Ganz gute Nacht mit erstem „richtigem“ Aufwachen um Viertel nach sechs – da kam dann Magi zu mir und legte sich neben mich. Friedlich allerdings, er rührte sich erst, als ich um kurz vor sieben aufstand. Blick auf die Dachterrasse (alles gut, alles sehr kalt – ich sah meinen Atem), dann Katzenmaintenance und Küchenrunde. Draußen nur noch ein paar Wölkchen, ansonsten schien die Sonne. Ich machte mir erst einmal einen Schwarztee mit Milch, weil ich irgendwie Lust darauf hatte, von meinem üblichen Jasmintee abzuweichen, und las die Mastodon-Timeline nach. Natürlich alles sehr ESC-lastig (über den Sieg von Bulgarien informierte mich zuverlässig der Guardian), aber ich war ganz einverstanden damit, die Show am Abend nicht angesehen zu haben. Dieses ganze Drama aus „wir sind nicht politisch, ach nee vielleicht doch, ach nee doch nicht“, das fand ich sehr unangenehm. Und dann natürlich der Boykott von fünf Ländern, weil Israel mitmacht, meine Güte. Irgendwie zog es mich überhaupt nicht hin. Bin ja sowieso eigentlich kein „Fan“, und ich war ganz froh, dass ich am Morgen nicht völlig übermüdet war.
Erst einmal ein bisschen schreiben, bis der Liebste gegen acht schließlich hoch kam und uns mehr oder weniger sofort ein englisches Frühstück machte. Dann kümmerte er sich ums Putzen im Erdgeschoss, ich las das Internet leer und ging duschen, und um kurz nach zehn setzte ich mich an den Rechner ins Arbeitszimmer. Nicht direkt für die Arbeit, aber für meine Weiterbildung musste ich zwei Aufgaben einreichen, und ich war schon ziemlich hintendran. Also konzentriertes Arbeiten den restlichen Vormittag, und so ganz ohne Zeitdruck und nur „für mich“ (im weitesten Sinn) machte mir das ganz ausgesprochen Spaß.
Um eins war ich mit dem ersten (größeren) Teil fertig und kam wieder runter. Mittagessen mit dem Liebsten und dem restlichen Spargel, Sauce, Ofenkartoffeln und Salat. Danach kein Nachtisch, ein Kaffee, stattdessen ging der Liebste schnell duschen und ich packte Sachen zusammen und buchte ein Auto, und um zwei gingen wir aus dem Haus zum Friedhof. Sonniges Wetter und nicht mehr so wahnsinnskalt – Hoodie und weiße Jacke reichten. Und wenig Leute auf den Straßen unterwegs, ich fand das Fahren ausgesprochen angenehm.
Die nächsten drei Stunden waren wir also mit Erd-Buddelei beschäftigt. Bei beiden Gräbern hatte sich das nasse Wetter der letzten Wochen bemerkbar gemacht: Alles war extrem gewachsen, die Frühblüher natürlich alle schon durch die Stauden teilweise schon in voller Blüte. Leider auch ziemlich viel Unkraut zu jäten. Wir waren über den mitgebrachten Sack Erde froh und hätten wie immer noch mehr einpflanzen können (aber es war schon in Ordnung). Am Ende sahen beide Gräber wieder schön aus und der Liebste hatte zwischendrin die Bekanntschaft einer Erdkröte gemacht, die in der teils lockeren Erde ihren Bau hatte (wir sahen Ein- und Ausstiegsloch) und die er versehentlich einfach ausgegraben hatte. Das fand sie eher nicht so toll, sie hüpfte unter ein paar große Zierblätter und grub sich dann langsam wieder ein. Von unserer Seite aus kein Problem, sie kann dort gern wohnen bleiben (soweit wir wissen nagt sie auch keine Blumenzwiebeln oder ähnliches an).
Um Viertel nach fünf waren wir wieder daheim. Dort pflanzte der Liebste zwei Stauden ein, die wir an einem Grab abgestochen und mitgenommen hatten (das Zeug wuchert wie verrückt), und machte uns dann Erdbeeren mit Schlagsahne, und ich versorgte den Kater, sortierte die Schmutzwäsche und startete eine Maschine. Dann Pause mit sehr guten Erdbeeren (wir hatten sogar geraspelte Schokolade drüber, was für eine Dekadenz), wir machten noch schnell gemeinsam einen Wochenplan für die kommende Woche (schon wieder ein Feiertag), und um sechs ging ich wieder nach oben, die zweite Aufgabe erledigen.
Damit war ich deutlich schneller, schon nach einer guten halben Stunde war ich fertig. Ist aber auch kein Wunder: Diese Aufgabe ist direkt mit meiner täglichen Arbeit verbunden und betrifft etwas, was ich wirklich im Schlaf aus dem Ärmel schüttle. War auch gut.
Der Liebste hatte währenddessen mit dem Abendessen gestartet. Ich suchte noch Magi im Garten (er kam auch bereitwillig mit, nahm halb-bereitwillig die Medikamente) und hängte die Wäsche auf, und um halb acht wartete oben eine große Schüssel Nudelsalat auf uns.
Damit dann ruhiger Abend: Gutes Essen, ein paar Folgen SG1, und früh ins Bett. Die kommende Woche wird knallvoll, deshalb bin ich ganz froh, dass wenigstens im Haus alles erledigt ist. Und die volle Woche wird auch vorbeigehen.