Heidelberg 1 mit Anreise und indischer Küche, Sonntag 22.3.2026

Alkoholbedingt eher unruhige Nacht mit langen Wachphasen, dementsprechend am Morgen nicht so ganz fit, aber nun ja. Außer Urlaubsreise (ohne selber fahren) hatten wir ja wenig vor, also nicht so problematisch. Ich wachte um kurz vor halb sieben auf, kurz vor dem Weckerlicht, und blieb noch einen Moment liegen (draußen mittlerweile um halb sieben schon komplett hell). Der Liebste war schon wach, hatte die Kater versorgt und einen Teil der schon trockenen Wäsche abgehängt (krass, wie schnell das dank Luftentfeuchter geht). Kleine Küchenrunde, Tee, dann ein bisschen schreiben und das restliche Bananenbrot zum Frühstück (sehr gut mit etwas Butter, auch wenn es eigentlich schon fettig genug ist). Ein bisschen schade war, dass die Tulpen jetzt komplett aufgegangen und wunderschön sind, gerade wo wir wegfahren. Nun ja, vielleicht freut sich unsere Katzensitterin. (Die übrigens auch schon die zwei Katzen des Kollegen gesittet hat, wie wir am Freitag feststellten – kleine Stadt.) Und wenn wir ein bisschen Glück haben, sind die Tulpen am Mittwoch, wenn wir zurückkommen, noch nicht komplett verblüht.

Wir hatten uns ja einen nicht allzu stressigen Zug rausgesucht und gingen deshalb um zwanzig nach neun nicht sonderlich früh und trotzdem mit zeitlich Puffer aus dem Haus. Im Übrigen, „Zug“: Für die Regionalbahn war Schienenersatzverkehr angekündigt, und ich hatte gesehen, dass der Bus dafür nicht nur am Bahnhof, sondern auch bei uns mehr oder weniger vor dem Haus hielt, nur zwei Seitenstraßen entfernt. Wir gingen also dort hin, es standen schon einige Leute da und wir hatten die Chance, sogar noch einen früheren Bus zu bekommen, 9:35 statt 9:50, damit richtig viel Zeit und alles entspannt.
Dachten wir so. Nur dass der Bus um 9:35 knallhart an der Haltestelle vorbeifuhr. Maximal zu einem Drittel besetzt, und der Busfahrer sah uns und machte uns irgendwelche Zeichen mit der Hand, während er einfach mit 50 Sachen vorbeibröselte und überhaupt keine Anstalten machte, auch nur abzubremsen. Das senkte natürlich schlagartig die Stimmung, besonders beim Liebsten, der generell nicht sonderlich gern verreist und extrem schnell genervt ist, wenn etwas nicht klappt, und dann auch noch ziemlich aufs Klo musste. Ich war auch echt sauer – da geht man extra früh aus dem Haus, und dann das. Nerv.

Der nächste Bus (9:50) hielt dann aber und brachte uns sicher zum Stuttgarter Hauptbahnhof. War halt nur (logisch) knallevoll, sodass wir die komplette Stunde stehen mussten, was nicht gerade zur Verbesserung der Laune beitrug. Der Liebste stieg in Degerloch sogar aus, um sich dort eine Toilette zu suchen (er kam mit der U-Bahn nach), ich hielt bis zum Hauptbahnhof aus und fand dort immerhin gleich ein Klo. Wir trafen uns am Gleis wieder.
Ab da wurde die Reise aber okay: ICE superpünktlich, halb leer, wir bekamen problemlos Sitze und waren eine Dreiviertelstunde später (genau eine Podcastlänge) um zwanzig nach zwölf in Heidelberg. Dort strahlender Sonnenschein, hihi. Ab jetzt: Urlaub.

Wir gingen erst einmal ins Hotel und parkten unser Gepäck dort, dann gleich wieder zurück und über den Bismarkplatz (das Hotel war vom Bismarkplatz zwei Tram-Haltestellen, aber eigentlich auch fußläufig 500 Meter entfernt) in die Altstadt. Bisschen umschauen und die erste Atmosphäre aufsaugen.
Ganz schön voll, so an einem Sonntagnachmittag in einer Touristenhochburg – ich möchte mir nicht ausmalen, wie es dort in der Hauptsaison ist. Das superschöne Wetter trug sicher auch seinen Teil dazu bei. Es war aber noch okay und ich gratulierte uns dazu, noch vor den Osterferien gekommen zu sein.

