2025 Revisited

Rückblickend ein eher doofes, eher anstrengendes Jahr für mich persönlich, und auf der Weltbühne sowieso mit drei voll aufdrehenden Kriegen (in der Ukraine, im Gazastreifen, im Sudan), dem Absinken der USA in die Autokratie und einem generellen Rechtsruck und antidemokratischen Tendenzen weltweit. Bei mir dazu dann noch einiges an Arbeit, ein paar berufliche Veränderungen und eine anstrengende Zunahme an Zipperlein (…Füße) bestimmten das Jahr auf ziemlich negative Weise. Aber ein paar schöne Sachen gab es trotzdem auch. Hier ein kleiner Jahresrückblick (hier der Rückblick vom letzten Jahr).

Januar

Authentisches Vulkan-Foto von der Küche meiner Kollegin aus.

Das Jahr beginnt mit etwas Ruhe daheim, Urlaub wie immer bis Dreikönig, bevor die Arbeit Fahrt aufnimmt. Keine Prüfungen im Januar, aber jede Menge Meetings und vorbereitende Treffen.
Am 18.1. das traditionelle Winter-Geschwistertreffen in Konstanz, dieses Jahr deutlich zu spät für meinen Geschmack (das werden wir wieder anders machen). Schön, aber recht kurz und von der drum herum schwappenden Arbeit überlagert.
Am 19.1. abends der Anruf, dass Freund D am Vortag seiner Leukämie-Erkrankung erlegen ist. Das trifft direkt in die Magengrube und lässt mich lang nicht los.
Wenig Zeit, darüber nachzudenken: Vom 21.1. bis 27.1. bin ich privat und beruflich in Mexiko, eine Kollegin dort besuchen und ein paar Sachen für die Firma auf die Beine stellen. Viele neue, interessante Erfahrungen, insgesamt vor allem: anstrengend. Nicht zuletzt wegen des elend langen Fluges.
Den Geburtstag des Liebsten feiern wir nur so halb, die Torte gibt es erst Anfang Februar.
Ein bisschen Magi-Sorgen, er ist viel beim Tierarzt – die Zähne sollten gerichtet werden, aber sein Herz ist nicht gesund genug dafür.

Februar

Anfang des Monats die Trauerfeier für D, die nicht nur unglaublich herzzerreißend ist, sondern mir auch vor Augen führt, wie viel älter wir alle (aus dem „alten“ Freundeskreis) geworden sind und wie sehr wir uns teilweise auseinander entwickelt haben. Was nicht ausbleibt, natürlich.
In der ersten Februarwoche fahren wir das neue Auto, den weißen Hybrid-Mercedes, zur Schwiegermutter an den Bodensee, nachdem er vom Liebsten abgeholt wurde und einige Wochen bei uns stand. Das Auto ist auf uns angemeldet, damit haben wir das allererste Mal gemeinsam ein Auto – auch wenn die Schwiegermutter es fährt. Die Wochen bei uns haben uns sehr schnell gezeigt, dass wir ein Auto tatsächlich überhaupt nicht brauchen: Es stand quasi nur rum.
Ein bisschen Mitarbeit von meiner Seite beim Bündnis für Demokratie und Menschenrechte, Texte schreiben, Plakate malen, so etwas. Ich hätte gern mehr gemacht, habe aber nicht die Zeit dafür. Nun ja. Es fühlt sich alles etwas hilflos an.
Ende Februar dann die Bundestagswahlen mit bekanntem Ergebnis und einer unfassbar schlechten Regierung mit einem UNFASSBAR schlechten Kanzler. Es ist ein Trauerspiel.
Sehr viel Arbeit im Februar, eine Kairo-Runde, viele Termine.

März

Wenigstens gut gekocht, hier eine Laksha.

Anfang März ein Erste-Hilfe-Kurs zur Auffrischung – ich bin dieses Jahr aus diversen Gründen etwas unzufrieden und schaue mich in der Region um, ob es vielleicht eine Alternative gibt, die ich selbst buchen (und bezahlen) könnte. Sieht aber eher schlecht aus.
Magi macht uns Sorgen: Sein tagelanges Hinken stellt sich als doofe Krallenbettentzündung heraus. Also eine Woche Verband und Antibiotika, alles mühsam für alle Beteiligten.
Wenig Kultur diesen Monat, aber ein Whisky-Blindtasting, das viel Spaß macht. Das Tasting leitet sozusagen unseren Hochzeitstag ein – das eigentliche Feiern verschieben wir auf April.
Bei der Arbeit ist es ein bisschen ruhiger, sehr gut. Ende des Monats der letzte Arbeitstag meiner Kollegin, die in Elternzeit geht. Das hat bei mir ein paar Änderungen im Team und eine mehr oder weniger „echte“ Teamleitung auf meiner Seite zu Folge – eine ziemliche Umstellung für mich.

