Auslaufen, Freitag 20.3.2026

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T-1 bis Urlaub, SO nötig. Wenn auch nur verkürzt wegen Weiterbildung und so, aber egal, ich war trotzdem (nach leidlich guter Nacht) recht frohgemut beim Aufstehen mit dem ersten Weckerlicht. Katzenmaintenance, während oben fünf Minuten lang der Wecker piepste (es fehlt ein Knopf am Wecker, um den Lichtzyklus zu unterbrechen, damit man nicht die Viertelstunde warten und dann das Piepsen ausmachen muss). Ich hoffe mal, dass unsere Fenster dick genug sind, um die Nachbarn nicht stören. Küchenrunde, Tee, der Liebste machte uns ein paar frische Nudeln fürs Mittagessen. Dann schnelles Schreiben und früh aus dem Haus mit Stopp beim Viertel-Lieblingsbäcker fürs Frühstück: Der letzte Arbeitstag war noch einmal ein Indien-Projekttag und dementsprechend vollgepackt.

Deshalb auch nicht viel zu berichten. Um acht im Büro, dort ein Blick auf die neuesten Entwicklungen und Nachrichten, daneben Frühstück: Wir hatten im Brot-vom-Vortag-Korb eine Tüte mit vier (!!) Laugencroissants und eine Tüte mit vier Körnerbrötchen gefunden, war ja klar, dass wir sie mitnehmen mussten. Brav aufgeteilt, ich hatte also „nur“ zwei Körnerbrötchen mit Rügenwalder Lyoner und ein Laugencroissant (das zweite dann um elf während einer Minipause). Sehr große Portion, zumal wir den Vormittag über dann auch noch Knabberzeug hatten.
Kanne Tee geholt und ins zweite Marathonmeeting der Woche, zum Indienprojekt, von halb neun bis halb drei. Ging alles sehr gut, war halt nur hohe Schlagzahl und deshalb wirklich anstrengend. Aber alles erfolgreich, das ist ja am wichtigsten.

Übrigens, der Indienkollege scheint mal wieder ein semitraumatisches Erlebnis auf der Transferfahrt vom Flughafen zum Standort gehabt zu haben (zweieinhalb Stunden über Land), auf jeden Fall er so: „Wenn du im Juni wieder unten bist, dann buchen wir dir ein Zugticket! Da gibt es einen Schnellzug von Kochi aus! Kommt gar nicht in Frage, dass du dich da fahren lässt! Die fahren hier wie die Gestörten…“ Lol, ich finde ja die Idee, in Indien einen Regionalzug (schnell oder nicht) zu besteigen, beängstigender, als mich von einem professionellen Fahrer durch die Gegend kutschieren zu lassen, aber da sind die Risikoeinschätzungen scheinbar unterschiedlich. Nun ja, wir werden sehen.

Um halb drei waren wir durch und ich machte späte Mittagspause (zweite Hälfte Nudeln mit Linsenbolognese, sehr gut, aber auch eine große Portion). Danach noch zwei Stunden konzentriertes Arbeiten, und um fünf war tatsächlich meine Inbox leer, meine Erlediliste mit allen wichtigen Sachen abgearbeitet, ich war FERTIG und konnte mich guten Gewissens in den Urlaub verabschieden.

Urlaubsstart am Freitag bedeutete natürlich Start mit Yogakurs. Eine sehr kleine Gruppe dieses Mal (die nächsten Wochen wird der Kurs wegen Urlaub und Feiertag und Osterferien und Gedöns ein paar Mal ausfallen), aber ein guter, intensiver Kurs. Bisschen angenervt von meinen Beinen, die sich zäh und steif und unflexibel anfühlten und bei jeder Stehposition meckerten, aber das war nach den zwei langen Tagen vor dem Bildschirm auch kein Wunder. Immerhin waren danach die Hüftschmerzen und die Verspannungen im Rücken deutlich besser. Und ich fasse sehr ernsthaft ins Auge, ein regelmäßiges Morgenyoga unabhängig vom Kurs wieder zu etablieren. Sogar der Liebste hat sich seine Yogamatte nach unten genommen und möchte wieder morgens mit zwei Sonnengrüßen anfangen, der gute Wille ist also bei uns beiden auf jeden Fall da.

Um sieben mit dem Liebsten auf zur Datumsnacht. Wir gingen zum Asiaten in die Wilhelmstraße, weil der Liebste Sushi wollte und ich keine so riesige Portion (das klappte nur so halb, ich nahm ein rotes Thai Curry, gut, aber nicht klein). Wir waren beide in unterschiedlichen Stimmungslagen: Der Liebste hatte seine Arbeit abgehakt UND unser Raspberry Pi-Problem gelöst bekommen, er war dementsprechend gut gelaunt und urlaubsfroh und aufgedreht. Ich war dagegen nach den zwei anstrengenden Tagen ziemlich durch, außerdem fühlte es sich sehr komisch an, jetzt Urlaub zu haben und das Indienprojekt „im Stich“ zu lassen. Das ist natürlich in guten Händen, aber naja, trotzdem komisch. Und sei es auch nur, weil ich mir dadurch meiner eigenen Ersetzbarkeit bewusst wurde. (Was ja eigentlich so sein sollte und von mir aktiv angestrebt wurde.) Dazu kam, dass die startende Weiterbildung einen recht großen Raum in meinem Kopf einnimmt, zwar schon mit richtig viel Vorfreude, aber halt auch: Wer weiß, ob ich das alles unter einen Hut bekomme mit meinen sonstigen Aufgaben? Wird schon viel die nächsten Monate. Und der Urlaub ist ja damit auch erst mal verkürzt.

Dementsprechend war ich noch nicht so in der Urlaubsentspannung angekommen, aber das besserte sich im Lauf des Abends. Gutes Essen, dann gemütlich nach Hause (eigentlich wäre das der perfekte Zeitpunkt für einen Absacker gewesen, aber naja, Fastenzeit – Eid Mubarak, by the way, wir brauchen aber noch zwei Wochen, minus kommendes Whiskytasting und Hochzeitstag) und dort aufs Sofa. Der Liebste holte uns einen alkoholfreien G&T, dann googelten wir ein paar Details zu unserem Heidelberg-Kurzurlaub (Restaurant-Öffnungszeiten und so was), und schließlich schauten wir, um im Thema zu bleiben, eine alte Feuer&Flamme-Folge von der Heidelberger Wache. Relativ früh ins Bett zum Lesen (ich möchte das Buch unbedingt durchkriegen, bevor wir fahren), aber doch mit halb zehn ein bisschen später als unter der Woche. Weil nämlich jetzt halt doch so gaaanz, ganz klein wenig der Urlaub beginnt.