Recht gute Nacht, nur etwas kurz, nämlich wach um kurz vor sechs. Was auch der Kater merkte, der die ganze Nacht bei mir verbracht hatte: Erst unpraktisch am Fußende meines Bettes, dann (nachdem ich ihn quasi weggeschoben hatte) im Sessel, später wieder neben mir. Und um sechs halt wach und um mich herummarschierend.
Also stand ich auf. Draußen tatsächlich einigermaßen bewölkter Himmel, es war aber trocken (am Bodensee hatte es wohl geregnet, wie ich per Threema mitgeteilt bekam). Katzenmaintenance, gründliche Küchenrunde, Tee, ein bisschen schreiben, und um kurz vor sieben war der Liebste schließlich auch wach. Wirklich energetisch optimal eingestellt waren wir beide nicht. Aber war ja egal, es war ein Sonntag ohne größere Pläne, außer halt dem üblichen Zeug.
Dementsprechend ein üblicher Sonntag, mit dem Unterschied, dass ich früh aufgestanden war und deshalb nicht das Gefühl hatte, mir würde ständig die Zeit davonrennen. Der Liebste machte uns am Morgen ein englisches Frühstück und putzte dann das Erdgeschoss, und ich warf einen Blick ins Internet und ging dann recht bald duschen. Wodurch ich schon bald dazu kam, die Wäsche zu sortieren, und die erste Maschine schon am Vormittag durchlaufen lassen und bügeln konnte. (Im Wäschekeller aufgehängt, denn um acht Uhr hatte es mal sieben Tropfen geregnet und ich hoffte nach wie vor, dass da noch mehr kommen würde.) Dann noch ein bisschen lesen, das war der Vormittag.
Um zwölf ging ich ins Fitness. Etwas überrascht, dass eine Kraftmessung an der Reihe war, und noch überraschter, dass ich mich gar nicht so richtig verschlechtert hatte, fast überall gleich oder besser. Okay.
Dann also neue Trainingsphase, und bei meinem Programm (Muskelaufbau) kam jetzt die einzige Phase, die für mich vom Prinzip her neu war, nämlich „isoketentisch“. Auf der eGym-Seite wird dazu viel Blabla geschrieben, Fakt ist aber, dass es die Maximalkraft trainiert, deshalb mit hoher Belastung. Irritierenderweise trotzdem nicht so wenige Durchgänge (nämlich 16), und von der Anzeige her hat man auch nie das Gefühl, jetzt „oben“ zu sein, sondern es ginge immer noch mehr. Kurz gesagt: EXTREM anstrengend. Ich war nach dem ersten Durchgang komplett schweißgebadet (dass ein paar dämliche Leute trotz 32 Grad draußen und extrem schwülem Wetter zwei Fenster offen gelassen hatten, half auch nicht – die Räume wären eigentlich klimatisiert, meine Güte) und fühlte mich ziemlich am Limit. Und beim zweiten Durchgang über dem Limit: Nach dem ersten Gerät wurde mir leicht schummrig. Ich fühlte mich zwar nach einer Pause und zwei Gläsern Wasser etwas besser, aber trotzdem beschloss ich kein Risiko einzugehen und brach das Training ab.
Um eins also schon wieder daheim, mittlerweile sehr hungrig (vermutlich war der Zeitpunkt kurz vor dem Mittagessen auch teilweise für das wacklige Gefühl verantwortlich). Also schnelles Essen, dann lange Siesta auf dem Sofa: Bisschen ins Handy gucken, bisschen lesen, bisschen den Kater bespaßen, der sich irgendwann neben mich legte, und schließlich kurzer Mittagsschlaf.
Dass der Kater zum Schlafen aufs Sofa kam, hatte einen einfachen Grund: Gegen drei gab es nämlich endlich, ENDLICH das lang erwartete Gewitter. Richtig ordentlich Regen, der von den Windböen gegen die Fensterscheiben getrieben wurde, und das war so gemütlich und so schön, ich freute mich sehr. Und die Regenfässer waren danach, ich schaute gleich nach, auch wieder voll.
Den restlichen Nachmittag passierte nicht mehr viel außer herumlesen, die restlichen zwei Maschinen Wäsche waschen und aufhängen, einen Wochenplan für die kommende Woche machen (es soll ja tatsächlich so richtig abkühlen – mal schauen, aber ich plante auf jeden Fall ein paar Eintöpfe und Suppen und so ein).
Gegen sechs machte ich uns ein Abendessen (der Liebste hatte den ganzen Sonntag vor seinem Laptop verbracht und sich dort mit irgendeinem Claude-unterstützten Programmierproblem herumgeärgert – also das Problem wurde durch Claude verursacht, und ich glaube ja nicht, dass diese KI-Tools auch nur eine Sekunde Zeit sparen). Auf jeden Fall gemütliches, Podcast-begleitetes Kochen, und eine gute Stunde später hatten wir ein Chicken Tikka Masala (vegane Rügenwalder Chicken Chunks als Basis, außerdem verkochte ich unsere komplette Schüssel von die letzten Tage geernteten Tomaten). Sehr gut, nur grenzwertig scharf, weil die reingeschnittene Chili sich als kleine Wundertüte erwies (die Chili am Tag davor, aus dem gleichen Einkauf, war in den Kartoffeln gelandet und null scharf gewesen). Nun ja.
Ruhiger Abend mit Stargate auf dem Sofa, draußen regnete es zwar nicht mehr, war aber noch feucht. Leider nicht kühl, es hatte am Abend draußen immer noch 29 Grad. Und in den Räumen 25, seufz. Wir warteten bis halb elf und gingen dann schlafen, wo ich, in freudiger Erwartung auf den ganz sicher nachts kommenden Temperatursturz, sogar die Übergangsdecke nahm. Das war allerdings eher ein frommer Wunsch als sinnvolles Vorausplanen. Dieser beknackte Sommer könnte jetzt wirklich endlich mal vorbei sein.