April

Der Liebste bewundert die Hallen des NHM in Wien.

Anfang des Monats der erste von zwei Terminen in der Tropenklinik: in die Impfsprechstunde zur Vorbereitung auf geplante Mexiko- und Indienaufenthalte, angenehme Erfahrung.
Endlich „richtig“ Urlaub! Wir fahren für eine Woche nach Wien, und zwar außerhalb der Saison (nämlich noch vor den Osterferien). Die Stadt ist angenehm leer und wir haben eine gute Zeit – nur meine linke Achillessehne kommt mit der Woche Stadt überhaupt nicht gut zurecht und beginnt extrem zu schmerzen. Puh.
Endlich mal wieder ein Blutspendetermin, der klappt und auch gut funktioniert.
Arbeit in geregelten Bahnen, für mich allerdings trotzdem viel, da ich das neue Team noch recht detailliert einlernen und über die Schulter schauen muss.
Ende des Monats kurzer Besuch von Freund S aus Berlin.
Außerdem Monatsende: Ich lasse meinen MMR-Titer bestimmen (alles extrem hoch, Nachimpfen nicht nötig) und mache die zweite Runde Tropenklinik-Impfung. Damit bin ich für Mexiko im Juni versorgt.

Mai

…unser Badeplätzchen <3

Zum Monatsanfang ein Brückentag überstundenfrei (der erste, ich nehme alle Brückentage diesen Frühling) und ein langes Wochenende, wir fahren einen Tag zur Schwiegermutter an den Bodensee. Aus Gründen anstrengend.
Wochenlange Arbeit, trotz relativ weniger Prüfungstermine, aber es häuft sich trotzdem.
Ein Besuch beim Kollegen des Liebsten, Solarpanele bewundern und die Sonne im Garten genießen – schönstes Spätfrühlingswetter.
Ende des Monats treffen wir die Entscheidung, den (beruflichen) Mexiko-Aufenthalt im Juni noch einmal zu verschieben. Das nimmt mir Stress weg, auch wenn es etwas unbefriedigend ist.
Ebenfalls Ende des Monats wieder ein Brückentagswochenende, mit Besuch von Schwester S. Schön. Inklusive Schwimmen im Neckar!

Juni

Open Wine House beim Weinhändler des Vertrauens.

Anfang Juni werden die beiden Kater durchgecheckt und bei Magi kann man – nachdem das Herz besser ist – jetzt endlich die Zähne richten. Auch dem Nasenkater geht es altersentsprechend gut, wenn halt auch asthmatisch und arthritisch und alle diese Dinge. Obwohl er in seinem Herzen immer noch ein Baby ist.
Am Pfingstwochenende unser Sommer-Geschwistertreffen, dieses Mal in Tübingen (nicht so optimal für mich, wie ich feststelle). Aus diversen Gründen ein eher holpriges Treffen: Ein Bruder kann gar nicht kommen, einer will früh wieder fahren, dazu regnet es das ganze Wochenende in Strömen. Wenigstens S und R halten die Stellung und wir machen es uns bis zum Pfingstmontag schön.
Mitte des Monats ein dringend nötiger Besuch bei der Müllkippe, angesammeltes Zeug wegfahren.
Ebenfalls Mitte des Monats wieder ein Whisky-Blindtasting, der einzige Kulturtermin dieses Monats.
Da ich nicht nach Mexiko fliege, habe ich auch sonst nicht frei außer dem letzten Brückentag. Den verbringen wir komplett daheim: Es wird zum Monatsende unangenehm heiß.

Juli

Limettentorte zu meinem Geburtstag.

