Recht viel wachgelegen in der Nacht und Quatsch gedacht, aber – positiv: keine weiteren Schmerzmittel gebraucht. Und der Kater kam erst um halb sieben zum Protestschimpfen und nicht schon um halb sechs. (Er scheint die Sonntags-Zeitumstellung möglicherweise schon vollzogen zu haben.) Ich ließ ihn auf die Dachterrasse und blieb noch bis Viertel nach sieben liegen. Ich fühlte mich schon recht erschöpft, und überhaupt Zeitumstellung, ab Montag ist das ja wieder die normale Aufstehzeit.
Mühsames Aufstehen und nach unten Humpeln – insgesamt ist das alles schon ziemlich schmerzhaft. Nicht zuletzt der Verband, der über der Wunde zu schmerzen beginnt. Nun ja. Halbe Katzenmaintenance (der Liebste war unten wach und ersparte mir den Gang ins Untergeschoss zum Katzenfutter), kleine Küchenrunde, Tee. Dann Frühstück (Brot mit Frischkäse und Quittengelee), und ich plante für die nächsten Tage das Essen und schrieb für den Liebsten einen ausführlichen Einkaufszettel. Der große Plan heute war eine vorsichtige Dusche, dann Verbandswechsel, und dazu brauchte ich erst einmal Material. Sowieso auch für die kommenden Tage. Der ganze Heilungsprozess und alles, was damit verbunden ist (Schmerzmittel ja nein? Pflaster ja nein? Duschen wie? Fuß hochlegen ja nein?) stresst mich tendenziell fast genauso wie die eigentliche OP – da hatte ich ja nichts zu tun und konnte die Verantwortung abgeben. Sage ich zumindest jetzt, nachdem sie vorbei ist.
Auf jeden Fall erst einmal etwas schreiben am Vormittag (Fuß hochlegen am Esstisch geht leider nicht so optimal), dann mit dem Liebsten zusammen die Einkäufe wegräumen, als er von der großen Runde zurückkam (Alnatura, großer Supermarkt, dm, Bäcker und schließlich Apotheke für mich: hat sich gelohnt, ich hatte ein etwas schlechtes Gewissen, dass er alles allein machen musste). Noch ein bisschen Essensplanung und das Oktoberheft VF&L fertig gelesen, und dann hinkte ich schließlich nach oben ins Bad und versuchte mich an einer ersten vorsichtigen Körperpflege.
Nun ja. Ich will nicht ins Detail gehen, nur so viel: Duschen wird die nächsten Tage eher nicht klappen (ich wusch mich so ein bisschen im Bad sitzend, während ich den operierten Fuß über den Wannenrand hängen ließ), und so eine OP-Wunde sieht schon sehr, sehr gruselig aus.Nach meinem Wasch-Versuch wickelte ich den alten Verband ab (war dringend nötig, es hatte erstens noch ziemlich geblutet und zweitens zwickten die diversen Pflaster und alles sehr unangenehm in der Haut), sprühte ein bisschen Wunddesinfektion auf die Naht und brauchte dann den Liebsten, der mir mit einer sterilen Kompresse und einer Mullbinde einen neuen Verband wickelte. Alles noch sehr blau, sehr angeschwollen und die Naht hinten an der Achillesferse ist halt locker 5 Zentimeter lang. Und irgendwie tat alles schon wieder weh nur beim Anschauen, weshalb ich mich entschied, vernünftig zu sein und mich nicht mit Rumlaufen und Gedöns zu beschäftigen. Es ist halt doch nicht nur ein Kratzer.
Restlicher Tag also auf dem Sofa, unter Schmerzmittelgabe. Mittags die zweite Hälfte Nudelauflauf, danach Kaffee und etwas Nusszopf, und ansonsten beschäftigte ich mich mit Internet leerlesen, Rätsel machen, Buch lesen, YouTube schauen und mir generell so ein bisschen Sorgen machen über die nächsten Tage. (Es gibt so viel zu tun bei der Arbeit, ich hatte wirklich gehofft, ich könnte am Montag wieder einigermaßen loslegen…)
Zum Abendessen machte der Liebste uns einen „Brazilian Coconut Stew“ aus dem neuen VF&L, faktisch einen Eintopf mit Paprika, Spinat, Kichererbsen, schwarzen Bohnen und eben Kokosmilch. Schnelles, einfaches Essen. Danach noch etwas Kuchen, damit war ich versorgt. (Appetit war durch die OP auf jeden Fall nicht eingeschränkt.)
Abendunterhaltung waren die Rookies, bis mein Handy klingelte und Lieblingsmensch S aus Berlin anrief und sich auf den neuesten Stand bringen ließ, was die diversen Körperlichkeiten anging. (Wir sind leider mittlerweile beide in einem Alter, in dem wir uns locker anderthalb Stunden über jeweilige Körperbaustellen austauschen können.) Sehr schön auf jeden Fall, länger mit ihm zu telefonieren. Und ich möchte dringend bald mal wieder nach Berlin.
Ins Bett um halb elf, mit Schmerzmitteln versorgt. Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass die Schmerzen am Tag nach der OP so viel deutlicher sind als am OP-Tag, aber na ja. Es ist halt alles eine ziemlich neue Erfahrung für mich. Ist ja auch gut so.