also Yogamatte ausgerollt und eine Dreiviertelstunde intensivstes, recht anstrengendes Yoga, erst zwei Sonnengrüße und dann den ersten Tag von Adrienes Programm „Center“. Das habe ich ja schon einmal angefangen und bin bis Tag 5 gekommen. Jetzt startete ich wieder bei 1 und mal schauen. War auf jeden Fall gut.
Ruhiger Abend. Der Liebste hatte parallel zum Yoga das Abendessen gemacht, selbst zusammengestellter, klassischer Nudelsalat, sehr gut. Nachtisch restlicher Kuchen. Bevor wir allerdings aßen, gingen wir noch kurz gemeinsam (zu dritt eigentlich, denn der Kater lief uns eifrig hinterher) zu den Nachbarn schräg gegenüber, wo Magi immer auf der Terrasse gelegen war und gepennt hatte: Bescheid sagen, dass er jetzt nicht mehr kommen würde. Die Nachbarin hatte sich so etwas schon gedacht (man hatte ihm ja auch sehr angesehen, dass er nicht fit war) und war dankbar, dass wir Bescheid gesagt hatten. Wir tauschten ein bisschen Erinnerungen aus und waren gemeinsam ein wenig traurig.
Dann Sofa mit QI und Sternentor, und um kurz vor zehn ins Bett, ohne Buch. Die Asterixhefte habe ich mittlerweile alle durch, und überhaupt wollte ich früh schlafen gehen und so richtig viel Schlaf aufholen. Spoiler: Klappte eher nur so halb.