Anfang Juli wieder eine Kairo-Arbeitsrunde, dementsprechend sehr voll, lange Tage.
Unser Versuch, wieder einen Firmenstammtisch zu etablieren, scheitert an mangelndem Interesse – okay, dann halt nicht.
Dafür ein bisschen Kultur: Ich gehe zu „in Absprache“, einem Theaterstück vom „jungen LTT“, bei dem ein Kollege von mir mitwirkt. Sehr gern angeschaut.
In der Woche darauf direkt wieder zu einem Whiskytasting! „Irland vs. USA“ – ein bisschen Horizonterweiterung.
Nach der Kairo-Runde baue ich etwas Überstunden ab und buche insgesamt zwei Zusatz-Trainingstermine in meiner Physiopraxis: Einmal Bodyweight Training, einmal Faszientraining. Beides interessant, aber eher nichts für mich.
Erste Erfahrungen mit einem Escape Room, nämlich dem „KI Experience Room“ in Reutlingen, mit Kolleginnen. Macht Spaß, nur etwas doof, dass der Firmenwagen auf der halben Strecke liegen bleibt. (Mit mir am Steuer, aber nicht meine Schuld!)
Mitte des Monats wieder ins Theater: Wir gehen als Firma ins Sommer-Open Air des LTT zu „Drugs and Sex and Schlagertraum“. Ein großer Spaß!
Ebenfalls Mitte des Monats eine Anti-AfD-Kundgebung, die quasi „ohne“ die AfD stattfindet, weil unser unsäglicher OB vor ihnen eingeknickt ist und ihnen eine große Bühne im Herbst versprochen hat. Die Kundgebung findet trotzdem statt, mit reger Beteiligung.
Ab der letzten Woche haben wir Urlaub, ohne wegzufahren (wir haben immer noch gemeinsam Mexiko im Kopf, geplant im Herbst). Stattdessen einmal Theater (das zweite Mal zum Sommer-Open Air), einmal zum Weintrinken, sonst viel daheim – der gesamte Monat ist fast komplett verregnet.
Das Stadtfest besuchen wir nur kurz, nehmen aber vom Sportvereins-Stand kiloweise Limetten und Weißmehlbrötchen mit und verarbeiten sie in den nächsten Wochen zu Limettengelee, Limettensirup, Brötchenauflauf, Zeugs.

August

In echt noch viel schlimmer als auf dem Foto.

Bis zum zehnten immer noch Urlaub, und da das Wetter sich bessert und ich mir ein paar neue Trekking-Halbschuhe gekauft habe (extra, um meine kaputte linke Achillessehne zu entlasten), machen wir Anfang des Monats eine Stadtwanderung. Mit dem Ergebnis, dass mir der rechte Fußrücken anschwillt, ich nicht mehr laufen kann und sich die ganze Geschichte als Ermüdungsbruch im Fuß herausstellen wird. Restlicher Urlaub also: mit Buch und dickem Fuß im Liegestuhl auf der Dachterrasse.
Immerhin kann ich stehen, also nutzen wir den Urlaub, um (fast) alle Fensterläden am Haus frisch zu streichen.
Ende des Monats sind meine im Juli bestellten Brillen fertig: Einmal Gleitsichtbrille mit besseren Gläsern, einmal neue Sonnenbrille, und, Premiere: Eine Arbeitsplatzbrille. Sehr gute Entscheidung.
Relativ ruhiger Arbeitsmonat ansonsten. Nur schmerzender Fuß halt.

September

Totale Mondfinsternis, vom Parkhausdach aus fotografiert.

Anfang des Monats ein runder Geburtstag im erweiterten Familienkreis, außerdem ein zweiter Blutspendetermin (klappt ebenfalls problemlos, und im Übrigen Top-Blutwerte).
Sehr viel Arbeit, viele Prüfungstermine, Schulungen, Samstagsarbeit – hm. Wir entscheiden, auch den Oktobertermin für Mexiko abzusagen – was den Liebsten und mich etwas in die Bredouille bringt, denn wir hatten unseren Herbsturlaub drum herum geplant.
Mein Versuch, meinen (tollen, schnellen, GAR NICHT alten) Arbeitsrechner auf Windows 11 umzustellen, scheitert gründlich, am Ende ist der Rechner komplett kaputt. (Was nur indirekt an Windows liegt.) Ich stelle meinen Arbeitsplatz daheim auf den angestöpselten Krümellaptop um und bin nach kurzer Eingewöhnung hoch zufrieden (drei Monitore!).
Schöner umbrisch-provenzalischer Markt, allerdings sehr warm. Super: Ich treffe Freund G in der Stadt wieder, seit EWIGKEITEN – er ist zu Besuch, nachdem sie aus Finnland wieder in Deutschland sind.
Kultur Ende des Monats: Beim Bücherfest (ziemlich verregnet) gehen wir auf zwei Lesungen zu Carlo Masala und Saša Stanišić.