Kleine Mittagspause in einem Irish Pub an der Hauptstraße (The Dubliner), wo wir uns ein veganes Club Sandwich teilten und mit Sonnenbrillen draußen saßen. Dann wieder zurück und gegen drei im Hotel einchecken. Das Hotel Leonardo war nichts Besonderes, recht sauber, hässliches Gebäude, insgesamt schon okay. Aber: Wir waren im neunten Stock und hatten damit einen absolut spektakulären Blick über die Stadt. Und so eine merkwürdige Kapsel-Kaffeemaschine gab es auch auf dem Zimmer (keinen Tee allerdings). Ich machte uns erst einmal zwei Tassen Kaffee.

Ruhepause für den restlichen Nachmittag: Der Liebste schlief ein bisschen, ich sah mir eine Heidelberger Folge Feuer & Flamme an. Und schlief dann auch ein bisschen.

Gegen sechs gingen wir wieder los und mit der Tram in Richtung Rohrbach: Die Kuh hatte uns dort ein vegetarisches Restaurant vorgeschlagen, Madras Mania, das südindische Küche haben sollte. Das ist ja tatsächlich etwas, was man nicht so häufig findet, und ich wollte natürlich schauen, ob es mich an das Essen in Kerala im Januar erinnern würde.
Kurz gensag: Ja, tat es, und es war UNFASSBAR gut. Wir teilten uns als Vorspeise zwei Kichererbsen-Donuts (die haben einen anderen Namen, aber ich finde ihn nicht mehr) und Chili Mushrooms (SO scharf, liebe Güte), und dann als Hauptgang einmal mit Kartoffeln gefüllte Dosha und einmal mit verschiedenem Gemüse gefüllte Pfannkuchen. Alles vor den drei typischen Saucen (Gemüsebrühe, Chili Chutney, Kokos-Chutney) begleitet, und das war wirklich so ähnlich wie im Januar, ich war völlig fasziniert. Idly hätte es auch gegeben, aber darauf verzichtete ich (ich habe vorerst genug Idly gegessen). Noch ein Chai für uns, und dann waren wir sehr satt und glücklich. Der Liebste auch, für ihn war es der erste Kontakt mit südindischem Essen, und er war sehr angetan.

Kurzer Zwischenstopp im Hotel, und um neun gingen wir noch einmal in die Altstadt. Nach ein bisschen Herumsuchen landeten wir in der Destille, die wohl einen „legendären“ Ruf hat (für mich typisch studentische Altstadtkneipe, man merkte, dass wir eigentlich eine oder zwei Stunden zu früh da waren) und in der der Liebste vor ein paar Wochen mit den Kolleg:innen gewesen war. (Überhaupt kennt er Heidelberg ja deutlich besser als ich und konnte mir einiges zeigen, was für mich praktisch war und ihm Spaß machte – zum Glück, ich war nicht sicher gewesen, ob die Stadt, die er ziemlich mit Arbeit verbindet, für ihn die richtige Wahl ist, aber stellte sich heraus: Doch, passt.)
Richtig auf den Putz hauen wollten wir beide allerdings nicht (alte Leute und so, und wir kommen aus einer sehr anstrengenden Arbeitsphase). Deshalb für jeden einfach ein Hefe und dazu einen Melonenschnaps, der wohl eine Spezialität der Kneipe ist. Ich war nicht so ganz scharf drauf und stellte mir etwas eher eklig-Süßes darunter vor, aber das war er gar nicht. Wird jetzt nicht mein Haus-Schnaps werden, aber schon in Ordnung.
Gegen Viertel nach zehn waren wir wieder im Hotel. Ziemlich schnell bettreif – wir warteten nur noch, bis das völlig überheizte Hotelzimmer sich durch das geöffnete Fenster wieder einigermaßen runtergekühlt hatte (zum Glück konnte man die Fenster öffnen) und gingen dann bald schlafen.