Oktober

Alpspitzen-Postkartenpanorama.

Ich starte den Monat mit dem einzigen Infekt des Jahres, vier Tage Husten-Schnupfen-Heiserkeit. Kein Covid, kein Fieber, es hält sich in Grenzen. Nur schade, dass wir dadurch Karten für eine Weinprobe verfallen lassen müssen.
Direkt nach der Krankheitswoche eine Kairophase, inklusive Wochenendarbeit und überhaupt viel, viel, viel zu tun. Dazu vertrete ich noch einen Kollegen in seinem Urlaub, was den ganzen Monat noch voller macht.
Wieder eine Beerdigung: Ein Klassenkamerad des Liebsten ist überraschend gestorben.
Ab dem 25.10. eine Woche Urlaub, ohne Mexiko, dafür mit einem neuen Urlaubsziel: Wir fahren nach Garmisch-Partenkirchen in die Berge. Für mich sehr überraschend, WIE sehr es mir dort gefällt. Wenn auch völlig klar: Nur außerhalb der Saison machbar.
Ebenfalls im Urlaub: Erste zaghafte Wanderversuche, mit komplett schmerzenden Füßen (beide Achillessehnen, Fußrücken, Gelenke), es ist ein Elend. Aber: Es geht. Ich kaufe mir neue Wanderstiefel (weil ich meine alten kurz vor dem Urlaub zum Besohlen einschicken musste) und wäre eigentlich zufrieden, wenn ich mir nicht riesige Blasen laufen würde. Aber irgendwas ist ja immer.

November

Nochmal Garmisch, weil es so schön ist.

Die ersten Novembertage sind wir noch im Urlaub, und ich nehme davon viel Energie in den Monat mit.
Eine Premiere: Ich lasse mich kombiniert gegen Grippe und Covid impfen, und zwar in einer Apotheke. SO cool, dass das geht. Dieses Jahr habe ich komplett ohne Grippe und ohne Covid (!!) hingekriegt, bin superfroh.
Auch der November ist sehr voll, unter anderem die allerletzte Kairorunde – ich schaffe es aber, die Überstunden wenigstens nicht allzu sehr anwachsen zu lassen.
Zur Monatsmitte noch einmal Besuch von Schwester S, nur kurz, aber trotzdem (natürlich) schön.
Letztes Whisky-Blindtasting dieses Jahr, wir bleiben unseren Kultur-Schwerpunkten treu.
Zum Monatsende fahre ich für ein paar Tage nach Berlin, S besuchen und ein bisschen rauskommen. Und tanzen!!

Dezember

…Berlin halt. Ganz dahinten ist das Brandenburger Tor.

Zum Monatsanfang immer noch in Berlin, unter anderem mit einem Besuch im Jüdischen Museum. Gute Entscheidung, hinzufahren.
Im Dezember wird entschieden, dass ich im Januar nach Indien fliegen werde – dementsprechend viele Vorbereitungsmeetings, Visum beantragen, Flüge buchen, nervös werden. Dazu ein paar Schulungen, ein Wochenendtermin, aber auch zwei Tage überstundenfrei. Und das trotz noch einiger Prüfungstermine zum Jahresende!
Der Liebste wird zur Monatsmitte krank, deshalb nur Weihnachtsmarktbesuch mit den Kolleg:innen (im Rahmen der Weihnachtsfeier) und einmal allein. Kalt genug ist es auf jeden Fall.
Ab dem 19. Urlaub. Sämtliche Gedankenspiele, ein paar Tage wegzufahren, werfen wir über den Haufen (unter anderem wegen zweier alter Katzen und dem Katzensitterthema – wir waren mit der Sitterin im Oktober zwar sehr zufrieden, aber trotzdem, es stresst mich halt). Stattdessen Weihnachten daheim, mit viel lesen, spielen, kochen. Und Zeugs ausmisten für die Regalbestellung zum Jahressende. Als perfekter Jahresabschluss am allerletzten Tag: neue Regale aufbauen und Arbeitszimmer schön.